Aufsatz 
Naturgeschichtliche Beschreibung der Wormser Rheinebene / von L. Glaser
Entstehung
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bewegen, am ungezwungenſten ſich vor der Oeffentlichkeit zeigen, am ſicherſten erkennen und beurtheilen laſſen, noch abgeſehen von den mannigfachen Störungen und anderen in der Natur der Schule begründeten Unzukömmlichkeiten, welchen eine öffentliche Schulprüfung in einem fremden Hauſe durch dieſen oder jenen Zufall unterworfen iſt. Seit dem definitiven Antritte der Direction(1834) war ich daher unabläſſig bemüht, der Anſtalt ein eigenes Prüfungs⸗Local zu beſchaffen; aber trotz der langen Be⸗ mühung ward dieſer Plan im Jahre 1841 nur theilweiſe oder proviſoriſch verwirklicht, dadurch, daß durch Wegnahme transportabler Wände mehrere Lehrzimmer zu einem geräumigeren Locale vereinigt werden konnten, Dieſe Einrichtung ward, ich glaube im Jahre 1856, als ſtörend für den Unterricht bezeichnet) unde nach ihrrt Beſeitigung waren wit Benöthigt(die, Cffenglche PWrüfüng Wwiltet auf dem Stadthaus⸗Saale zu halten, wie früher. Die deßfallſigen Unzukömmlichkeiten wurden aber jetzt wieder mehrſeitig um ſo drückender empfunden, als man doch nun einmal die wenn auch behelflichen Vortheile und Bequemlichkeiten einer öffentlichen Prüfung im Schul⸗Locale gekoſtet hatte. Unſer dermaliges Schul⸗Gebändez urſprüngſich nicht zu Schulzwecken gerhaut und im Jahre 1S zu einem Dyppelzwecke nur nothdürftig erweitert, gab der Hiſection daher wfeder dejngende Veranlaſſung, mit dem Stadt⸗ vorſtande der Stadt Worms(deren Eigenkhum das Schulgebäude iſt) abermalige Verhandlungen wo möglich um einen gänzlichen Gymnaſial⸗Neubau, oder doch um einen völlig ausreichenden Anbau anzu⸗ knüpfen. Erſt im Jahre 1863 kamen dieſe Verhandlungem) undezwat wib(ſchon aus dem vorjährigen Programme bekannt iſt) in letzterem Sinne unter dem Gr. Bürgermeiſter Herrn Brück zum Abſchluſſe, und voriges Jahr unter Leitung des Stadtbaumeiſters Herrn Thon zur Ausführung. In meinem vielfach, bewölkten, faſt 35 jährigen Schulleben dahier begrüße ich daher freudigedieſen Tag als einen hellen Doppelfeſttagz fteudig und für die Segnung meines Bemühensndankbar, daß er mich den Tag hat erleben laſſen, an welchem ich unſere Anſtalt nun auch äußerlich ausgebaut ſehe, wie ſie ſeit etlichen 30 Jahren unter vielfachen Entwickelungs⸗Kämpfen innexrlich erweitert und aus⸗ gebaut wurde freudig und dem Himmel dankbar, daß ich⸗ Sie, verehrteſte Mitlehrer, und Euch, geliebte Schüler, ſowie Süe, verehrteſte Anweſende, in dieſem unſerm neuen Prüfungsſaale begrüßen kann; freudig und Gott dankbar, daß ich heute dieſen Sgal zu einem Tempelider Wahrheit und ſittlich⸗veligiöſem Jugend⸗Erziehung einweihen kann, zwei Ziele, welche wir uns im Jugend⸗Unterrichte überhaupt und beſonders bei der öffentlichen Schulprüfung von jeher vorgeſteckt haben. Zugleich dürfen wir ſchließlich nicht verfehlen, dem dermaligen Gr. Bürgermeiſter und ſämmt⸗ lichen Mitgliedern des Gemeindexathes der Stadt Woums unſern tiefgefühlten Dank auszudrücken, dafür, daß ſie die Koſten für dieſen An⸗ und Ausbau des hieſigen Gymnaſiums mit gewohnter Liberalität bewilligten. n rharg mi an gilne, ee h e iehilnefA e

Und dieſen Dank wollen wir nicht bloß mit Worten ausdrückem ſondern auch mit der That. Wir Lehrer dieſer Anſtalt finden uns in dieſem feierlichen. Augenblicke freudiger gehoben, um uns wo möglich noch mit mehr Eifer und Ausdauer unſerem zwarſſſchweren aber ſchönen Berufe der Jugend⸗ bildung hinzugeben. Ihrnaber⸗ geliebte Schüler, werdet Euren Dank am beſten ausdrücken, wenn Ihr in dieſem feierlichen Momente den feſten Vorſatz faſſet, würdige Schüler dieſer eben eingeweihten Muſen⸗Stätte zu werden, wenn mit dieſem neuen Tempel viele von Euch auch einen neuen Menſchen anziehen, wenn Ihr alle mit neuem Eifer und ſorglichen Fleißé Eure Kenntniſſe nicht nur vermehret, ſondern auch Eure ſittlich⸗religiöſe Ausbildung täglich, ja ſtündlich immer mehr aus⸗ zubauem bemüht ſeid wienn Ihr inddieſem neu eingerichteten Muſen⸗Tempel enicht nur, wie heute, reinlich erſcheinek, nicht nur ihn rein ierhaltet ſondern wenn Ihr auch Eu chiſelbſt, die Ihr alle nach der hl. Schrift Tempel Gottes ſeid, em ſittlich rein bewahretf und täglich zunehmet an Wohl⸗

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