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8. Zur Chronik des Gymnasiums.
In gewohnter Weise wurde das eben abgelaufene Schuljahr in der zur Abhaltung des akademischen Gottesdienstes angewiesenen ehemaligen Minoritenkirche am 1. October v. J. mit einem Hochamte unter Mitwirkung der Gymnasial- Gesangsschüler feierlich eröffnet.
Die etwas modificirten und daher neu aufgelegten Disciplinar-Vorschriften wurden durch die Classen-Vorstände erläutert und bekannt gegeben, und jeder Schüler zum Ankauf der in Druck gelegten Schulgesetze verhalten.
Neu eingeschrieben wurden 125 Schüler, wovon 115 auf die lma entſielen.
Da ohnehin Parallelclassen bewilligt waren, so wurde auf Grund der vorliegenden Zeugnisse aus den Hauptschu- len nur mit 22 eine Prüfung vorgenommen, in Folge derer 3 zurückgewiesen wurden; die andern neu aufgenommenen 12 sind in die höheren Classen eingetreten; 7 kamen von Kremsmünster, 2 vom bischöflichen Gymnasium am Freinberge, von Mölk, Seitenstätten und Klattau je einer.
Da das hohe Geburtsfest unsers allerdurchlauchtigsten Kaisers und Herrn in den ersten Ferienmonat fällt, so wurden der 4. October und 19. November, als die Namensfeste des innig verehrten Kaiserpaares, mit einer entsprechend kirchlichen Feier begangen, und so unserer Jugend die erwünschte Gelegenheit geboten für Fürst und Vaterland auch bei diesem Anlasse die aufrichtigsten Gebete aus ihren kindlichen Herzen vor Gott, dem Lenker unserer Geschicke, in erheben- der Andacht auszugiessen!
Am 4. October meldete sich der Lehramts-Candidat August Bentfeld, aus Wien gesendet, als Supplent, wodurch am Beginn gleich die beiden ersten Classen in 4 Abtheilungen aufgelöst werden konnten— eine durch die h. k. k. Statt- halterei erlassene Verfügung, die nicht nur von den Lehrern, sondern ganz besonders von den Eltern und deren Stell- vertretern mit dem grössten Danke zweckentsprechend anerkannt wurde.
Am 5. October wurde der zur Ablegung des Probejahres zugewiesene Lehramts-Candidat, Hr. Moriz Zwerger in die Lehranstalt eingeführt, und ihm in der lma das Rechnen, in der IVia die Physik zugewiesen.
Am 10. November wurde zum Andenken an unsern deutschen Dichter Schiller eine häusliche Feier mit Declamation, Gesang und einer Festrede begangen, welche letztere sammt Festprogramm vorausstehend ihrem genauen Inhalt nach gegeben ist.
Am 4. December hat der Gymnasial-Inspector und k. k. Schulrath Herr Johann Kurz die vorschriftmässige Visita- tion unserer Lehranstalt begonnen.
Auch der hochwürdige Herr Canonicus Dr. Reitshammer hospitirte als bischöflicher Commissär wiederholt in meh- reren Classen.
Durch h. k. k. Ministerial-Erlass vom 14. Jänner, Z. 29661, wurde der mit so lobenswerthem Eifer wirkende Sup- plent Herr Karl Greistorfer zum wirklichen Gymnasial-Lehrer an unserer Lehranstalt ernannt.
Am 24. Jänner übergab Herr Dr. Drbal 40 fl. ö. W. als Hälfte des Reinertrages der populär-wissenschafflichen Vor- träge, welche unter grosser Theilnahme von den Gymnasial-Professoren, den Herren Dr. Drbal und Greistorfer, sowie jenen der Realschule, den Herren Frank und Dawidowsky, im Advente begonnen und an sechs Sonntagen in den Abendstunden fortgesetzt wurden.
Am 28. Jänner übergab der k. k. Herr Notar Ferdinand Pröll 103 fl. ö. W., welche der sel. Hr. Canonicus Strigl noch auf seinem Sterbebette den armen aber braven Studierenden zugedacht hat.
Am 50. Jänner fand der gesammte Lehrkörper die erfreuliche Gelegenheit, die unter den gegenwärtigen Verhält- nissen so vielen Katholiken zum wahren Bedürfnisse gewordenen Aeusserungen der Liebe und Treue gegen den heiligen Vater durch Unterfertigung einer in der Stadt zirkulirenden Adresse kund zu geben.
Am 18. Februar wurde das I. Semester geschlossen und am 24. das II. begonnen. Zur Aufnahme in die Ima mel- dete sich ein Schüler aus Seitenstätten; in die Ilas trat ein Privatschüler ein nach abgelegter Prüfung, und in die Illua und VIlma je einer durch Uebersiedlung der Eltern.
Am 22. Februar verlor die Lehranstalt einen Zögling aus der 5. Schule: Felix v. Sydler nach ganz kurzem Kran- kenlager— er erlag einer schmerzhaften Gedärmentzündung; die Studierenden aller Classen, sowie der gesammte Lehr- körper betheiligten sich mit warmer Theilnahme an der Leichenfeier.
In der heil. Charwoche fanden die vorgeschriebenen geistlichen Uebungen statt unter der Leitung der dem Lehr- körper angehörigen Religionslehrer, und hatte auf besonderes Ansuchen derselben auch in diesem Jahre der hochw. Herr


