Aufsatz 
Hat Kaiser Friedrich I. vor der Schlacht bei Legnano dem Herzog Heinrich dem Löwen sich zu Füßen geworfen? Eine historisch-kritische Untersuchung
Entstehung
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P. Willim aus der Gesellschaft Jesu zur grössern und nachhaltigeren Erbauung unserer Jugend die Kanzelvorträge über- nommen.

Der Unterricht in der Gymnastik, wie bereits im vorjährigen Programme erwähnt wurde, durch h. Ministerial-Erlass in den Räumen der hiesigen Ober-Realschule gnädigst bewilligt, durch die h. k. k. Statthalterei kräftig gefördert, von dem h. Landes-Collegium mit einem Jahresbeitrage von 120 fl. unterstützt, nahm zur grossen Freude unserer Schüler seinen Anfang mit 14. März, nachdem die Vorturner bereits seit Jänner im Turnsaale der k. k. Ober-Realschule durch die dort in Verwendung stehenden Herren Turnlehrer J. Haberleithner und F. Dawidowsky Unterricht erbielten.

Der Berichterstatter ergreift diese Gelegenheit, der hiesigen löbl. Stadtgemeinde für die gewährte Benützung der durch sie angeschafften Apparate, sowie der löbl. k. k. Ober-Realschul-Direction für die gastfreundliche Aufnahme unserer Zöglinge in ihren Räumen und die wiederholt bewiesene dienstfreundliche Begegnung bei der einzuleitenden Vereinbarung in disciplinarer Hinsicht den aufrichtig wärmsten Dank auszusprechen, da es nur so möglich wurde, diesen für Gymnasien gewiss höchst wünschenswerthen Unterricht zur physischen Entwicklung auch an unserer Lehranstalt in Gang zu bringen. Leider sind die Räumlichkeiten für die Gymnastik gegenwärtig noch so beschränkt, dass nicht mehr als 60 70 Schüler zugleich daran Theil nehmen konnten; hoffentlich wird sich auch hierin durch die bewährte Umsicht der dortigen Direction bei der steigenden Zahl der Turnschüler eine entsprechende Abhilfe finden.

Am 17. Mai fand aus Anlass der hier üblichen Maiandachten und am 7. Juni zur Feier des Frohnleichnamsfestes eine feierliche Procession statt, an der sich sämmtliche Lehranstalten betheiligten.

Am 23. Juni fand eine öffentliche Gesangsproduction unserer Zöglinge statt; ermuthigend auf ihre Leistungen wirkte die Gegenwart fast aller Herren Statthaltereiräthe, des Herrn Bürgermeisters und vieler Gönner aus dem geistlichen und weltlichen Stande; auch viele Eltern erfreuten sich an der Durchführung des wirklich ansprechenden und zur allgemeinen Zufriedenheit(bereits oben von dem Gesangslehrer Herrn A. Weinwurm angeführten) ausgewählten Gesang-Programms.

Die im vorigen Jahre eingeleitete Verbindung mit dem germanischen National-Museum zu Nürnberg wurde auch heuer unterhalten, um den so lobenswerthen Bestrebungen für deutsche Literatur, Kunst, Geschichte und Cultur überhaupt eine allenfalls erwünschte Gelegenheit fortan zu bieten.

Am 8. Juli gedachte abermals der um das leibliche und geistige Wohl unserer Zöglinge stets besorgte hoch- würdigste Herr Bischof Franz Joseph Rudigier, der hiesigen Studierenden, indem er dem Berichterstatter ein Geschenk von 100 fl. gnädigst zusendete mit dem Ersuchen, dieselben nach eigenem Ermessen an die dürftigen und braven Schüler dieser Lehranstalt vertheilen zu wollen.

Das o. d. e. h. Landes-Collegium hat nicht nur zur Anschaffung von Prämien 105 fl. angewiesen, sondern wie schon früher erwähnt wurde, den Unterricht in der Gymnastik mit 120 fl. gnädigst unterstützt.

Im Hinblicke auf so viele Wohlthaten, welche unsern Schülern gleichwie aus einer unerschöpflichen Quelle von Seite der geehrten Bewohner unserer Landeshauptstadt, des h. ständ. Landes-Collegiums, der h. Behörden, sowie der hochwürdigen Geistlichkeit fürsorgend für die physische und geistige Gesundheit fortan zufliessen, ist es wohl eine"uner- lässliche Pflicht des Berichterstatters, den aufrichtig innigsten Dank in diesen Zeilen niederzulegen. Der Gefertigte kann dies mit um so freudigerem Gefühle, als der Zustand unserer Anstalt ein solcher genannt werden darf, dass sich die milde Hand nicht für Unwürdige öffnet.

Die dankerfüllten Herzen der Betheilten werden qurch ihr eifriges Gebet den Segen des Allmächtigen über ihre gütigen Woblthäter herabflehen und durch strenge Pflichterfüllung zu schönen Hoffnungen einer besseren Zukunft berechtigen.

Linz, am 21. Juli 1860.

Dr. Columbus.