Aufsatz 
Hat Kaiser Friedrich I. vor der Schlacht bei Legnano dem Herzog Heinrich dem Löwen sich zu Füßen geworfen? Eine historisch-kritische Untersuchung
Entstehung
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Taurinensium et Novariensium, egressus est de Italia, per montem Jovis tendens in Burgundiam, terram uworis suae, in quibusdam etiam locis adeo angustiatus, ut accepta tunica servientis serrum se esse simularet et equos tamquam sarvus proceuraret. Tandem veniens in Alemanniam, praefatum Ducem de traditione et erimine laesae majestatis impetirit. Duæ siquidem ipsum praeveniens in Suevia fecerat conspirationem contra Imperatorem et praecipue cum Zolrensibus et Veringensibus et quibusdam aliis comitibus. st Imperator ipsum Ducem frequenter epocat ad oimiam........

In ühnlicher Weise erzühlt die erste prosaische Chronik in deutscher Sprache, die sächsische Weltchronik, die man dem Eike von Repegowe zugeschrieben hat¹):De keiser vôr Lancharden mit here unde besat Alexandria. stridden met eme de van Meilân unde ere helpaere unde wart de keiser segelôs. des irhalede he sic seder unde vôr vor Meilän unde dwank se dar, dat se sic em irgäven. he tôbrac ere múren unde evenede eren graven unde hadde se vordeleget. de hertoge Hinric van Bruúnswic vôrde òc deme keisere viftein hundert riddere over berg. he weder varen wolde, de keiser bat ene bliven unde he ne wolde. des bôt sic eme de keiser vòôte dur dat he bleve. des ne mochte nicht sin. do sprac des hertogen drüzatehérre, iu is de krône komen up den vôt: se sal iu wol up dat hôvet komen. dat ne vorwan de hertoge nimmer mér weder den keiser.

Nur angedeutet wird derselbe Vorgang in der Kaiserchronik, dem ersten deutsch geschriebenen Geschichts- werk, österreichischen Ursprungs ²):

v. 1736f.Do vuor er(Friedrich) in der Sahsen lant df den herzogen zehant, der was geheizen Heinrich. den vertreip keiser Friderich. er reit von im ze Meilãn. sin hulde muose er vlorn hàn. von Sahsen er in vertreip. in dem riche er niht beleip.

Die Untersuchung über den Wert der genannten Quellen im allgemeinen und der ausgehobenen Stücke im beson- deren kann sich auf wenige Bemerkungen beschränken. Was einmal die Ursperger Chronik betrifft, so ist diese allerdings ein Werk von nicht geringer Bedeutung und zwar nicht bloss in Bezug auf die Jahrzehente, worüber der Abbt von Urs- perg als genau unterrichteter Zeitgenosse vollkommen selbständig berichtet, sondern auch in Bezug auf die Zeit vor Kaiser Heinrichs VI. Ableben, über welche er andere Schriftsteller zu Rate gezogen hat. Gerade über Kaiser Friedrich hat er uns sonst unbekannte italienische Berichte benutzt, namentlich das Werk des Priesters Johannes von Cremona, das verloren gegangen und bisher nicht aufgefunden werden konnte ³). Allein so sehr eben dieser Umstand den Wert auch des com- pilatorischen Theiles der Chronik zu erhöhen geeignet ist, so ist doch eben so wenig zu verkennen, dass der zusammen- getragene Stoff weder kritisch gesichtet noch eigentlich verarbeitet worden; mehr als ein Abschnitt trägt grosse Irrtümer und eine Verwirrung in der chronologischen Anordnung der Ereignisse zur Schau, die unbegreiflich wäre, läge nicht die Nachricht vor, es habe erst der Nachfolger Burchards, Konrad von Lichtenau, der das Werk von 1226 29 fortführte und 1240 starb, dessen Excerpte und Notizen zusammengestellt. Man fasse nur die ausgehobene Stelle ins Auge, ob sie nicht, zum besten, einer Mosaik sich vergleichen lasse, deren Urheber die von einem Meister vorgerichteten Stückchen ohne Einsicht in den Plan und ohne Rücksicht auf die Fürbung aneinander fügte, wie sie eben in die Hand ihm kamen. Vorgesetzt ist die Jahreszahl 1175; unter dieser wird die Aufhebung der Belagerung von Alessandria in Folge von des Herzogs Heinrich Abzug, Friedrichs Nacheilen bis zum Comersee und sein fruchtloses Bitten, die hiedurch gebotene Ent- lassung des Belagerungsheeres, des Kaisers beschwerdenvoller und gefährlicher Rückzug aus ltalien nach Burgund, seine Ankunft in Schwaben, die Belangung des noch schnelleren Herzogs wegen hochverräterischer Bündnisse mit schwäbischen Grafen, endlich dessen Vorladung vor Gericht und Verurtheilung alles dieses wird unter dem einzigen Jahre 1175 erzühlt. Wahrlich, da ist kein Raum mehr für andere Ereignisse und so wird ins nächste Jahr 1176 die Erneuerung des

¹) Repegower Chronik bei Massmann, Kaiserchronik II. S. 690. 691. ¹) Massmann, Kaiserchronik II.§. 540. ³) Wattenbach, Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter, S. 415, 571.