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id negotii(novum exercitum adunandi) injunæerat, collecto novo exercitu, cum quibusdam Theutonicis principibus mense majo Ttaliam intravit. Et veniens Cumis, ibi substitit, ut ibidem coadunaretur exercitus omnis. Cujus adventu cognito imperator, qui eo tempore Papie morabatur, cum paucis Cumis venit ipsumque episcopum et qui simul venerant, gratissime suscepit.“ Und in vollstem Einklang damit sagen die Annales Magdeburgenses ¹):„Michmannus Magdeburgensis archiepiscopus et Philippus Coloniensis, cum omnibus quos sibi attrahere poterant episcopis et prin- cipibus et militibus, celebrata prius domi paschali sollempnitate, cum magna leticia post octavam ejusdem sollempnitatis eæxierunt transcensisque jugis Alpium Longabardiam intraverunt. Imperator Papie positus, adventu eorum cognito, eæivit obviam eis cum paucis et cum magno gaudio eos suscepit.“ Auch Sire Raoul weiss nichts, dass das Heer, welches den letzten Schlag führte, mit dem Kaiser in Italien angekommen sei; er sagt im Gegentheil ²):„...... cum essent Mediolanenses juæta Legnanum, Federicus Imperator erat cum Cumanis omnibus castrametatus juæta Cairate
cum Teutonicis militibus fere mille et dicebatur, quod Sant duo milia, quos venire fecerat..... kam privatissime, quod a nemine Langobardorum potuit sciri.“ Die Schlacht bei Legnano fiel für Priadrich unglüchlich aus. Darüber gestatten deutsche und italienische Berichte nicht den mindesten Zweifel. Und Arnold— versichert, der
Kaiser habe über seine Gegner einen Sieg davongetragen, so gewaltig, dass er mit Italien gleich einem Attila verfahren konnte; mit Feuer und Schwert lässt er ihn wüsten: da sinkt jede feste Stadt in Schutt, es stürzt der Wälschen Macht, selbst das Wort erstirbt auf ihren Lippen, es herrscht Grabesstille in Italien. Solche Dinge weiss der alte Arnold! Wie kam es dann aber, dass der in einem solchen Masse siegreiche Friedrich dem Papst und den Lombarden die Hand zu einem Frieden bieten mochte, worin er aufgab wofür er so lange Zeit gestritten hatte? Der Lübecker ist um die Antwort nicht verlegen. Er motiviert den Frieden von Venedig durch den Witz des Kaisers, der, nachdem er Italien gebeugt, sogleich einen Hochverratsprocess gegen den übermütigen Herzog Heinrich instruiert, gegen ihn die Fürsten auf seine Seite gezogen und darauf herausgebracht, dass Schlauheit leichter zum Ziele führe als Gewalt; also hätte er, um gegen Heinrich von keiner Seite her gehemmt zu sein, dem Papste sich versöhnt. Berechtigt nun eine solche Verkennung des wahren Zusammenhangs welthistorischer Begebenheiten, ja eine so grobe Unkenntniss von nicht etwa untergeordneten Vorgängen, sondern von Hauptereignissen, Arnolds Chronik als Autorität für jene Zeitverhältnisse anzurufen? Gleichwol dürſte sie noch höher zu setzen sein als Albert von Stade. Dieser begann sein compilatorisches Geschichtswerk erst um 1240, in welchem Jahre er ins Minoritenkloster zu Stade eintrat ³²). Sein Todesjahr ist wahrscheinlich 1264. Dass er über das, was beinahe ein Jahrhundert früher geschehen, wenig verlässliches bietet, davon kann ein flüchtiger Blick in die Blätter seines Werkes, die jene Zeit behandeln, zur Genüge überzeugen. Zwar versichert er mehrmals, er verdanke diese, jene Nachricht dem Bremer Scholasticus Heinrich, welcher Notar des Mainzer Erzbischofes Christian gewesen; doch gebe man sich nicht der Meinung hin, dass derselbe ihm von kostbaren Actenstücken etwa Kunde gegeben oder andere hochwichtige Mittheilungen gemacht! Dass der streitlustige Kanzler neun Gegner in einem Treffen eigenhändig erlegt und achtund- zwanzig vornehmen Wäͤlschen mit einem Steine die Zähne eingeschlagen, wie sein Streitkolben ausgeschaut und welche Farbe sein Waffenrock gehabt, dass die Esel in seinem Trosse mehr gekostet als der ganze doch so prächtige Hofstaat des Kaisers— der Art sind die Nachrichten, welche Albert mit der Versicherung begleitet:„Heinricus scholasticus retulit se veraciter audivisse“ oder„qui ipse vidit“. Das Streben des Notars, das Bild seines Herrn mit dem lebhaftesten Colorit auszustatten und so der Nachwelt zu überliefern, lässt sich verspüren und verzeihen; hat aber Albert die Nachricht, die er zum Jahre 1175 gibt:„Christianus archiepiscopus Anconam destruæit et naves piraticas trecentas suo usudi deputavit" gleichfalls aus dem Munde des Scholasticus, so hat dieser seinen Diensteifer zu weit und mit der Gläubigkeit des Stader Mönches zu arges Spiel getrieben; denn es steht sicher, dass die Belagerung Anconas, nachdem sie von April bis October 1174 gedauert, ohne Gewinn von Christian aufgehoben werden musste. Solche Verstösse kommen aber bei Albert noch mehrere vor und um viel zahlreicher sind seine chronologischen Versehen, die manchmal selbst um ein Jahrzehent fehlgreifen. Daneben ist nicht zu übersehen, dass er eine besondere Vorliebe für Sagen und Histörchen hat, die er, unbekümmert um den Zusammenhang, der Erzählung wichtiger Ereignisse einfügt, wie die Geschichte von den zwei Katzen in Venedig, oder an dem ersten besten Platze anfügt, wie das Gespräch zwischen einem Pferd und seinem Reiter. Freilich dem Zusammenhang der Darstellung wird hiedurch kein Eintrag gethan, da die meisten Stücke, namentlich die
)) Pertz, M. G. 8S. XVI. pag. 193. ²) Muratori, R. J.§S. VI. pag. 1192. ²) Wattenbach, 1. c. S. 414.


