Aufsatz 
Festschrift zu der am 7. Januar 1897 stattfindenden Einweihung des Goethe-Gymnasiums in Frankfurt/M., hrsg. v. Lehrerkollegium
Entstehung
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Räume zum Unterricht benutzt werden. denen es an Licht und Luft mangelte.

Bis zum Jahre 1888 war das alte städtische Gymnasium das einzige unserer Stadt. Die Überfüllung, die vom Ende der siebziger Jahre an eintrat, führte zunächst zur Gründung einer neuen humanistischen Anstalt, des Königlichen Kaiser-Friedrich- Gymnasiums. Der wohlthätige Einfluß, den diese Schulgründung ausgeübt hat, machte sich nur kurze Zeit in einer Verminderung der Schülerzahl des städtischen Gymnasiums geltend; die Fre- quenz begann sofort nach 1888 wieder zu steigen und hatte mit Beginn des Schuljahres 1889/90 die Zahl 600 fast wieder erreicht.

Die oberen städtischen Behörden, insbesondere der damalige Herr Oberbürgermeister Dr. Miquel und der Vorsitzende des Kuratoriums, Herr Bürgermeister Dr. Heussenstamm, erkannten unter diesen Umständen die Notwendigkeit, daß dem Gymnasium. der ältesten städtischen Schule, ein geräumiges Schulgebäude zu teil werden müsse. Der Anregung die sie gegeben haben, und dem freundlichen Interesse, mit dem sie die Angelegenheit in die Wege leiteten, hat das Gymnasium ganz besonders die Förderung seiner äusseren Lage zu danken.

Im Jahre 1889 begannen die Verhandlungen über den Neubau. Im Verlaufe derselben aber tauchte die Frage auf, ob es geraten sei, für die zu einem vollen Doppelgymnasium ausgewachsene Anstalt, deren Ausdehnung noch nicht zum Still- stand gekommen schien, ein einziges Schulgebäude zu errichten. Alle pädagogischen Erwägungen, sowie auch die Beschlüsse der Schulkonferenz, die im Dezember 1890 in*Berlin stattfand, führten zu dem Entschluß, die Anstalt in zwei Gymnasien zu trennen.

Inzwischen war in der inneren Organisation der Schule eine Anderung eingetreten, die jene Trennung schon vor der örtlichen Scheidung herbeiführte. Die Dezemberkonferenz hatte zu lebhaften Erörterungen aller Fragen des höheren Schulwesens Anlaß gegeben, sie zum Teil vorläufig und im allgemeinen ent- schieden, zum Teil aber Anregungen gegeben, die über jene Entscheidungen hinausgingen. Zu den dort verhandelten Fragen gehörte unter anderen auch die, ob es rätlich sei, den Beginn

des altsprachlichen Unterrichts von der untersten auf eine höhere 1*