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kann man, da nirgends ſonſt eine Feindſchaft zwiſchen Chaireſtratos und Androkles be⸗ ſonders wegen des Teſtamentes erwähnt wird, daſſelbe wie bei Philoktemon einwenden. Trotzdem möchte ich dieſen§. ¹⁰˙²⁴) nicht für verdächtig oder unächt halten, da er eine noth⸗ wendige Begründung des Vorhergehenden enthält; ſondern entweder annehmen, daß wir hier etwas Neues über die Familienverhältniſſe erfahren, oder vielleicht abſichtlich vom Redner ein Hyſteron für ein Proteron hingeſtellt wird.
Zur Rede über die Erbſchaft des Hagnias.
Hagnias(I), der Großvater desjenigen Hagnias, um deſſen Erbſchaft es ſich in unſrer Rede handelt, war der Sohn des Buſelos, ¹*⁰*²³) hatte mehrere Brüder: Eubulides, Stratios, Habro und Kleokritos, einen Sohn Namens Polemo und eine Tochter Phy⸗ lomache, welche beiden(Polemo und Phylomache) alſo mit den Kindern des Eubulides (Philagros) und des Stratios(Phanoſtratos und Charidemos) Geſchwiſterkinder, τεννο ex œοαες, waren. Die Kinder dieſer Geſchwiſterkinder: Theopompos und Stra⸗ tokles, Söhne des Charidemus; Stratios(II), Sohn des Phanoſtratos; Hagnias der Jüngere und eine ſonſt unbekannte Tochter, Kinder des Polemo und der Schweſter des jüngeren Stratios; Eubulides(II), Sohn des Philagros und der Phylomache, waren alſo unter ſich zweite Geſchwiſterkinder, Ʒνενιμιαραα.¹*³) Außerdem aber war Eubulides(II) durch ſeine Mutter Phylomache, der Schweſter des Polemo, mit deſſen Sohn Hagnias(II) Geſchwiſterkind(reruds ςι ιe³ο⁶⁷π); und weil die Mutter des Hagnias(II) nach dem Tode Polemons ſich wieder verheirathete, bekam Hagnias(II) noch 2 Halbbrüder, Glauko und Glaukos. Nach dem Tode des kinderloſen Hagnias(II) kommt ſein Vermögen in Folge eines Teſtamentes an Hagnias' Schweſter und nach deren Tode an den Halb⸗ bruder Glauko. Dieſem macht aber Eubulides(II)**⁴) und nach deſſen Tode Phylo⸗ mache oder die Vertreter(·ν³) derſelben die Erbſchaft ſtreitig, indem ſie das Teſta⸗ ment anfechten, und dringen auch durch. Aber auch dieſe ſollte ſich nicht lange des Be⸗ ſitzes erfreuen. In einem Proceß, in dem die Mutter des Hagnias, die zugleich 2. Ge⸗ ſchwiſterkind deſſelben war, und Theopompos mit Stratokles und Stratios als Erbbe⸗ rechtigte gegen jene Phylomache auftreten, bleibt Theopomp Sieger und erhält, nachdem Stratokles und Stratios ſchon vor Beginn der eigentlichen Verhandlung geſtorben waren, die ganze Erbſchaft. Dieſen, der zugleich Vormund des Sohnes des Stratolles iſt, klagt der Mitvormund der Vorenthaltung der halben Erbſchaft an, weil Theopompos mit Stratokles ausgemacht, im Falle des Gelingens die Erbſchaft zu theilen und die Hälfte
1⁰¹) Cod. Z. hat ihn nicht.
¹⁰²) Vgl. Demoſth. geg. Macart. p. 1055.— Schömann prooem.(S. 448).
¹⁰³) Bgl. Schöm. und Bunſens Stammtafel des Buſelidiſchen Geſchlechtes und Schöm. Anmerkung über Stratios den Jüngern.
¹⁰⁴) Demoſthen. p. 1063..


