Aufsatz 
Lernstoff für den chemischen Unterricht in der Sekunda der Landwirtschaftsschule zu Weilburg
Entstehung
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Umkriſtalliſieren erhalten wir aus dieſer Löſung lange nadelförmige Kriſtalle. Aus der Lö⸗ ſung derſelben können wir durch Kalkwaſſer Ammoniak frei machen. Dabei trübt ſich die Flüſſigkeit durch ſich bildendes Calciumſulfat. Das Ammoniakdüngeſalz beſteht alſo zum größten Teile aus ſchwefelſaurem Ammoniak.

Es wird aus dem in den Leuchtgasfabriken, in bedeutend größerer Menge aber in den Kokereien erhaltenenGaswaſſer hergeſtellt. Deſſen Geruch deutet ſchon auf ſeinen Ge⸗ halt an Ätzammoniak. Auf Zuſatz von Schwefelſäure zum Gaswaſſer entweicht Kohlendioxyd und Schwefelwaſſerſtoff. Es enthält alſo beſonders Ammoniumhydroxyd, ⸗ſulfid und ⸗karbonat.

Setzen wir Kalkmilch zum Gaswaſſer, ſo vertreibt die Kalkbaſe alles Ammoniak, und wir können es in Schwefelſäure auffangen. Auf ähnliche Weiſe wird das Ammoniakdünge⸗ ſalz auch im Großen hergeſtellt. Das im Handel vorkommende enthält etwa 95% Ammo⸗ niumſulfat(darin gegen 20% Stickſtoff).

Das ſchwefelſaure Ammoniak darf nicht mit Düngekalk oder mit Thomasmehl vermiſcht werden, da durch deren Kalkgehalt Ammoniak frei gemacht wird. AÄhnlich bewirkt eine Bei miſchung von Aſche einen Stickſtoffverluſt, da die in derſelben enthaltenen Alkalikarbonate das flüchtige Ammoniumkarbonat neben Alkfaliſulfaten entſtehen laſſen. Mit allen anderen Düngemitteln darf es ohne Nachteil gemiſcht werden.

18) Was iſt Peruguano?

Er beſteht aus einer gelbbraunen, feuchterdigen Maſſe, die mit leicht zerreiblichen, weißlichen Klümpchen untermiſcht iſt. Sein Geſchmack iſt ſalzig, ſein Geruch ammoniakaliſch. Laugen wir ihn mit Waſſer aus und filtrieren, ſo hinterläßt das Filtrat beim Eindampfen eine größere Menge Salze. Auf Zuſatz von Kalkmilch entwickelt Peruguano ſtarken Am⸗ moniakgeruch. In dem wäſſrigen oder dem Salzſäure-Auszuge des Peruguanos können wir außerdem nachweiſen: Kali, Kalk, Magneſia, Phosphorſäure und Schwefelſäure.

Der Peruguano iſt aus den Ablagerungen tieriſcher Exkremente u. a. entſtanden, jedoch in ganz verſchiedenem Maße durch Waſſer ausgelaugt, ſo daß die Zuſammenſetzung der Peruguano⸗Sorten ſehr verſchieden iſt. Er enthält außer Ammoniakſalzen und anderen Stick⸗ ſtoffverbindungen verhältnismäßig viel Kaliſalze und Phosphate(lösliche und unlösliche). Er kommt entweder als roher Peruguano in den Handel und iſt dann nur von Steinen befreit und gemahlen. Oder als aufgeſchloſſener Peruguano, der zum Konſervieren der Ammoniakverbindungen, andererſeits aber auch zum Aufſchließen der Tricalcium- uſw. phosphate mit Schwefelſäure verſetzt iſt.

Peruguano darf nicht mit Düngekalk, Thomasmehl und Holzaſche vermiſcht werden, da hierdurch ähnliche Stickſtoffverluſte wie beim Ammoniakdüngeſalz entſtehen.

Die Futtermittel ſind entweder ſolche, die der Landwirt ſelbſt in ſeiner Wirtſchaft gewinnt, oder Abfälle einer Reihe von Fabrikationsbetrieben.

Von den erſteren wollen wir zunächſt auf ihre ſtoffliche Zuſammenſetzung unterſuchen:

Kartoffeln, Getreidekörner(Weizen), Hülſenfrüchte(Erbſe), Rübenarten(Runkelrübe). 19) Woraus beſteht die Kartoffel?

Beim Trocknen der Kartoffel entweicht viel Waſſer. Es hinterbleibt nur etwa 24% Trockenſubſtanz. Beim Verbrennen bleibt etwa 1% Aſche zurück. In letzterer über⸗ wiegen die Alcaliſalze.

Auf einer friſchen Schnittfläſche ſehen wir, daß das Kartoffelfleiſch aus rundlichen Zellen beſteht, welche beim Preſſen einen weißlich⸗trüben Saft abgeben. Unter dem Mi⸗ kroſkop erkennen wir, daß die Trübung des Saftes von weißen, länglichen, geſchichteten Körnchen herrührt, den Stärkekörnern, die im farbloſen Safte der von hellen Wänden um⸗ gebenen Zellen lagern.

Durch Zerreiben der abgewaſchenen Kartoffeln und Auspreſſen des dadurch erhaltenen Breies können wir den Saft abtrennen. Er färbt ſich dabei ſchnell dunkel, enthält alſo einen ſich leicht verändernden Stoff. Um dieſen zu erhalten, ſuchen wir den filtrierten Saft einzu⸗ dampfen. Doch fallen aus ihm ſchon vor dem Sieden(bei etwa 750) weißliche Flocken aus,

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