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und deshalb, weil er allen ein elbisches, unholdes Wesen zu sein schien und weil ihm die alte, heidnische Priesterin hold war, widersprach Doda und rief:
„Sünde wär's, an ihn zu denken ¹) Und am Fest des Gotteskindes Unholdssippe zu beschenken.“
Aber Hildegunde, die edle Herrin, schlichtete, wie immer, den Streit, indem sie sprach:
„Alle sind sie meine Sorge, ²) Auch der arme Schmiedejunge.“
Im Konvent zu Dreizehnlinden bemühte sich der Pater Prior, den genesenden Elmar, seinen Landsmann, über Welt, Kreuz und Christentum zu belehren. Aber wie schön er auch zu erzählen sich bemühte, wie eindringlich er ihm auch zuredete, seine Worte schienen auf einen steinharten Boden zu fallen, so dass er betrübten Herzens zu seinem Schüler sprach:
„Elmar, o du machst mich traurig: ³) Was ich rede, ist verloren, Denn du hörst nicht mit dem Herzen, Denn du hörst nur mit den Ohren.“
Aber betrüber, als der Pater Prior, war die edle Hildegunde; denn noch immer hatte sie nichts über ihren geliebten Elmar erfahren. Sie trug den Ring, den er ihr durch Imma übersandt hatte, stets auf ihrem Herzen. Ihr Schmerz war so gross, dass sie, ihrer verstorbenen Mutter gedenkend, zu sich sprach: „O, sie würde, Urlaub heischend, ⁴
An der goldnen Pforte stehen;
O, sie würd' im Himmel weinen,
Wüsste sie, was mir geschehen.“
Sie wusste nicht, ob der Treugeliebte noch lebte; allein sie hoffte es. In dieser Hoffnung betete sie:
„Hör' mich, reicher Gott im Himmel; ⁵) Die den offnen Blick belastet, Beten will ich Tag und Nächte: Nimm ihm ab des Wahnes Binde: Thu an ihm nach Deiner Güte, O, ich weiss, er sucht Dich lange;
Was ihm frommt; Du kennst das Rechte! Hilf ihm, Herr, dass er Dich finde!“
Der lange Winter war endlich verschwunden, und der ersehnte, schöne Frühling schmückte Flur und Wald. Elmar war von seiner schweren Krankheit genesen, und er hielt sich gern im herrlichen Klostergarten auf. Da dachte er dann manchmal an die Belehrungen, die er im Winter über Welt, Kreuz und Christentum erhalten hatte, und er meinte bei sich:
„Deiner Worte, greiser Prior, ³) Auch nicht eines ging verloren, Klagst du gleich, der träge Schüler Lausche dir nur mit den Ohren.“
Aber von den Lehren, die er gehört hatte, gefiel ihm eine ganz und gar nicht:
„Auch die Feinde soll ich lieben? ⁷) Pater Prior, welch' Verlangen!“
Allein er musste doch gestehen, dass die Mönche die Feindesliebe nicht bloss lehrten, sondern auch selbst ausübten.
„Und Ihr thut es; ich erfuhr es ⁷) An mir selbst!“ dachte er weiter.
¹) S. 219; Str. 6. ³) S. 221; Str. 2. ³) S. 244; Str. 4. ⁴)§. 248; Str. 2. ⁵) S. 262; Str. 2 und 3. *) 8. 285; Str. 2.*) S. 288; Str. 1 und 3. 4


