Aufsatz 
Festschrift zu der am 7. Januar 1897 stattfindenden Einweihung des Goethe-Gymnasiums in Frankfurt/M., hrsg. v. Lehrerkollegium
Entstehung
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gelegen haben. Diese aber waren mit der Übersetzung der Bibel ins Lateinische gegeben, als derenGeburtsland mit hoher Wahrscheinlichkeit Afrika zu betrachten ist, wie dieses denn überhaupt für die ersten Zeiten des Christentumsin der christ- lich-lateinischen Litteratur tonangebend war und jahrhunderte- lang mit seiner lateinischen Bibel den christlichen Gottesdienst beherrschte. Nun aber bildete naturgemäß das Alte Testament die erste, und lange Zeit die einzige Lektüre der christlichen Gemeinde. Es war daher ganz selbstverständlich, daß ein solcher Hebraismus von den punischen ÜUbersetzern bei ihrer zunächst mündlichen Übersetzung meist unbesehen ins Lateinische übernommen wurde wenn sie überhaupt so viel hebräisch ver- standen! Übersetzten sie aber, was wahrscheinlicher ist, gleich aus dem Griechischen der Septuaginta, so ist zu bedenken, daß sie diesen Hebraismus darin bereits vorfanden und nun von da in ihre lateinische Ubersetzung einführten, entweder weil sie überhaupt wörtlich aus dem Griechischen übertrugen, oder weil sie im Lateinischen keinen andern angemessenen Ausdruck dafür fanden, oder weil das Latein Afrikas, da es auf ursprünglich semitischem Boden erwachsen war, einer solchen Ausdrucksweise auf halbem Wege entgegenkam.

Hatten aber die hellenistischen Juden, welche seit 275 v. Chr. das Alte Testament ins Griechische(LXX) übersetzten, diesen Hebraismus meist unverändert beibehalten, so müssen sie entweder im Griechischen der mit den Phöniziern verkehrenden Küstenländer die von daher eingedrungene Wendung schon vor- gefunden, oder doch in den Fällen, wo sie sich ihrer bedienten, damit keinen Anstoß zu erregen gemeint haben. Die Fälle, wo sie jene beiden hebräischen Präpositionen nicht durch y oder eig oder andere Präpositionen wiedergaben, sondern einen bloßen Kasus dafür einsetzten oder sich sonstwie halfen, zeigen dann um so deutlicher, daß sie nicht blindlings buchstäblich, sondern dem beiderseitigen Sprachgeist gemäß übersetzen wollten, und daß sie die wörtliche Übersetzung unterließen, wenn es ent- weder gegen ihr eignes griechisches Sprachgefühl verstieß oder wenn zu befürchten war, daß sie von ihren Lesern falsch oder gar nicht verstanden werden könnten. Dieselben Rücksichten

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