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setzte ihn der Senat„unter Bezeigung der besonderen Zufrieden- heit u. s. f.“ in den Ruhestand. Mit schwindenden Kräften er- lebte er noch die politische Metamorphose seiner zweiten Heimat, die sieben Jahre fürstlicher Herrschaft unter K. v. Dalberg, der ihn mit der„goldenen Verdienstmedaille“ auszeichnete; er starb„mit der Hoffnung des möglich gewordenen Wiederauf- blühens der Stadt, der er eine so lange Reihe von Jahren hin- durch zu nützen gestrebt hatte“, am 11. Dezember 1813, wenige Tage vor der wiedergewonnenen Reichsfreiheit Frankfurts. Bis an sein Ende fand er Vergnügen daran, seine Gedanken, ernste und scherzhafte, in lateinischen Versen auszudrücken. Mit zitternder, kaum noch leserlicher Hand schrieb er, etwa zwei Jahre vor seinem Ableben, eine Art von Selbstbiographie„De vita sua“ in 203 Hexametern,¹) die vs. 125— 191 seine Auf- fassung von dem Schulbetrieb der klassischen Sprachen und den wechselnden Methoden wiedergeben.
Purmann ist für uns der Typus des gelehrten Schulmanns des vorigen Jahrhunderts. Bezeichnet seine lange Amtsführung im Vergleich zu dem Erbe, das er angetreten, immerhin einen Fortschritt, so ist das Wirken der Männer der neuen ra, die Thätigkeit eines Ch. J. W. Mosche ²) und F. Chr. Matthiae refor- matorisch zu nennen. Was der Schulreformator Mosche ange- bahnt, hat der Organisator Matthiae durchgeführt, beides durch- greifende Naturen, die hochbedeutende, von gleichem Idealismus beseelte Mitarbeiter anzuziehen wußten.
Mosche(5. November 1758 bis 19. Dezember 1815), der Sohn des Frankfurter Senior ministerii G. Chr. B. M. Mosche, ³)
Wird noch die Nachwelt Purmann's Namen ehren/ Und hoch sich freu'n, daß er gelebt.— 8. Was kann auch mehr des Lehrers Herz belohnen,) Wenn im Beruf so manche Last ihn drückt, /Und wenn der Thor aus stolzen Regionen/ Verächtlich auf den Schulmann blickt?— 9. Nur er muß, edlern Samen auszustreuen, Mit Kraft und Muth den sauern Kampf bestehn,/ Wenn Träge zu behaglicherm Gedeihen Sich auf dem weichen Sopha blähn! u. s. f.
¹) Abgedruckt Prog. 1814.
²) Über seine Druckschriften vergl. Kayser, Lexikon. Im G.-A. noch „Moscheana“ handschriftlich erhalten, Schulreden und nicht gedruckte Ab- handlungen.
²) Allg. deutsch. Biographie XXII(1885).


