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Auf dem glänzenden Reichstag, den der Kaiser unmittelbar vor seinem Aufbruch nach ltalien zu Regensburg am 24. Juni 1174 hielt, war auch Heinrich der Löwe zugegen ¹); noch am 6. Juli erscheint er als Zeuge in einer Urkunde, worin Friedrich eben zu Regensburg dem Kloster St. Lambrecht das Bergwerksregal zugesteht, ²) darnach muss er wie andere Fürsten, die am kaiserlichen Hoflager sich befunden, von demselben sich entfernt haben. Der Inhalt der beiden Urkunden Friedrichs dat. Werde(Donauwörth) 13. und 15. Juli 1174 ³), der für den Herzog von Bayern nicht gerade erfreulich lautet, dürfte schon auf dessen Entfernung deuten; bestimmter noch die Urkunde dat.»in Curia Heringe« 17. September 1174, wodurch Heinrich dem Kloster Kremsmünster die Schenkungen seiner Vorfahren bestätigt⁴), und diejenige, welche er am 20. desselben Monates, offenbar in derselben Gegend, für das Stift Ranshofen ausstellt ⁵), während der Kaiser bereits am 2. September d. J. in Basel urkundet ²). Entschieden aber dafür, dass der Herzog nicht mit vor Alessandria gezogen, sprechen zwei Diplome Friedrichs dat.„in episcopatu Papiensi in obsidione Roboreti.“ Das eine, vom 19. December 1174)*, führt folgende Zeugen auf: Philippus Coloniensis archiep. Arnoldus Treuirensis archiep. Hermannus Bam- bergensis ep. Hertiigus Augustensis ep. Hugo Verdensis ep. Cuno Ratisponensis ep. Gero Alverstadensis ep. Tdo Cicensis ep. Vlricus duæ Boemorum. Conradus palatinus comes Rheni. Otto palatinus comes de Withelingsbach. .e.... Das andere, vom 21. December 1174³), trägt folgende Zeugenunterschriften: Philippus Coloniensis archiep. Arnoldus Treverensis archiep. Hermannus Bambergensis ep. Cono Ratisbonensis ep. Hugo Verdensis ep. Conradus palatinus comes. Henricus comes de Diest. Albertus comes de Herbestein. Fridericus comes de Altena..... Von den deutschen Fürsten, deren Theilnahme an der Belagerung Alessandrias überhaupt nachgewiesen werden kann, fehlt in den Diplomen auch nicht der Name eines. Wenn nun selbst die Unterschriften unbedeutender Dynasten Platz gefunden haben, warum sollte der glänzendste Name, der des Herzogs der Bayern und Sachsen, fehlen, wäre dieser mit vor der belagerten Stadt gewesen? Zudem gibt ein Document, das im Saalbuche des Stiftes Reichersberg sich vorfindet, hinreichen- den Aufschluss, wohin Heinrich um die Zeit, als der Kaiser nach Italien zog, aus Bayern sich begab. Dasselbe enthält eine ausführliche Darlegung der langdauernden Streitigkeiten der Chorherrn mit einem Heinrich von»Staine« wegen Güter- tausches. Nachdem es nun erzühlt, wie das Stift, dem der Kaiser und der Bischof Eberhard von Bamberg abhold waren, durch jenen Herrn dem Untergang nahe gebracht, sich endlich durch Opfer von ihm auf einige Zeit Frieden erkauft habe, fährt es fort*):„His ita peractis!.. moritur Eberhardus babenbergensis episcopus...... Aecidit non longe post, ut Archiepiscopus Albertus(von Salzburg), dum moraretur Richersperg, predictus Henricus illue ad eum diuerteret et.... peteret, ut communionem reciperet, quam perdiderat ob patrata incendia........ His ita conpositis post aliquantum temporis uita decessit... frater Ditricus....... Eius industria iniciatum et consummatum erat omne prefatom concambium. Iterum prefatus Henricus fratres aggressus est inquietare...... Causam fra- tres insinuant duci bawarie aduocato eiusdem concambii. Qui eo tempore sub festinatione parans redire sawoniam iniungit uicem suam Domino Erchenberto de hagnowe, Paboni de Erign, Alberto de hutte. Hi... conue- niunt... Occurrvnt de clavstro... prepositus Arno.... et Dominus Gebhardus..............(Die Chorherrn aber in Folge des Ganges der Verhandlung) differunt causam usque ad ducis presenciam.... Interea rebus humanis eæcessit... Arno prepositus.“ In welche Zeit nun fällt die in der Urkunde bemerkte eilige Reise des Herzogs nach Sachsen? Die Grenzen sind gezogen durch die Erwähnung der Todesfälle. Da Bischof Eberhard 15. Juli 1172, Chorherr Dietrich 8. Juli 1175 ¹⁰), Propst Arno 50. Jäner 1175 ¹¹) starb, der Herzog aber in der vorletzten Woche des Septembers 1174 am Inn urkundete, wie oben bemerkt wurde, und vor dem Tod Arnos nicht wieder in Bayern war, so ging er 1174 nach Sachsen, und zwar, nachdem er am Inn getagt hatte; nicht früher, weil sonst das Stift, für
¹) Magni Reichersperg. Chronica bei Böhmer, Fontes R. G. III. pag. 542. ²) v. Meiller, Reg. d. Babenb. S. 51.
²) Mon. Boica XXIX, 1. pag. 419. 420.
*) Urkundenbuch f. d. G. d. B. St. Kremsmünster, S. 46.— Die Orig. Guelf. III. pag. 525 suchen das»Heringe« in der Oberpfalz, es
ist aber wahrscheinlicher das am Iun nordöstlich von Simbach(gegenüber Braunau) gelegene Ehring.
⁵) Urkundenbuch des Landes ob der Ens II. S. 549.
⁴) Böhmer, Reg. Imp. pag. 157.
¹) Ughelli, J. S. V. pag. 165.
*) Pertz, M. G. Ll. II. pag. 145.— Der Ort, wo Alessandru erbaut worden, hiess vordem Roboretum. *) Urkundenbuch des L. o. d. E. I. S. 546. 547.
¹⁰) Magni R. Chr. Il. c. pag. 541. ¹¹) Magni R. Chr. I. c. pag. 543.


