Aufsatz 
Bemerkungen zu einigen Reden des Isaios
Entstehung
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Wege, wie ſie größeren Vortheil ziehen und beſonders einen gewiſſen Rechtsanſpruch auf das Vermögen für den Fall des Ablebens des Euktemon ſich erwerben können. Nachdem alſo der Greis bereits bettlägerig und faſt unzurechnungsfähig geworden, übergeben die beiden dem Archon ein Schriftſtück, eine Teſtamentsurkunde, in der angeblich die unmün⸗ digen Söhne der Alke von Philoktemon und Ergamenes adoptirt und zu Erben eingeſetzt, ſie ſelbſt, Androkles und Antidorus, zu Vormündern jener ernannt ſind; ſie verlangen zugleich, daß die Güter als Waiſenvermögen theils verpachtet, theils als Pfänder, Hypo⸗ theken beſtellt werden*) und zwar in der Abſicht, wie der Redner hinzufügt, damit ſie ſelbſt pachten und die Hypotheken noch zu Lebzeiten des Euktemon gemacht werden. Der Archon geht merkwürdiger Weiſe auf ihre Ränke ein; die Verpachtung geſchieht, wird aber auf eine den Verwandten, Töchtern und Enkeln gewordene Anzeige hin durch richter⸗ lichen Beſchluß verboten. Endlich ſtirbt der Greis im Alter von 96 Jahren. Sein Tod wird von Alke und Genoſſen ſo lange geheim gehalten, bis das Haus ausgeplündert iſt; der Leichnam wird nicht beſtattet; ja man wagt ſogar, die Frau, die Töchter, deren Männer und ſonſtigen Verwandten, die die Todesnachricht zufällig vernommen, gewaltſam abzuhalten, dem Verſtorbenen den letzten Liebesdienſt zu erweiſen.

Bald ſtellt ſich heraus, daß das halbe Vermögen veräußert iſt.) Bei dem nun entſtandenen Rechtsſtreit begründet Chaireſtratos oder vielmehr für ihn ſein Vater Pha⸗ noſtratos und der Sprecher ſeine Anſprüche auf den Nachlaß des Euktemon durch das Teſtament. Wäre nämlich, ſo führt er aus, Philoktemon am Leben geblieben, ſo wäre natürlich dieſer der Erbe ſeines Vaters; da aber Philoktemon geſtorben und Chaireſtratos von ihm adoptirt und ſomit deſſen Rechtsnachfolger iſt, ſo iſt er, wie es Philoktemon geweſen wäre, der einzige Erbe des Vermögens. Dieſe Anſprüche reicht Chaireſtratos in einer Klageſchrift ein und verlangt auf dem ſogenanntengeraden Prozeßwege den Zuſpruch(&mι⁶εικααναα.) Die Gegner laſſen ſich aber auf dieſen Rechtsgang nicht ein. Nachdem nämlich Androkles es einmal verſucht hatte, die Wittwe des Chaireas als Erb⸗ tochter(&nt⁴lνο) mit einem Fünftel des Vermögens durch Richterſpruch zu erhalten, in dieſem Prozeß aber ſachfällig geworden war, legt er?*) jetzt in der Vorunterſuchung (&νκα̈ οιας) eine ſogenannte dαααρενοσεα ein, d. h. im römiſchen Sinne eine exceptio, Einrede, in der er unter Beibringung von Zeugen eidlich ausſagt: Jenes Kind iſt ein rechtmäßiger Sohn*)(v*αιαοο) des Euktemon aus der Ehe mit Kallippe, der Tochter des Piſtoxenos; es ſind alſo die Anſprüche aller Uebrigen nichtig und die Erbſchaft d᷑νentdtxos unanfechtbar; Philoktemon hatte entweder kein Teſtament gemacht oder ein ſolches nicht machen dürfen, die Adoption des Chaireſtratos iſt alſo nicht gültig. Die uns von Iſaios

5⁴)§. 35 ff. Die Erklärung dieſer Stelle folgt unten.

5) Todadra εν roirur Toiuara x 1j oiwtas xοσ&οντε, roαννπνν Jοdoid n⁵ οασινέκννν ενν 1 ν

xoures, Iri ϑε τ⁴ς οσσιdοα τ⁴ες εν εμινιν τ οrν perousras doαœτss ff.

56) Aagörros 1 Xalοοεοαᷣον να euo 1od νν⁷οι, dursoau ναν ε Houloukyn ενυ⁶ννι sleε⁴ονre ele oude, ei Pdνοrro dixadreo Aeror, e ziieor ff.

⁵7) Nach Anſicht Anderer legten beide, Androkles und Antidorus die Diam. ein.

58) Oder jene Kinder, wie andere meinen.