Aufsatz 
Naturgeschichtliche Beschreibung der Wormser Rheinebene / von L. Glaser
Entstehung
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Reps auf. Von Chryſomelinen iſt ſonſt noch der Vierpunkt⸗Fallkäfer(Clithranquadripunctata) als ſehr vorherrſchend anzuführen. Leuchtkäfer, Blaſen⸗ und Warzenkäfer herrſchen alle in dem ihrer Lebens⸗ weiſe ſo günſtigen Terrain der Rheinebene ſehr vor. Im Ganzen dürfte die Käferfauna von Worms ſo ziemlich auf diejenige der benachbarten Pfalz herauskommen, von welcher Dr. W. Medicus im 20. und 21. Jahresbericht der Pollichia*) eine ſehr ſchöne, vollſtändige Ueberſicht liefert.hufrnnhen Was Schmetterlinge betrifft, ſo ſteht die Gegend wegen Wald⸗ und Hügelmangels den Gegenden um Wiesbaden, Frankfurt, Darmſtadt, Gießen ꝛc. im Ganzen an Arten ſehr nach**). Weit reicher daran iſt ſchon die Bürſtadt⸗Lampertheimer Waldgegend der rechtsſeitigen Rheinebenen Dort ſind z. B. von Tagfaltern hervorzuheben die Lycäniden Adonis; Corydonz HylasKrion, Erebus, als Seltenheit ſelbſt Damon und Alcon, während um Worms nur Aegon Alexis, Tiresias(mit var. Polysperchon) und zuweilen der in Oberheſſen ſeltne Agestis(Medon Esp.) reichlich und dann und wann Cyllarus, Argiolus, Euphemus und Arion zu bemerken ſind, alle über dem Rhein jenſeits nebſt obengenannten ſeltneren in Menge vorhanden. Von Polyommatus oder dem Röthling⸗Geſchlecht iſt das zugleich norddeutſche und ſchweizeriſche Dukatenvöglein(Pol. Hippothos) jenſeits nicht ungewöhnlich; bei Worms erhielt ich es nur einmal. Circe und Phlaeas kommen dagegen um Worms ſehr zahl⸗ reich vor, das letztere in großfleckiger, minder chene⸗ Nuance. Ii pponoss nach Boram unnſepeher vorhanden, fehlt hier. 1 Ttr E han Von Tagfaltern herrſchen ußerden ſehr vor die Weißlin ge, darinter nha dem ſcadlichen Baumweißling und den Kohl⸗ und Rübſenweißlingen in ungewöhnlichem Maß der Senfweißling (Leucophasia sinapis), von dem die reinweiße Varietät exysimi mehrfach gefangen wurde; auch iſt der Raukenweißling(Anthocharis Daplidice mit der Taühlingsgegeration Gelhdjer) und von Gelblingen Colias Edusa um Worms meiſt gewöhnlich. 14105 Von Hesperiden iſt als häufig hervorzuheben Syrictus ahalemräis der auch um Früerberg nicht ganz ungewöhnlich iſt, und die an vielen Orten unbekannteVirgel(Hesperia lineola) mit unterſeits ſchwarzen Fühlerkolben, während der lonſt d häuige tinſchend alulich Lonnfuchs; Ulesp linea) um Worms nicht vorkommt. 1nns Auf Leinkraut ſammelte ich 1860 am Rand der Hufarenwieſen einige Dutzend Raupen der intereſſanten, in Oberheſſen ungewöhnlichen Melitäe Mel. didyma F.(orientalis Biſch.), bekam ſie aber in ſpäteren Jahren nicht wieder zu ſehen. Argynnis Dia war bis zum Jahr 1862 auf den Wieſen um dasWäldchen, die ſehr reich an Hundsveilchen ſind, in Maſſe zu finden. Seit der Februar⸗Ueberſchwemmung des genannten Jahres, welche alle jungen Raupen im Raſen vernichtete, iſt dieſer Falter ganz verſchwunden und bis jetzt noch nicht wieder erſetzt. Auch die intereſſante Melitäe Artemis***) kam vordem auf der Wormſer Ebene zuweilen vor und auch jetzt noch iſt Argynnis Selene vorhanden. Von Hipparchien iſt als Beſonderheit Pararge Maera var. Adrasta nicht Lngenehai und an manchen Wingertsmauern in zwei Generationen jährlich zu bemerken. Von Schwärmern iſt hervorzuheben der auch um Nauheim in der Werterau vorhandent, überhaupt im ſandigen Theil des Tertiärbeckens allenthalben gewöhnliche Liguſterſchwärmer H, der Wolfentilch⸗ *) Auch alsBeſonderer Abdruck, Neuſtadt a. d. H.(Kranzbühler' ſche Druckerei), 1863.* 1 **) Vgl.Die Tepidopeeren⸗ Fauna der Pfalz von F. Beetramg k. Gaher Reg. Rath⸗ ds und 17 deeae der Pollichia, 1859.) ***) Nach Bertram auf der Ganerbwieſe bei Sprher eineſehr häufige Melitäe⸗ ) Im Hinterland und am Vogelsberg, ſowie um Gießen fehlte bisher dieſer Schwärmer; um Gießen funden ſich

jedoch, nachdem er ohne Zweifel längs den Bahndamm von Butzbach aus dorthin vorgedrungen, im Sommer 1864 zum erſten Mal die Raupen in Anzahl in der neuen Anlage.