Aufsatz 
Hat Kaiser Friedrich I. vor der Schlacht bei Legnano dem Herzog Heinrich dem Löwen sich zu Füßen geworfen? Eine historisch-kritische Untersuchung
Entstehung
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Betrachten wir einige seiner Balladen und Romanzen im Einzelnen. so behandelt er würdevolle, ja Gegen- stände der höchsten Würde. Polykrates schaut von des Daches Zinnen stolz auf sein beherrschtes Samos und ruft dem königlichen Gastfreunde zu:Gestehe, dass ich glücklich bin. Alles geht ihm nach Wunsch, selbst sein höchstes Kleinod. der ins Meer geworfene Ring findet sich wieder; dochdes Lebens ungemischte Freude Ward keinem Irdischen zu Theil: ein schneller Sturz war ihm bereitet.Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn, ruft Dionys von Syrakus, als er die innigste Freundschaft sieht, die selbst bereit ist, für den Freund in den Tod zu gehen.Wer des Herrn Joch nicht trägt Darf sich mit seinem Kreuz nicht schmücken, so lehrt des Grossmeisters ernstgemessenes Wort den muthigen Drachenbesieger den Unterschied zwischen bloss eitlem Siegesruhm und christlichem Gehorsam; denn:

Muth zeiget auch der Mameluk Gehorsam ist des Christen Schmuck.

Wie erhaben ist diese Idee von dem christlichen Ordensritterthum:Der Pflichten schwerste zu erfüllen, Zu bändigen den eig'nen Willen gegenüber dem bloss weltlichen Siegesruhme dargestellt! Der Graf imGang zum Eisenhammer versinkt in tiefes Staunen und entsetzt vernimmt er aus des getreuen Fridolins Munde:Herr, dunkel war der Rede Sinn, Zum O0fen wies man lachend hin. Der ist besorgt und aufgehoben, Der Graf wird seine Diener loben.Nun, ruft der Graf und steht vernichtet, Gott selbst im Himmel hat gerichtet. Besinnungraubend, herzbethörend schallt in den Kranichen des Ibykus der Erinnyen Gesang, er schallt des Hörers Mark verzehrend und wie mit Blitzesschlage sind die Mörder zur Reue erschüttert und bieten selbst sich dar. Wahrlich:Vom Eumeniden-Chor geschrecket Zieht sich der Mord, auch nie entdecket, Das Loos des Todes aus dem Lied. Und alles Volk huldigt der furchtbarén göttlichen Macht, die oft geheime Verbrechen, hier den Mord, durch die Gewalt der Dichtkunst ans Sonnenlicht bringt. Wieder ist es die Macht des Gesanges, welche die Andacht und Gottesfurcht des edlen Grafen von Habsburg dem versammelten Volke lobpreisend verkündet:Und alles blickte den Kaiser an Und erkannte den Grafen, der das gethan, Und verehrte das göttliche Walten.

Besonders grossartig sind die Stoffe der dramatischen Werke, es sind historische, imposante Grössen, welche in schweren und verhängnisvollen Zeiten grosser Völker auftreten und auf das Schicksal der Gesammtheit entscheidend einwirken. Wallenstein, unerreichbar in seiner Feldherrngrösse, lässt sich zulezt durch die Leidenschaft beleidigten Stolzes, durch Rachsucht und Ehrgeiz selbst zum Verrathe gegen seinen Kaiser verleiten, undindem er dabei die grössere Hälfte seiner Schuld den unglückseligen Gestirnen zuwüälzt, ahnt er in seiner verhängnisvollen Verblendung das Schicksal nicht, welches seinem Verbrechen auf dem Fusse folgt;er ist mit sehenden Augen blind und je näher und sicherer er sich der geträumten Höhe dünkt, desto rascher beschleunigt sich sein Fall; dennmit des Geschickes Mächten Ist kein ew'ger Bund zu flechten Und das Unglück schreitet schnell. Welch tiefe Rührung ergreift uns über das Schick- sal der Königin Maria Stuart, wenn sie, von der egoistisch berechnenden, unversöhnlichen Elisabeth zum Blutgerüste ver- urtheilt, alle ihre Leiden und selbst den Tod als eine religiöse Busse für frühere Vergehungen übernimmt und zuletzt mit wahrhaft christlichem Heldenmuthe ganz gottergeben ausruft:Im Glauben meiner Kirche will ich sterben denn der allein ists, welcher selig macht. Einen gleich grossen religiösen Charakter schildert uns der Dichter in der Jungfrau von Orleans, der frommen Verehrerin der Himmelskönigin, die dem Hirtenmädchen erscheint und es zu drei- malen auffordert:Steh auf, Johanna! Lass die Herde; dich ruft der Herr zu einem anderen Geschäft. Und mit inniger Glaubensstärke spricht die Heldenjungfrau:Es geschehen noch Wunder. Durch eine zarte Jungfrau- wird der Herr sich verherrlichen; denn er ist der Allmächtige. Du wirst, sprach Er zu mir,Errettung bringen Frankreichs Heldensöhnen Und Rheims befreien und deinen König krönen. Und die Gottbegeisterte kleidet sich in raubes Erz und bringt, als Frank- reichs letztes Schicksal naht, wundersame Rettung ihrem rechtmässigen Könige und befreit das hart bedrängte Yaterland vom fremden Inselvolke. Wenn Schiller in Don Carlos und Wallenstein polemisch gegen den Katholicismus aufgetreten ist, so stellt er in Maria Stuart und in der Jungfrau von Orleans die Erhabenheit und alles bewältigende Macht der katho- lischen Kirche und ihres Cultus gleichsam in einem ideellen Spiegel mit glühenden Farben dar. Welch glühende Vater- landsliebe tritt uns in Wilhelm Tell entgegen und wie mächtig greifen die Worte: 0 verlass sie nicht Die heilge Sache deines Vaterlandes.Die angebornen Bande knüpfe fest, Ans Vaterland, ans theure schliess dich an, Das halte fest mit deinem ganzen Herzen wie mächtig, sage ich, greifen diese Worte ins Herz eines jeden, der das ihm gewordene Vaterland mit treuer Hingebung liebt. So beweiset schon jedesmal die Wahl

des Stoffes den geistreichen Dramatiker. Wallenstein, der grösste Feldherr im dreiseigjährigen Kriege, Maria Stuart zur Zeit 4*