Aufsatz 
Die neueren Sprachen als Bildungsmittel
Entstehung
Einzelbild herunterladen

49

III. Ehronik der SGchule.

Am 9. März v. Is. gegen den Schluß des Vormittagsunterrichts wurde den Schülern die eben hier eingetroffene erſchütternde Trauerbotſchaft von dem Tode unſeres allgeliebten Kaiſers und Königs Wilhelm I. mitgeteilt.

Die Trauerfeierlichkeit fand am 22. März in der Aula ſtatt, wobei Herr Dr. Vomberg die Gedächtnisrede hielt.

Möge die hehre Geſtalt des großen Begründers der deutſchen Einheit unſeren Schülern ſtets vor Augen ſchweben als das Bild der Freue bis zum kleinſten in Arbeit und Pflichterfüllung, und ſollte einmal die Pflicht an ſie herantreten, das Werk Kaiſer Wilhelms zu verteidigen, ſo möge ſich zeigen, daß ſie Seinen Geiſt in ſich aufgenommen haben und bereit ſind, jeden Augenblick ihr Leben für das Vaterland als Opfer hinzugeben.

Am 3. April wurde von 8 Uhr an die Prüfung der zur Aufnahme angemeldeten Schüler abgehalten. Um 10 Uhr fand der übliche Eröffnungsakt in der Aula ſtatt. Vor ſämtlichen Schülern wurden die Schulgeſetze verleſen und erläutert und die neu aufgenommenen Schüler durch Handſchlag zur Beobachtung derſelben verpflichtet.

Am anderen Tage morgens 8 Uhr nahm der regelmäßige Unterricht ſeinen Anfang.

Die Pfingſtferien dauerten vom 19. bis 28. Mai.

Am 15. Juni um die Mittagsſtunde durcheilte die tiefſchmerzliche Kunde von dem Hinſcheiden Kaiſer Friedrichs unſeren Ort. Um 2 Uhr Nachmittags berief der Unterzeichnete die Schüler mit dem Lehrerkollegium in die Aula und teilte die Trauernachricht unter kurzer Anſprache mit. Der Unterricht wurde für den Reſt des Tages ausgeſetzt.

Am 30. Juni fand die Trauerfeier ſtatt. Herr Ewald hielt die Gedächtnisrede.

Am 9. Auguſt unternahmen die Schüler der Quinta, Quarta und Tertia unter Führung ihrer Ordinarien einen gemeinſchaftlichen Ausflug nach dem mitten im Waldesgrün gelegenen Kammerforſt.

Am 13. und 14. Auguſt unterſuchte Herr Profeſſor Dr. Schmidt⸗Rimpler von Marburg im Auftrage des Herrn Miniſters wiederum die Augen der Schüler und beſichtigte wiederholt die Lehr⸗ ſäle, wobei er ſein Augenmerk beſonders auf die Konſtruktion der Bänke, auf die Beleuchtungsver⸗ hältniſſe und auf die Farbe der Wände richtete. Über das Reſultat der Unterſuchung iſt uns noch nichts bekannt geworden, wir hoffen jedoch, daß dasſelbe nicht weniger günſtig ſein wird, als das am 23. April 1885 erhaltene. Da in Zukunft die betreffenden Unterſuchungen in einfacherer Weiſe alljährlich von einem Lehrer der Anſtalt vorgenommen werden ſollen, ſo gab Herr Profeſſor Dr. Schmidt⸗ Rimpler dem Herrn Sauerborn, welcher ſowohl 1885 wie 1888 die Vorunterſuchungen vorgenommen und bei den Hauptunterſuchungen Beihülfe geleiſtet hatte, die entſprechenden Anweiſungen.

Die Herbſtferien währten vom 15. Auguſt bis 19. September.

Mit dem Schluſſe des Sommerſemeſters ſchied Herr Dr. Vomberg von uns, um einem ehren⸗ vollen Rufe an das Gymnaſium zu Hadamar Folge zu leiſten. Möge der geehrte Herr Kollege in ſeinem neuen Wirkungskreiſe dieſelbe Anerkennung finden, welche ihm während ſeiner faſt zwölfjährigen ſegensreichen Thätigkeit an unſerer Anſtalt zu Teil geworden iſt. Wir werden demſelben ſtets ein dankbares Andenken bewahren. 4184.