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erst Prediger in Hausen, seit 26. Februar 1795 collega tertiae classis, dann Prorektor(26. Oktober 1798), seit 1803 durch seines Lehrers Purmann Arbeitsunfähigkeit Konrektor, hat die Grundlinien für seine Frankfurter Gymnasialreform, die erste bedeutendere seit der Reorganisation durch Hirtzwig(1616 bis 1626), in drei pädagogischen Schriften vorgezeichnet, die eine edle Berufsauffassung, seltenen Freimut, tiefes Verständnis der Forderungen der neuen Zeit beweisen. In der richtigen Er- kenntnis, daß der Hebel an dem Grundpfeiler, der Disziplin, anzusetzen sei, besprach er diese Vorbedingung jedes Erfolgs in seinen noch heute wertvollen Abhandlungen„über Schul- disziplin in Gymnasien, besonders in Rücksicht auf den Geist unseres Zeitalters“, deren„4 Stücke“ die Ansprüche der Disziplin an Schüler, Lehrer, Eltern und Obrigkeit behandeln,(vergl. Prog. 1803 u. 1804).„Von dem Zweck, Umfang und der gegenwärtigen Einrichtung des hiesigen Gymnasiums“ berichtet sein Frühjahrs- programm von 1805. Damit die kleine Republik künftig ihre Gelehrten nicht immer vom„Ausland“ zu beziehen brauche, aber auch die„Ausbildung der wissenschaftlich zu unterrichten- den Nichtgelehrten aus den gebildeteren Ständen“ übernehmen könne, sollte das Gymnasium den Doppelcharakter einer„Ge- lehrten-“ und einer„höheren Bürgerschule“ tragen. Der Stoff des Unterrichts nahm an Umfang zu. Die neuen Lehrpläne(1805) führen nach langer Unterbrechung wieder„Mathematik“ ein, nehmen„Naturlehre“ ganz neu auf, betonen bei grundsätzlichem Vorrang des Lateinischen und Griechischen¹) die stärkere Hervor- hebung des Deutschen und der realen Fächer, den obligatorischen
¹) Latein soll getrieben werden bis zum„philologischen Verstehen“, bis zur Fähigkeit einer„Geist und Herz wohlthätigen Lektüre“, bis zum schönen Stil und zur Sprachfertigkeit, Griechisch soweit gefördert werden, daß es mit Leichtigkeit bis zu jedem Zweck fortgesetzt werden kann, den „äußerer oder innerer Beruf unseren Schülern auferlegt oder erlaubt“. Nur leichte deutsche Aufgaben wurden ins Griechische übersetzt, die umgekehrte ibertragung stand im Vordergrund. Die griechischen Lehrstunden waren so gelegt, daß man in einer höheren Klasse sein, aber die griechischen Stunden einer niederen Klasse besuchen konnte.— Zuweilen konnte sogar Pindar und Theocrit in den Kreis der Lektüre gezogen werden.


