Aufsatz 
Festschrift zu der am 7. Januar 1897 stattfindenden Einweihung des Goethe-Gymnasiums in Frankfurt/M., hrsg. v. Lehrerkollegium
Entstehung
Einzelbild herunterladen

159

Erklärung dieser sprachlichen Erscheinung, so wie sie vorliegt, weder eine Ellipse von ‚mutatus u. dgl. anzunehmen, noch eine solche vonmodum u. dgl. Denn im letzteren Falle müßte doch das Substantiv, welches diese Art und Weise in sich darstellt, nach Weglassung von ‚modum noch im Genetiv stehen bleiben: so ist es wenigstens im klassischen Latein mit Verbindungen, wie in Dianae sc. templum. Das afrikanische Latein geht noch darüber hinaus, wenn es z. B.huiusmodi und eiusmodi für alle Kasus und Genera mit den verschiedensten Präpositionen gebraucht(in, cum, ab h. oder e.= gegen, bei, mit, von der- gleichen); es hat auch sonst solche Ellipsen ganz gern und macht es oft recht schwer, aus dem Zusammenhang das fehlende Wort zu ergänzen(z. B. bei Tertullian: ‚in creatoris sc. exem- plum, de virginis sc. natura, ad cuius sc. imaginem:). Sollte also dieses Latein nicht auch haben sagen können: in mortui sc. speciem', ‚in bovis sc. exemplum',in lapidis sc. naturam', wenn es sich nur um eine vergleichende Gegenüberstellung zweier Personen oder Gegenstände, um ein Nebeneinander der- selben hätte handeln sollen und es nicht vielmehr auf ein Ineinander derselben angekommen wäre? Denn daß das eine in das andere übergegangen und nicht mehr es selbst ist: das würde z. B. durch ‚Jupiter mugivit in bovem' ausgedrückt sein; daß das eine nun in dem andern steckt und dieses selbst ist: das würde durch ‚Jupiter mugivit in bove' ausgedrückt sein. Daß es für das fr. en' nicht darauf ankommt, welcher Kasus nach dem lat. ‚in gestanden hat, ist schon oben berührt worden.

Da also die Idee einer bloßen Vergleichung ausgeschlossen ist, so könnte man auch nicht Ausdrücke zur Erklärung dieser sprachlichen Erscheinung an sich heranziehen, wie Ciceros (Verr. I, 5, 13) ‚cives servilem in modum cruciati oder Sallusts (Cat. 12, 3) ‚domus et villae in urbium modum exaedificatae oder des Livius(V, 15, 4) ‚vetus Veiens, qui vaticinantis in modum cecinit. Sie würden nur zur Erklärung derselben inner- halb des lateinischen Sprachgebietes im besonderen zu ge- brauchen sein. Man könnte dann etwa sagen, daß durch eine Art von Attraktion der Kasus anstatt ‚in urbium modum schließ- lich ‚in urbes', anstatt ‚vaticinantis in modum schließlich ‚in