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man es so nennen darf, 1137 oder nach anderen 1146 zuerst verfasst und später mit Fortsetzungen versehen bis auf Rudolf von Habsburg........ behandelt ausführlich nur die alte Geschichte in durchaus sagenhafter Weise. Die Kaiser- geschichte seit Karl dem Grossen ist nicht nur ganz dürftig, sondern auch völlig entstellt und märchenhaft; merkwürdig ist dabei die sehr geringe Rücksicht auf die Päpste, welche kaum erwähnt werden. In dem Abschnitt über Lothar den Sachsen, wo der Verfasser auf die Gegenwart kommt, wird seine Darstellung ausführlicher und beachtenswert. Die weite- ren Fortsetzungen sind nicht ganz unvichtig, doch besteht die Wichtigkeit des Werkes für unsere Aufgabe(Quellenkunde) hauptsächlich darin, dass sich in ihm zuerst das massenhafte Einströmen der Fabel in die Geschichte zeigt.......
So schwere Vorwürfe treffen die Repegower Chronik allerdings nicht, sie hat noch mehr vom Wesen der Annalen an sich, aber das bezeichnete Gepräge compendienhafter Geschichtsbehandlung trägt auch sie, wie die ausgehobene Stelle zeigen mag. Den Kern der Erzühlung bildet der Aufbruch Heinrichs aus Italien und des Kaisers Fussfall vor ihm, damit er bliebe. Also war der Herzog in ltalien. Wann hatte er sich dahin begeben? Eine Jahreszahl ist nicht angemerkt. Doch ist kein Zweifel, dass unter des Kaisers Fahrt nach„Lancharden“ seine vierte Heerfahrt nach ltalien zu verstehen ist. Es wird ja Alessandrias Belagerung erwähnt. Lag auch Heinrich vor Alessandria? Die Chronik zwingt gerade nicht es anzunehmen. Keinesfalls aber hat er nach ihr dort vom Kaiser sich getrennt und das Scheitern der Unternehmung hier- durch herbeigeführt.„De van Meilàn und ere helpaere“ waren es ja, durch die der Kaiser„segelôs wart.“ Von Heinrich und seinem Entschluss heimzufahren, nachdem er 1500 Reiter dem Kaiser zugeführt, ist erst die Rede, wo der Erfolg der späteren Unternehmung Friedrichs berichtet wird.„Seder vôr he vor Meilàn'. Es musste sich ihm ergeben, seine Mauern wurden gebrochen, sein Graben ausgefüllt, es war der Vertilgung nahe. Warum trat aber diese nicht ein? Die Antwort darauf gibt der nächste Satz, wenn anders zwischen vorangehendem und nachfolgendem der Stelle irgend ein Zusammenhang besteht: weil der Herzog„weder varen wolde“ und weder durch das Bitten noch durch den Fussfall Friedrichs zu bewegen war,„dat he bleve“. Das ist das Ereigniss, das„ne vorwan de hertoge nimmer mèêr weder den keiser.“ Die Erzühlung ist von ergreifender Einfachheit und Schönheit, unläugbar. Allein wie verhält es sich mit ihrem historischen Werte? Da der Kaiser Mailand bezwang. soll der Herzog ihn verlassen haben? Aber keiner der Zeit- genossen weder in Italien noch in Deutschland weiss von einer Bezwingung und einer auch nur theilweisen Zerstörung Mailands nach der Belagerung Alessandrias etwas zu berichten. Dann ist dem Chronisten eine Verwechslung begegnet; der Namen vielleicht? Eine solche ist undenkbar, da einerseits fest steht, dass Alessandria von Friedrich nie bezwungen wurde, andererseits von der Chronik solche Umstände erwähnt werden, die nur auf Mailand passen. Denn dieses ergab sich Friedrich, dessen Mauern wurden eingerissen, dessen Gräben zugeschüttet, von diesem hiess es, Hass es der Ver- tilgung geweiht gewesen; nur ereignete sich dieses im Jahre 1162, nicht aber um 1173! Also hat sich der Repegower eines Verstosses schuldig gemacht, der kaum geringer ist als der des Urspergers, eines Verstosses, welchen nur der all- gemeine Charakter der Weltchronik und der Umstand erklären mag, dass, der die Stelle niederschrieb, dem fraglichen Ereignisse eben so ferne stand als der schwäbische Chronist. Die Abfassung der niedersächsischen Chronik nemlich setzt man in die zweite Hälfte von Kaiser Friedrichs II. Regierung und darauf möchte auch der Ausdruck„de hertoge van Brüúnswic“ deuten; denn das»Herzogtume Braunschweig wurde erst durch Friedrich II. 1255 geschaffen. Was will man aber mit der angeführten Stelle machen? Friedrichs Fahrt gegen Mailand um 1175 ist unhaltbar; wie sollte dann Heinrichs Abfall anlässlich dieser stattgefunden haben? Gesetzt aber, man entschlösse sich, der Stelle logischen Zusammenhang ab- zusprechen und den Abfall mit der Belagerung Alessandrias zu verknüpfen, so stünden wieder die gegen des Urspergers gleiche Behauptung vorgebrachten Gründe entgegen. Wer könnte darnach läugnen, dass auch die sächsische Weltchronik eine trübe Quelle ist? Und erst die Kaiserchronik! Mit einem Vers erklärt sie, wie Heinrich die kaiserliche Huld ver- loren und aus seinem Herzogtum Sachsen vertrieben worden:„er reit von im ze Meilân.“ Offenbar liegt dieser wun- derbar kurzen Erklärung dieselbe Meinung zu Grunde, welcher der sächsische Chronist huldigt, und hierüber ist das nötige schon dargelegt.
So würe der erste Gang vollbracht. Als Ergebniss kann bezeichnet werden die Gewissheit, dass die untersuchten Quellen nicht nur keine feste, sondern schlechthin keine Basis für eine Daestellung bieten, welehe den Namen Geschichte tragen will. Sohin schwebt die Erzühlung, es habe Heinrich seinen Kaiser im Stich gelassen, indem er aus Italien mit seinem Heere aufgebrochen sei, obgleich derselbe ihm zu Füssen fallend gebeten habe, dass er bleiben möge,— in der Luft und verdient so viel Glauben wie irgend ein Gebilde der Phantasie. Uebrigens erheischt die Gerechtigkeit das Geständniss, dass sie selber hie und da über die Basis sieh erhoben habe, die sie sonst für hin-
reichend fest gehalten, um darauf zu fussen. So sagt die niedersächsische Chronik nichts von„5000 Rittern, mit 2*


