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vielſach übereinſtimmen, ſo braucht man deßhalb doch noch nicht zu meinen, die griechiſche Tutel gleiche in allen Punkten der römiſchen. Bei den Römern beſchränkten ſich, nach⸗ dem die tutela ein Amt geworden war, die Rechte und Pflichten des Vormundes auf die negotiorum gestio und auctoritatis interpositio; bei den Griechen war der Vormund Stellvertreter des Vaters, der nicht bloß als Geſchäftsführer das Vermögen des Mündels verwaltete, ſondern für die geiſtige Pflege und Erziehung ebenſo zu ſorgen hatte, wie für die körperliche. Da ferner bei den Griechen die Rechtsbegriffe und die Rechtsſphären nicht annähernd jene juriſtiſche Schärfe und Abgrenzung der Römer haben, iſt es wohl auch bei dieſem Verpachtungsgeſchäfte denkbar, daß der Archon die Stelle des römiſchen Curator vertrat, um das Intereſſe der Mündel zu wahren, indem man vielleicht noch dazu von der Anſicht ausging, die Vormünder ſeien durch die beſtellten Hypotheken und die abzulegende Rechenſchaft zu einer möglichſt gewiſſenhaften Geſchäfts⸗ führung faſt gezwungen. Es iſt daher durchaus nicht nöthig, das durch die beſten Hand⸗ ſchriften geſicherte suloονντο⁵⁶) mit Reiske in 2uiνο zu verwandeln; die Schwierig⸗ keit bliebe ja doch ſelbſt nach dieſer Correctur für Reiske in ιασωωραα. Sind demnach die&τorννμαœαάνα die von den Vormündern zur Sicherheit der gepachteten Mündelgüter beſtellten Hypotheken und dieſe nach dem Sinne der ganzen Stelle Theile des Eukte— moniſchen Vermögens, ſo iſt der Gedanke folgender: Den einen Theil haben ſie wahr⸗ ſcheinlich hinter dem Rücken des Greiſes als Mündelgüter heim Archon angegeben, indem ſie vielleicht— wenn dieſe Vermuthung geſtattet iſt— Euktemon gegenüber nur von Verpachtung im allgemeinen ſprachen und ihm die Mühe der Vermögensverwaltung ab⸗ zunehmen unter dieſem Scheine ſich erboten; mit dem andern Theile beſtellen ſie die Hypotheken entweder ſo, daß ſie im Namen des Euktemon pachten und dieſer die Hypo⸗ theken gibt, oder den Greis überreden für ſie, als die Pächter zu bürgen“**), oder daß ſie dieſe Güter, deren Beſitz ſie irgendwie erſchlichen haben, bei den Apotimeten als die ihrigen ausgeben. Auf dieſe Weiſe haben ſie als Vormünder die ſogenannten Phi⸗ loktemoniſchen und Ergameneiſchen Güter, das heißt deren Verwaltung, alſo hier hier zu⸗ nächſt den Pachtzins in Händen; als Pächter die r900000, der Güter, auf die es ihnen beſonders ankommt. Ob ſie aber den Pachtzins richtig bezahlen, darüber führen ſie ja ſelbſt Rechnung; und würden die Mündel oder ſonſt jemand über nicht richtig eingelau⸗ fenen Zins und ſchlechte Verwaltung der Mündelgüter ſich beſchweren, ſo verwieſen ſie jene Forderung auf die Apotimemata, mit denen die Vormünder ſich im Namen der Mündel bezahlt machen konnten.
§. 45. Ku εl ιν õts disrοe‿ναο—νιινννᷣάα τοꝛι oklxoονs, 00% dν du 7„ 10⁷0*ε aφσ⁵νρνσeν νιηęε deοxνεοοτοννι⁵ωνιιυννQυι Fsꝛe⁵αστ⁶ννoσςι ιςεν αά*ανς ττιοσννν 05& dμσ–⁵νυασσ⁸εονμmηαηαάsμι‿⁵ τιπε εππέειοννõ—ʒν,ςαφeάꝙiαν—τιοσmνινέαεεννεννάκ 1ouous&v νιvνιον, obs nlεe diπεᷣxνειοοτονσσ. Der Redner beruft ſich auf (§. 36, 37) einen früheren Urtheilsſpruch, in Folge deſſen jene beabſichtigte Verpachtung eingeſtellt worden, und folgert daraus, daß eigentlich ſchon damals die heutige Frage zu
⁵⁶) Vgl. Schömann zu§. 36. *⁷) Vgl. Schömann. 7


