Aufsatz 
Festschrift zu der am 7. Januar 1897 stattfindenden Einweihung des Goethe-Gymnasiums in Frankfurt/M., hrsg. v. Lehrerkollegium
Entstehung
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vaticinantem', anstatt eines späteren ‚servorum in modum- schließlich ‚in servos' gesagt worden wäre. Immer aber müßte man auch dann daran festhalten, daß dort ‚in servos nur heißen könnte: ‚wie wenn sie Sklaven wären', aber nicht: ‚als Sklaven, die sie waren Denn waren sie Sklaven gewesen, so durfte man dem Verres aus ihrer Kreuzigung auch keinen besonderen Vorwurf machen. Ebenso wäre es mit ‚in urbes:= ‚urbium in modum: denn jene Häuser und Villen waren ja nicht in der Absicht gebaut worden, daß sie wirklich ‚als Städte gebraucht würden, sondern nur in einer solchen Pracht und Ausdehnung, wie wenn sie Städte wären Übrigens haben wir bei Apulejus einen reichen Wechsel solcher Verbindungen auch noch:(III) in vicem coli, in insani modum Aiacis, in servilem modum, in modum ortivi Solis, in asini faciem(nach Eselsart) etc.

Wir haben es vielmehr bei dieser in dem angegebenen Sinne zu verstehenden sprachlichen Erscheinung mit einem Ein- dringling aus einem ganz andern Sprachstamme zu thun. Das aber ist der semitische mit seinem 2, namentlich dem bét essentiae'(im Ganzen gleich dem ‚in c. abl.), mit dessen Funktionen in den Übersetzungen zum Teil die der Präposition 5(im Ganzen gleich dem ‚in c. acc.*) zusammenfallen. Wir werden uns im Folgenden auf das Hebräische allein zu be- schränken haben, da dieses, wie wir gleich sehen werden, für uns hier zunächst allein in Betracht kommt.

Denn mag auch, nachdem Nordafrika römische Provinz geworden war, in Karthago etc. phönizisch bezw. punisch noch gesprochen worden sein oder nicht, so wird man doch annehmen dürfen, daß eine solche sprachliche Eigentümlichkeit einer Provinz über diese selbst nicht hinauszugehen brauchte, ganz gleich, ob sie auf einer bewußten Übersetzung von noch gültigem Sprachgut beruhte, oder ob sie mit einer nur mehr unbewußztten Nachwirkung früherer Sprachgewöhnung zusammen- hing. Überschritt sie aber die heimatlichen Grenzen, so hätte sie immerhin nicht gerade in die Schriftsprache einer andern Provinz einzudringen brauchen. Da sie dies aber gethan hat, so müssen besonders treibende Gründe zu einem solchen Über- tritt und Eintritt in das Sprachgebiet anderer Provinzen vor-