vielmehr darauf, daß die Königstochter zu dem sie auf seinem Rücken davontragenden Esel Schmeichelworte gesagt hatte, wegen deren er sie anwieherte(adhinnire) und ihre Füße in seiner Weise mit Küssen bedeckte(basiare). Solche etwas über die Natur gerade dieses Reittieres hinausgehende Gefühlsäußerungen bestätigen ihr nun nicht nur die Wahrheit gewisser Wunder- geschichten der Mythologie, z. B. des Phryxos Flucht auf einem Widder, der Europa Meerfahrt auf einem Stier, sondern lassen ihr auch ihre eigne Rettung so wunderbar erscheinen, daß sie in die obenstehenden Worte ausbricht. Mit diesen aber kann sie nur meinen:„Wenn Jupiter sich in einen Stier verwandeln konnte und nun als Stier brüllte, so kann auch in meinem wiehernden Esel ein Mensch oder Gott stecken“. Setzen wir in dem obenstehenden Satze ‚adhinnire“ anstatt ‚latere“ ein, So würden wir ganz gut beide Arten des Ausdrucks für, als(=½ ganz so)“ in ihm vereinigt finden und übersetzen können: Brüllte wirklich Jupiter ‚als Stier, dann kann auch ein Mensch oder Gott ‚als(mein] Esel' wiehern; das würde im Französischen heißen: ‚Si Jupiter a vraiment mugi en boeuf, un homme ou dieu peut aussi bien hennir en ane“ Aus den angeführten Büchern seien noch angeführt:(IID) ‚in avem sese plumaturam atque sic devolaturam= sie würde sich ‚als Vogel' befiedern und so— als befiederter Vogel— herumfliegen’; ‚si rursum asino remoto prodirem in Lucium= wenn ich nicht länger ein Esel sein müßte und wieder ‚als Lucius: aufträte“;(IV) ‚de iumenti qua- drupedis incurvo gradu rursum erectus in hominem— nach des Packesels gekrümmtem Gange wieder ‚als Mensch- aufrecht stehend und gehend'.
Wenn ich eben Verdeutschungen gebraucht habe, wie ‚ver- wandeln-in“, ‚stecken-in“, so ist das nur ein Notbehelf, um uns dieses in' einigermaßen zu erklären. Denn wenn jemand oder etwas in jemand oder etwas verwandelt ist, dann ist er nicht mehr das, was er vor der Verwandlung war, sondern eben das andere, also etwas Neues:— wie auch Ovid von seinen, Verwand- lungen’ sagt: ,in nova fert animus mutatas dicere formas cor- pora‘— und weil er nun in dem, was er geworden ist, erscheint, ist er auch das, als was er erscheint. Deshalb ist auch zur


