Aufsatz 
Festschrift zu der am 7. Januar 1897 stattfindenden Einweihung des Goethe-Gymnasiums in Frankfurt/M., hrsg. v. Lehrerkollegium
Entstehung
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zum Goldstein am grossen Kornmarkt, Ecke der Buchgasse, damals der Familie von Holzhausen gehörig. Während der längsten Zeit seines Bestehens, im ganzen dreihundert Jahre lang, erstmals von 1529 bis 1531 und dann vom 20. Mai 1542 bis zum Juli 1839, war das Gymnasium in dem alten Bar- füßer-Kloster angesiedelt, das aus Goethes anschaulicher Schilderung inDichtung und Wahrheit allgemein bekannt ist. Das Haus wurde abgerissen, um der jetzt sogenannten alten Börse Platz zu machen. Nur ungern verließ das Gym- nasium seinen ehrwürdigen Sitz. Waren die Gänge und Treppen auch dunkel und winklig, so scheinen die Schulräume selbst nicht so gar ungeeignet gewesen zu sein; offenbar waren sie besser, als in dem feuchten, dumpfen, lichtleeren Gebäude in der Predigergasse, dem Arnsbergerhofe, wohin das Gym- nasium nunmehr verwiesen wurde. Schon damals war ein Neu- bau geplant, aber die Verhandlungen verliefen ergebnislos. Endlich im Jahre 1876 wurde die Schule aus einem Zustande befreit, der bei der wachsenden Schülerzahl schließlich unerträg- lich geworden war. Doch erhielt das Gymnasium auch jetzt noch kein neues, für seine besonderen Zwecke erbautes Schulhaus; es mußte mit den Räumen vorlieb nehmen, die die Wöhlerschule verließ, um bald darauf ihr prächtiges neues Gebäude zu beziehen.

Das Gymnasium hatte 10 Klassen und nahe an 300 Schüler, als es in die Junghofstraße verlegt wurde. Für diese Zahl mochten die zur Verfügung gestellten Räume genügen, nicht aber, als nun die Anstalt in ihr stärkstes Wachstum eintrat und innerhalb von 10 Jahren bis auf 18 Klassen und mehr als 600 Schüler anschwoll. Ein Nebenbau wurde freilich im Jahre 1883 errichtet; er beschränkte den ohnehin schon kleinen Schul- hof noch mehr und konnte doch dem wachsenden Bedürfnis nicht genügen. Einrichtungen, deren sich alle nach dem Gym- nasium entstandenen hiesigen höheren Schulen erfreuen, wie Aula, geräumige Turnhalle, Zeichensaal fehlten, und die Leitung wie die Ordnung der Anstalt war durch die Verteilung der Klassen in verschiedene Gebäude recht erschwert. Auch wurde der Unterricht durch den Lärm der ringsum angesiedelten Ge- werbebetriebe oft schwer geschädigt, und es mußten teilweise