Aufsatz 
Festschrift zu der am 7. Januar 1897 stattfindenden Einweihung des Goethe-Gymnasiums in Frankfurt/M., hrsg. v. Lehrerkollegium
Entstehung
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prüfungen von fünf auf drei Tage, für die das Konsistorium die Gegenstände bestimmte, die Neuordnung der Prämien und Abschaffung der bis dahin jedem Versetzten ausgehändigten Preismedaillen, ¹) deren allerdings widerrechtliche Verleihung einst dem Knaben Goethe eine Freude bereitet hatte.

Am 31. März 1806 nahm Mosche, zum Direktor des nach Frankfurter Vorbild umzugestaltenden Katharineums nach der liberaleren Hansestadt Lübeck berufen, von seiner Vater- stadt Abschied mit einer Redeüber einige Vortheile, welche der Schüler einer öffentlichen Schule²) durch diese für sein folgendes Leben und dessen Verhältnisse gewinnt. Unter seiner stellvertretenden Regierung hatte das Publikum wieder Zutrauen zu der Anstalt gewonnen, deren Ruf er neu begründet hatte. Er wirkte, wie einer seiner Schüler nach seinem Tode 1816 in einem Briefe u. a. schriebwie durch die Kraft seines eigenen schönen Lebens, so besonders auch durch seine vor- treffliche Disziplin, mit der er die Einzelnen und das Ganze beaufsichtigte. Hierin besaß er eine seltene Kunst, die ihn so ganz würdig machte an der Spitze einer Lehranstalt zu stehen....... Grade dadurch drückte er seinen wirklich grossen Verdiensten um unser Gymnasium das Siegel auf und brach hierdurch, wie durch alles Andere, was er that und anordnete, die Bahn zu der vollendeteren Verfassung, dessen sich jetzo das- selbe erfreut u. s. f. Dies Fundament baute in schwierigen Zeiten das Organisationsgeschick eines Göttingers Fr. Chr. Matthiae ³)

¹) Vgl. Münzwerk von Joseph-Fellner 1896, Tafel 65 Nr. 1620 46, Text S. 533 ff.

²) Gedruckt bei Hermann 1806.(31. S. st. B.). Einen interessanten Vergleich bieten zwei Flugschriften aus dem Jahre 1798Uber die Privat- erziehung zu Frankfurt a. M., anonym, bei Eichenberg undSchreiben eines Bürgers von Frankfurt an den ungenannten Verfasser der Schritt über die Privaterziehung u. s. f. Jäger 1798.(St.-B.)

³) Der ältere Bruder des in der Geschichte der klassischen Philologie bekannteren August Matthiae. Vgl.August Matthiae in seinem Leben und Wirken zum Theil nach seiner eigenen Erzählung dargestellt von seinem Sohne Konstantin. Nebst einem lebensgeschichtlichen Abriß seines Bruders Friedrich Christian Matthiae(30. Dezember 1763 bis 21. März 1822). Quedlin- burg 1845.⸗Von letzterem, außer seinen Frankfurter Programmabhandlungen,