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Klasse hinaufzurücken und den fremdsprachlichen Unterricht statt mit dem Lateinischen mit einer neueren Sprache einzuleiten. Zwar entschied sich die Konferenz in ihrer Mehrheit gegen eine solche Anderung; aber auch die Gegner erkannten an, daß Ver- suche in dieser Richtung unternommen werden müssten.
Eine Reihe von Umständen wirkte dahin zusammen, daß unter den Gymnasien unsere Anstalt zur Verwirklichung eines solchen Versuches ausersehen wurde. Der Herr Oberbürger- meister Adickes hatte die günstigen Erfolge beobachtet, die bei dem späteren Beginn des Lateinischen an dem Realgymnasium in Altona erzielt wurden, und er hegte den lebhaften Wunsch, die Wirkung eines solchen Lehrganges an einem Gymnasium erprobt zu sehen. Der Vorsitzende des Kuratoriums, Herr Stadtrat Grimm, brachte diesem Gedanken eine einsichtsvolle und thatkräftige Teilnahme entgegen, die von der Zustimmung der städtischen Behörden und der berufenen Vertreter der Bürger- schaft getragen wurde. Vor allem hatte ein beträchtlicher Teil des Lehrerkollegiums, darunter der Leiter der Anstalt, sich seit längerer Zeit mit dem Gedanken befreundet, daß ein solches Hinausschieben des altsprachlichen Unterrichts die beste Lösung der vielverwickelten Fragen des höheren Unterrichtswesens bringen werde; sie hegten die feste Zuversicht, daß diese Um- gestaltung eine Erfrischung und Belebung unseres ganzen Lehr- verfahrens herbeiführen und, weit entfernt den humanistischen Charakter der Anstalt zu gefährden, vielmehr eine eindringliche, freudige Pflege der alten Sprachen fördern werde.
So fand denn eine Anregung, die der Herr Unterrichts- minister Graf von Zedlitz bei einer mündlichen Besprechung gab, allseitiges Entgegenkommen. Ostern 1892, gleichzeitig mit der Einführung des neuen allgemeinen Lehrplans an den übrigen Gymnasien, trat der sogenannte Frankfurter Lehrplan an der einen Abteilung des städtischen Gymnasiums ins Leben. Die zweite Abteilung erhielt in Herrn Professor Dr. Baier einen besonderen Dirigenten, und es wurde zugleich die demnächstige völlige Trennung der Anstalt in zwei Gymnasien beschlossen.
Nunmehr kamen auch die Verhandlungen über den Neubau in schnelleren Fluß. Es war unabweisbar, das Provisorium,


