Aufsatz 
Festschrift zu der am 7. Januar 1897 stattfindenden Einweihung des Goethe-Gymnasiums in Frankfurt/M., hrsg. v. Lehrerkollegium
Entstehung
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in das die Gesamtanstalt eintrat, möglichst abzukürzen. Alle Mängel, die früher zu beklagen waren, verschärften sich bei dem Andrang neuer Schüler, der notwendigen Vermehrung der Klassen und der Kompliziertheit der Leitung. Immerhin hat die Ubergangszeit noch fast fünf Jahre gedauert und die Geduld und Fügsamkeit aller Beteiligten noch auf manche Probe gestellt. Die höchste früher, im Jahre 1887, erreichte Schülerzahl ist im Sommerhalbjahr 1896 mit 677 Schülern überschritten worden; die Zahl der Klassen ist auf 20 gestiegen. Nicht wenige Schüler mussten trotzdem wegen Mangels an Raum abgewiesen werden, was zu mancherlei Unannehmlichkeiten führte. Um so freudiger und dankbarer begrüßen wir jetzt das Ende dieser unruhvollen Zeit. Ein schönes, glänzendes Gebäude, durch die Fürsorge und Freigebigkeit der städtischen Behörden und die Kunst eines hervorragenden Architekten, des Herrn Bauinspektors Frobenius in Charlottenburg, mit allen wünschenswerten Einrichtungen aufs beste ausgestattet, steht bereit, die eine Abteilung des Gymnasiums aufzunehmen, während die andere, die fürs erste noch in den alten Räumen zurückbleibt, sich bequemer ausdehnen kann, bis sich auch ihr ein neues Heim eröffnet.

Die städtischen Behörden haben, einem in Frankfurt ein- gebürgerten Brauche folgend, beschlossen, den beiden aus dem alten städtischen Gymnasium herauswachsenden Schulen aus- drucksvolle Namen zu verleihen. So erhält die Abteilung, die nach dem älteren allgemeinen Lehrplan unterrichtet wird, den Namen Lessing-Gymnasium; diejenige aber, die in das neue Gebäude übersiedelt und der die Aufgabe gestellt ist, den Frankfurter Lehrplan durchzuführen, wird den Namen Goethes tragen.

Indem das neue Gymnasium sich mit solchem Namen schmücken läßt, wird es sich zu Herzen nehmen müssen, daß es damit zugleich eine Aufgabe und eine Pflicht übernimmt: Möge sich das Leben in dieser Schule so entfalten, daß sich der alte Meister daran freuen könnte. Er, dessen Geist alles Werdende und Wachsende mit holder Liebe umfaßte, hat der Bildung und Erziehung des heranwachsenden Geschlechtes mit