Aufsatz 
Bemerkungen zu einigen Reden des Isaios
Entstehung
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Wenn wir nun das bisher Geſagte zuſammenfaſſen, ſo kommen wir zur Schluß⸗ folgerung: Inſofern das Erbrecht des Vaters aus den beſprochenen Stellen erwieſen werden ſoll, können wir Bunſen deßhalb nicht beipflichten, weil er eine irrige Anſicht ſo⸗ wohl von der Erbſchaft als auch von den Gütern des Philoktemon zu haben ſcheint, mithin von einem erbenden Vater ſchwerlich die Rede ſein kann.

Für ſchwächer halte ich das aus dem Soloniſchen Geſetz entlehnte Argument.*) Denn wenn auch ſehr häufig 1b rrgs für ſich ſtehend den Vater des Verſtorbenen, wie 190G u*rs die Mutter desſelben bezeichnet, ſo meine ich doch, man würde am einfachſten den Ar⸗ tikel von alsihr auf die zunächſt ſtehenden ³ec beziehen.*) Auch die allgemeinen Gründe, die Platner für das Erbrecht des Vaters anführt, wonach der Vermittelnde*⁸³) vor dem Vermittelten, alſo der Vater vor Brüdern und Schweſtern erben müſſe, haben als ſolche wohl ihre Richtigkeit und bei anderen Völkern ihre Berückſichtigung gefunden:**) für uns be⸗ weiſen ſie, ſo lange kein klares Geſetz und keine unwiderleglich beweiſenden Fälle als Belege dienen können, nicht mehr als die Gegengründe von Gans, der alle Aſcendenten von der Erbfolge deshalb ausſchließt, weil in Attika der Erbe entweder Sohn oder gleichſam Sohn ſei, der die Vereinſamung des Hauſes ⁵⁴⁹) verhüten müſſe, das attiſche Erbrecht ſomit auf einer Einkindſchaft beruhe und den Vater ꝛc. ausſchließe. Daß bei der Er⸗ wähnung der Pflicht der Kinder, die Eltern zu ernähren, nicht von dem Erbrechte dieſer geſprochen wird, beweiſt weder für noch gegen Bunſen. Der Streit harrt alſo noch ſeiner Entſcheidung.¹)

Nachträglich könnte noch eine Ungenauigkeit in der Bunſen'ſchen Erklärung des §. 26 erwähnt werden. Er ſagt: ut duos liberos, quos ex Alce natos susceperat legitimos factos in illorum, Ergamenis atque Philoctemonis bona adoptändos curaret. So lange Philoktemon lebte, hören wir nur von dem älteren Alkekinde,*²) daß es nach langem Widerſtreben des Philoktemon in die Phratrie**) unter der Bedingung, ein Gütchen nach Euktemons Tod erhalten zu dürfen, eingeführt worden iſt; überhaupt iſt anfangs von dem zweiten Sohne gar nicht die Rede. Was nach Philoktemon's Tode von Euktemon in Hinſicht der Legitimation des 2. Kindes geſchehen, erfahren wir nicht. Jedenfalls iſt ſehr zweifelhaft, ob der kranke Greis bei der Adoption*¹) der beiden irgend⸗ wie mitgewirkt hat; und wenn Androkles und Genoſſen nach Euktemons Tode beide als

²⁶) Vgl. Demoſthenes p. 1067. Ooris dr α Fõuεέανεe οο dmoddꝝν, dde uter naidas earalenn Sudelas, 0dν rœæντmiο, deν ε νν, roude zuotoue elrc éονudᷣru dde ute ddedο μ̈οωνπ duοndroPss val ddr aec 35 4⁴ε⁴ρν prnſιοm ry 70⁰0.τ uoοσ Aayxdνεέν

²ꝛ) Vgl. Gans a. a. O. S. 370, d. letzte Grund(370 u. 371) iſt nicht ſtichhaltig.

²⁵) Vgl. Heidelberger Jahrbb. 1814, Nr. 74. S. 1177.

²⁹) Vgl. Marezoll, Inſtitutionen§. 204, 205, 206. Succeſſion nach der Novelle Nr. 118 u. 127.

8⁰) Gans, Erbrecht. Bd. I. S. 410 ff.

³¹) Vgl. Gans, Erbrecht S. 366 verglichen mit der Rede über Ciron. Erbſch.§. 32.

) Vgl.§. 23 u. 26.

⁵³) Vgl. Platuner, Beiträge zur Kenntniß des attiſchen Rechts S. 119:dieſes Kind hat alſo nur Mo⸗ bilien erhalten iſt nicht genau.

*) Vgl. Platner, Heidelb. Jahrbb. 1814, Nr. 75, S. 1194.