Aufsatz 
Bemerkungen zu einigen Reden des Isaios
Entstehung
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worden. Trotzdem denke ich mir, da jede Diamartyrie ¹⁵⁹) eine auf Zeugenbeweiſe ge⸗ gründete ſofort klare Einrede und Proteſtation gegen ein rechtliches Anbringen und deſſen Verhandlung vor Gericht iſt, dieſe Diamartyrie ſo: Androkles hat als Vormund des älteſten deſſen Aechtheit auf Grund jener Einführung in die Phatrie beſchworen; denn dieſe war ja hauptſächlich beweiſend, wenn ſie unter normalen Verhältniſſen zu Stande gekommen. Das Schriftſtück, in dem das ed gyrotc und das Genauere ſtand, war nicht mehr da, und die Phratoren konnten die Einführung nicht leugnen, wenn ſie vielleicht auch jetzt einſahen, daß ſie hintergangen waren. Antidorus hatte vielleicht den zweiten Alkeſohn alsmos bezeugt. Jedenfalls wäre es auffallend, wenn dieſe geriebenen Leute ihre Sache dadurch verdorben hätten, daß ſie jene Einführung des älteſten nicht für dieſen allein ausbeuteten, ſondern den jüngeren, deſſen Aechtheit doch ſchon ſchwerer zu beweiſen war, mit hereinzogen. Der Redner freilich ſpricht mit Vorliebe von zweien, um den Richtern zu bedenken zu geben, mit welcher Kühnheit Androkles und Genoſſen be haupten, beide ſeien ächt, da doch anerkanntermaßen nur der älteſte und der nur bedingt, in die Phratrie eingeführt worden ſei.

§. 55. 1! H( uꝭ να ουνεπνιννοσ‿εᷣνσαςν τνςι τον Ebxrijuoros TOrμασι οαũνu duiε‿το‿εάσο old εο αμee⁶de E.

Reiske bemerkt zu dieſer Stelle: aut ισα sufficiendum huic vocabulo(vOννααακ* aut ambo sic copulanda sunt: raοσ xæηαl(z/ονμαα); nam cur alias oc ο di- xisset? Auch Schömann nimmt an dem 10/ αιαα Anſtoß und bemerkt: Pronomen roντι non alium hoc loco designare potest, nisi eum, qui modo nominatus est, Philocte- monem, itaque zoic oοιαα on posse cum 1oι⁵ componi apparet. Itaque vyiοαο, non zoruxot, ab Isaeo scriptum fuisse suspicor. Ganz über⸗ gangen wird 105&αdosg in der Ueberſetzung der Pariſer Ausgabe: et ipsi et Eucte- monis facultatibus insidians. Verſteht man unter ν Philoktemon, ſo ſehe ich keinen Grund, warum man 10/&αοσα nicht als die Verwandten des Philoktemon, Chaireſtra⸗ tos und Phanoſtratos, erklären ſollte. Die 2 Dative vovντν καά oνς αος hängen ſelbſt⸗ verſtändlich von geenr,ouleucœs ab, und 1oie oiναο iſt als dat. incommodi zu diεοe⁷άαο zu ziehen oder vielleicht auch noch logiſch von c‿νm⁵⁵. regiert; ſo glaube ich kaum, daß die grammatiſche Conſtruction angefochten werden kann. Eine andere Frage iſt freilich die, ob der Sinn dieſer Stelle mit den ſchon mitgetheilten Familienverhältniſſen ſich in Einklang bringen läßt. Daß ſchon Philoktemon unangenehme Auseinanderſetzungen mit Androkles gehabt habe, darüber belehrt uns der Redner in ſeiner ausführlichen Er⸗ zählung nicht; denn er läßt ja Androkles und Genoſſen erſt nach Philoktemon's Tode als Ränkeſchmiede auftreten. Zu Lebzeiten des Sohnes hat nur Alke einen ſchlimmen Einfluß auf den Vater, und der ſchon beſprochene Güterverkauf wird als erſt nach Auf⸗ hebung des Teſtamentes, das faſt noch zwei Jahre nach des Sohnes Tod gültig war, geſchehen ausdrücklich erzählt. Verſtehen wir aber unter zourg den Chaireſtratos, ſo

¹1⁰⁰°) vgl. Platner I., 163.