Aufsatz 
Bemerkungen zu einigen Reden des Isaios
Entstehung
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20.

dem Waiſenkinde nach Stratokles Tod verſprochen habe. Gegen dieſen Vorwurf der xκαασιςσα vertheidigt ſich nun unſer Redner. Im Voraus kann hier ſchon bemerkt werden, daß der Sohn des Theopompos, Makartatos, wegen derſelben Erbſchaft von Demoſthenes in ſeiner bekannten Rede zu Gunſten des Eubulides(III), des Sohnes der Phylomache, (II) angegriffen wird.

Wie ſchon oben bemerkt, läßt ſich aus dieſer Rede manches für ein Erbrecht der Mutter nach dem Ableben des kinderloſen Sohnes anführen. Bunſen*⁰³) hat auf Grund des§. 30: xεν α³eν ou en d τοε‿ιο μιννν Tακαάν ον νεoνναεερσε, 0 5 u* S νεέ̈νοο iον αἀ⁵νεμιννιοων ei τα ν, dad, 10010 d, el 1νqõSεπ-fjoilero b1o,* Ayviov*dxαeνοννμeπνν, τοοσπννουνOe ʒαmς,/Qẽ¶ᷣzmνe dyνiοστesαẽ roν αάeiſ visos ff. behauptet, noch dieſen Worten ſei es unzweifelhaft, daß in der Klaſſe der Verwandten von mütter⸗ licher Seite die Mutter des Verſtorbenen nach deſſen Halbbruder 9 uοεα erbe. Dagegen beruft ſich Gans nach Jones auf§. 17: 5eνꝓꝓyεᷣνε̈αααιονιμιννν τ gußPst Trdννννπν εν uœxς dνσεεxςα ενοοννςα οdxæ Eoriv, und ſagt:Die dyνorela iſt ein durchaus feſtes Verhältniß, nicht ein relatives. Wenn geſagt wird, der690s habe keine ayx., ſo heißt das, er habe kein Erbrecht überhaupt, nicht, er komme erſt ſpäter im Erbrecht an die Reihe. Hierin ſcheint jedoch Gans zu irren; denn adyx. iſt gerade ſehr oft ein relativer Begriff, wie mehrere Stellen¹⁰˙*) beweiſen. Der Schluß, den Gans macht:Da die mütterlichen Verwandten nach den väterlichen kommen, die Mutter aber kein Erbrecht hat, ſo folgt daraus, daß die Mutter nicht zu den mütter lichen Verwandten gerechnet wird, beweiſt alſo nichts, da die eine Prämiſſe nicht richtig iſt. Der Zuſammenhang, in dem unſre Stelle ſteht, ſcheint ebenfalls für Bunſen zu ſprechen. Warum betont der Redner ſo ſehr das? Warum ſagt er ausdrücklich, nach den dνεαμ παά‿dες τοισνι παατo kämen die Verwandten 110 10 60 Die Er⸗ klärung von Gans: der Redner wolle hier keine genaue Succeſſionsliſte entwerfen, ſonſt hätte er ja auch die Mutter des Hagnias als zweites Geſchwiſterkind in der Klaſſe der väterlichen Verwandten vor Glauko anführen müſſen, genügt ebenfalls nicht. Gans vergißt nämlich, daß ſchon oben*) von der Mutter als aατeiμᷣ œαs die Rede war und der Sprecher dieſen Punkt als bekannt annimmt, und überſieht, daß Iſ., nachdem er einmal zu den Verwandten 100 G 11οο⁸ übergegangen, ſehr genau die Reihenfolge dieſer angibt, indem er hinzufügt, das Erbrecht hätte die Mutter, wenn dieſer(Glauko) nicht wollte. Warum aber, könnte man fragen, ſoll Glauko vor ſeiner Mutter erben? Vielleicht deshalb, weil die Söhne auch die Pflicht hatten, die Mutter zu erhalten. Wenn Gans ferner ſagt, er ſehe nicht ein, warum die Mutter erben ſolle, wenn der Vater kein Erb⸗

¹⁰6) Vgl. Bunſen d. j. h. Ath. p. 23, 24, 25. Bunſens Anſicht: die Mutter des Hagnias habe zuerſt als dνενυιμα πœαes und dann als Mutter proceßt, iſt nicht richtig. Platner, Heidelb. Jahrbb.

¹1⁰6) Gans, Erbrecht S. 371 375. Jones Comment p. 183.

¹1⁰7) Vgl,§. 18, 19, 29 ff. 6

108) Vgl.§. 17.