Aufsatz 
Bemerkungen zu einigen Reden des Isaios
Entstehung
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21.

recht habe,*) ſo könnte man in Bunſens Sinne erwidern: Warum ſoll der Vater nicht erben, da wir doch eine ſo gute Beweisſtelle für das Erbrecht der Mutter haben? In⸗ deß es iſt auffallend, daß ſonſt, wenn ich nicht irre, nirgend, auch da nicht, wo von den Collateralen 00 1ν⁸α geſprochen wird, die Mutter als Erbin erwähnt wird, obſchon man auch hier wie bei dem Vater ſich allenfalls denken könnte, der Geſetzgeber habe das Erbrecht der Eltern als ſelbſtverſtändlich vorausgeſetzt und deshalb nicht beſonders ange führt. Schließlich geht meine Meinung dahin, daß zwar Bunſens Gründe, die auf der richtigen Auffaſſung der Stelle zu beruhen ſcheinen, von Gans nicht widerlegt ſind, trotz⸗ dem aber das Erbrecht der Mutter bezweifelt werden kann, beſonders da dasjenige des Vaters noch nicht bewieſen iſt.

§. 1. àls 10ενοο επαœσ σε̈ρᷣνάu.

Schömann meint, ancv. paſſe durchaus nicht, da ja die τενιιμα̈ν ττασεdes ſelbſt nach Bunſens ¹¹⁴⁰⁹) Anſicht nicht außerhalb desvos ſtünden, man alſo auch nicht zurück⸗ kehren könne. Mit dem Unterſchiede, den Bunſen zwiſchensros als dem Inbegriff der Deſcendenten und gvyysretæ als dem der cognati macht, iſt Schömann im allgemeinen einverſtanden, fügt aber hinzu, es handle ſich ja gar nicht um Deſcendenten, ſon⸗ dern um die Collateralen väterlicher und mütterlicher Seite. Verſtehe ich Bunſen ¹¹*) recht, ſo iſt ihm*os die Linie, welche die Aſcendenten und Deſcendenten bilden. Von dieſer Linie iſt allerdings hier abgewichen dadurch, daß der Redner auf das Erbrecht der Collateralen, der Brüder und deren Kinder ff. übergegangen iſt. Nachdem alſo der Geſetzgeber das Erbrecht der Deſcendenten vielleicht auch der Aſcendenten als ſelbſtverſtändlich vorausgeſetzt und die Collateralen 71001 abgehandelt hat, geht er auf das ysvos des Verſtorbenen, auf die Linie der Aſcendenten zurück, um die mütter⸗ lichen Verwandten in ähnlicher Reihenfolge aufzuzählen. Sollte dennoch jemand an dieſer Bedeutung voneνοs Anſtoß nehmen, ſo könnte man αoνeis oderyovscs emendiren; denn yoreie paßt ebenſogut auf die 1τ³⁴εα αeειιμιν wie auf den Verſtor⸗ benen. Verfehlt ſcheint mir Reiske's Conjectur: 0ῦXwνos, was zunächſt nur die erſte Klaſſe bedeuten könnte, die der Brüder und Bruderskinder, oder bei ſehr ge⸗ künſtelter Auslegung die dieſer Klaſſe entſprechende der mütterlichen Verwandten; verfehlt auch die Ueberſetzung principium generis,¹¹²) da es ſich hier um keinen Anfang und kein Ende des Geſchlechtes handelt, ſondern um die stirps, von der man ſich entfernt hat.

¹1⁰°) Vgl. oben über das Erbrecht des Vaters, wo Bunſen ein ſolches annimmt, Gans nicht.

¹11⁰) Bunſen d. j. her. Ath. p. 34. Dagegen Platner Heidelb. Jahrbb. Nr. 74, S. 1174.

¹¹¹) Bunsen, p. 6. peo et in universum totam quandam familiam gentemve et cognationis rationem vel gradum indicat(vgl. ενꝙτα τmευeνια, peros dναενον*). Proprie tum homines stirpe sive generando quasi linea recta inter se nexi pewos efficiunt. und p. 31. annot. 69.

¹1¹1¹) Vgl. a. Pariſer Ausgabe und Ueberſetzungen von ard zaðrd aodmee ff. et arbitros facit de- functi consobrinos a parte materna eodem ordine atque in consanguineis paternis iſt ungenau, weil man meinen könnte, es handle ſich hier blos um consobr. und nicht zunächſt um den mütter⸗ lichen Halbbruder. Reiske hat's im Folgenden erklärt. Vgl. a. Schömann zu Reiske's Ueber⸗ ſetzung von§. 6.