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ſchwarzrother Karminſtoff. Auch laſſen ſich mit der Loupe die ſchwarzrothen Eier unter dem Schild deutlich erkennen. Es iſt dies Thier eine Art des Schildlausgeſchlechts Coccida Aspidiotus, der Oleanderpocke(Aspid. nerii) in ihrer Bildung naheſtehend. Männchen zu entdecken gelang mir nicht und dürften ſolche, wie dies bei anderen Schildlausgebilden erwieſener Maßen der Fall iſt, auch hier ganz fehlen. Ueberhaupt liegt dem Gebilde ſehr wenig Thieriſches, namentlich keine wahrnehmbare Bewegung zu Grund, ſo daß man verſucht iſt, Alles für Flechtenſchorf anzuſehen. n
Sehr reich vertreten ſind im Allgemeinen die Käfer. Unter den Raubkäfern wimmelt es auf Wegen und Dämmen von Sandläufern(Cicindela campestris) und von allerlei Laufkäfer⸗Arten der Geſchlechter Carabus, Leistus, Dromius, Anchomenus, Amara, Harpalus ete. Auch Procrustes coriaceus, der große, ſchwarze Lederkäfer, ſindet ſich ſehr gewöhnlich, wie dies Scrriba in ſeinem Beitrag*) von Rheinheſſen im Allgemeinen bemerkt. Außerdem nenne ich den in manchen Jahren unter den Prozeſſionsraupen des„Wäldchens“ häufigen, prächtigen, großen Puppenräuber(Calosoma sycophanta), viel ſeltner ebenda auch deu kleineren(Cal. inquisitor), den ich um Darmſtadt von den Raupen der Tannenglucke, bei Wieſſeck unfern Gießen in jungem Eichwald von denen der Würfelmotte(Lithosia quadra) zehren ſah. Auch den Bombardierkäfer(Brachinus crepitans) findet man auf den Landwegen; ſo ſah ich ihn z. B. zwiſchen Hochheim und Herrushoini und atanlaßie piihn Ran eigen hinliches Ge⸗ us hervorzubringen. ETd
Der ſchwarze Aaskäfer(Silpha atrata) iſt hier in gleicer Weiſe, wie in der Wetterau, anf allen Wegen häufig. Die ſchwarzen Larven ſchaden bekanntlich öfter an jungen Runkelpflanzen; ich ſah ſie auch in Menge am Rand von Chauſſeebanquetten Spurre⸗, Meierich⸗, Hornkrautblätter u. dgl. be⸗ gierig verzehren. Auf Dämmen ſehr gewöhnlich iſt der Staubkäfer(Opatrum sabulosum), an Gras⸗ halmen ebenda der wie gebrannte Kaffeebohnen anzuſehende Fugen⸗ oder Pillenkäfer(Byrrhus pilula). Der gemeine Bienenkäfer(Trichodes apiarius) iſt hier gemein, auch der größere(Tr. alvearius) in Baldrianblüthen u. dgl. vertieft ſehr gewöhnlich. An dem wilden Lauch fand ich, außer an Weißlilien, das Lilienhähnchen(Lema merdigera), an Waſſerpflanzen mehrere Arten ſchöne Rohrkäfer(Donacia).
An den Eichen ſehr gewöhnlich iſt der große Spießbock(Cerambyx heros); oft ſind die Stämme ganz von den Larven erfüllt und zerſtört. An Gebüſchen findet ſich häufig der plumpe ſchwarze Weber (Lamia textor), auf graſigen Dämmen, z. B. hinter dem„Wäldchen“, auch der intereſſante Lamia tristis, an Pappeln der Hundebock(Saperda carcharias), an Weiden der Biſambock(Aromia moschata), wie ähnlich in der weidenreichen Gegend um Friedberg. Der Südeuropäer Ceramb. Kochleri(mit ſcharlachrothen, ſchwarzgezeichneten Flügeldecken) wurde von Hrn. O. van Baerle in der Umgegend geſammelt und kommt nach Medicus auch in der Pfalzed vor. In der nächſten llargebung von W. ſcheint er zu fehlen.
Auch allerlei Blatt⸗ und Rüſſehkafer ſind aberall i in Menge ergureßfer von ledieern er⸗ wähne ich z. B. auf Gebüſchen den auffälligen Chlorophanus viridis und auf dem Boden kriechend, unter Pappelalleen nach dem„Wäldchen“ hin gewöhnlich, den großen augenfleckigen, Cleonus ophthal- micus. Der Pinſelkäfer(Trichius fasciatus) iſt überaus gemein; er kriecht aus dem Schlamm der Wieſengräben zu Tag, von dem man gewöhnlich ſeinen Haarflaum zuſammengeklebt findet. Von dem großen, weißgeſprenkelten Maikäfer, dem„Walker“(Melolontha fullo), erhielt ich um Worms ſchon Exemplare; doch iſt er nicht ſo gewöhnlich, als um Darmſtadt, in mehr ſandigem Boden. Erdflöhe und Repsglanzkäfer treten gewöhnlich in verderblicher Menge, jene an aufgekeimten, dieſe an blühendem
*) Val. 10. Bericht der oberheſſ. Geſellſchaft für Naturkunde, Gießen 1863. S. b.—


