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getreten, aber doch immer noch ein halber Heide. Die Knechte werden von ihm ermahnt, nicht alle Hälmlein vom Felde zu holen, sondern die letzte Garbe für Wodan'’s Fohlen auf der Flur zu lassen; auch sollen sie nicht alle Apfel vom Baume pflücken, sondern den letzten für Wodan selber sitzen lassen. Der Brauch der Alten sei löblich, sagt er, und man müsse denselben auf Bodinkthorpe in Ehren halten. Seinem Herrn, dem Grafen teilt er mit, dass er am Tage der Sonnenwende nicht versäumt habe, bösen Zauber von den Schoten und hren abzuhalten. An diesem Tage reite nämlich der schattengleiche Bilwissreiter auf schwarzem Bocke beim Abend- läuten durch die Fluren, und alle Halme und Schoten, welche er umreite, seien ihm verfallen. Er habe daher anstatt des Messners zum Strange gegriffen, damit das Läuten nicht zu lange dauere. Dem Bischofe, der hierauf lächelnd spricht:
„Alter, das ist Heidenglauben; ¹) Gutes, das uns Gott gegeben, Kann der Böse uns nicht rauben,“
erwidert er achselzuckend:
„Freilich sind wir Christenleute, ²) Doch es lässt sich nicht verreden, Dass der Bilwissreiter reite.“
Im Winter, als das Hausgesinde beim Weben, Nähen und anderer Arbeit beschäftigt ist und draussen der Sturmwind saust, ist er der erste, welcher Hörnerschallen zu vernehmen glaubt und dann sogleich erzählt:
———„In Sommernächten ³) O0, er ist nicht schlimm, der Alte; Tanzen Elben, doch im Winter Manchem schenkt er eine Spende: Wird Gewalt den dunklen Mächten. Einem Schneider, Hungerleider,
Wart er eine Pferdelende.
Nah'n wir nicht den heil'gen Zwölfen, Weserab zum lsenhofe Wo der alte Vielbeschriene Hatte von den Hunden einer Nächtlieh fährt durch Wald und Wolken, Sich verrannt; er lag am Herde, Hackelbernd, der Himmelshüne? Und vertreiben konnt' ihn keiner.
Kliff und klaff und heisres Wiehern? Grau und dürr; er frass nur Asche; Ho hoto! Auf fahlen Rossen Immer war er stumm und lauschte, Durch die Luft wie Dunst und Schemen Halb im Schlaf, mit leisem Winseln, Braust das Heer der Jagdgenossen. Wenn der Sturm den Wald durchrauschte.
Selber hört' ich oft das Rufen, Aber in den nächsten Zwölfen, Schritt ich einsam im Gehege: Als des Heeres wildes Toben „Mitten auf den Weg!’ Ich hielt mich Mitternachts vorüber keichte,
Immer mitten auf dem Wege. War er weg und wie verstoben.“
Friederbrand, der Rossknecht, bestätigt, was Jsenhart erzählt, indem er spricht:
„Ich auch bin's gewahr geworden: ⁴) Und am Kreuzweg, nächst der Linde, Durch die Schlucht am Eschenberge Jäh vom Himmel auf den Boden Kam's herauf und fuhr gen Norden; Stürzt' es, Ross und Mann; mir graute
Vor dem Grimm des alten Woden,
Ein Gejiff aus hundert Hälsen, Denn wohl sah ich Hut und Mantel; Peitschenknallen und Geheule, Doch der riesenlange Reiter Lachen, Schrei'n, und all dem Schwarme Raffte sich empor, und jammernd Weit voraus die grosse Eule. Durch die Lüfte ging es weiter.“—
Imma sagt: „Mit weissem Schleier ⁵) Blauem Kleid und langen Locken Singt am Quell im Wald Frau Holle Sommerlang und zupft am Rocken;
¹) S. 80; Str. 5. ²) S§. 80; Str. 6. ³) S. 214; Str. 1 u. fl. ⁴)§. 215; Str. 3 u. ff. ⁵) S. 216; Str. 1 u. ff.


