Aufsatz 
Die neueren Sprachen als Bildungsmittel
Entstehung
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Am 19. September wurde der neu ernannte Lehrer, Herr Wilhelm Martin,*) durch den Unterzeichneten in ſein Amt eingeführt.

Am 18. Oktober, als am Geburtstage Sr. Majeſtät des Hochſeligen Kaiſers und Königs Friedrich, fand in der Aula eine einfache Gedächtnisfeier ſtatt. Die Anſprache hielt Herr Gesky.

Vom 23. Dezember bis 7. Januar Weihnachtsferien.

Samstag den 26. Januar wurde in der feſtlich geſchmückten Aula zur Vorfeier des Aller⸗ höchſten Geburtstages Sr. Majeſtät des Kaiſers und Köuigs Wilhelm II. ein Aktus nach folgendem Programm abgehalten:

Geſang:Lob Gottes am Morgen. Nach Nägeli. Deklamationen:Mit Gott. Von Hermann Kletke. Der Sextaner Franz Badior.

Sonntags am Rhein. Von Robert Reinick. Der Sextaner Valentin Hottenroth.

Der Trompeter an der Katzbach. Von Julius Moſen. Der Quintaner Wilhelm Heimm

Rheinſage. Von Emanuel Geibel. Der Quintaner Jakob Edel.

Geſang:Hochländers Heimatlied. Nach Ölſchläger.

Berglied. Nach Friedrich Kücken.

Deklamationen:Die Trommel. Von Hermann Beſſer. Der Quartaner Wilhelm Kuckro.

Oſterreich mit Deutſchland. Von Karl Aug. Mayer. Der Quartaner Alexander Roſenthal.

Der Landwehrmann. Von Franz Binder. Der Untertertianer Liebmann Strauß.

Preis der deutſchen Sprache. Von Ludwig Adolf Stöber. Der Obertertianer Theodor Goethe.

Deutſcher Troſt. Von Ernſt Moritz Arndt. Der Obertertianer Franz Amberger.

Geſang:Es klinget ſo lieblich aus Waldesgrün. Nach E. F. Adam.

Das einſame Röslein. Nach Hermes.

Deklamationen:Biterolfs Waldlied. Von Viktor von Scheffel. Der Unterſekundaner Karl Schütz.

Germania. Von Elfriede von Mühlenfels. Der Unterſekundaner Auguſt Ruppert.

An Kaiſer Wilhelm II. Von Rudolf von Gottſchall. Der Unterſekundaner Joſef Wittmann.

Geſang:Ritters Abſchied Nach J. Kintel. Goldner Krone heil'ge Bürde. Nach J. Wachsmann. Feſtrede des Rektors. Geſang:Heil dir im Siegerkranz. Nach H. Carey.

Am Sterbetag und Geburtstag unſeres Hochſeligen Kaiſers und Königs Wilhelm I.(9. und 22. März) wurde in den einzelnen Klaſſen eine einfache Erinnerungsfeier abgehalten, indem die unterrichtenden Lehrer in der letzten Stunde die Schüler auf die ernſte Bedeutung der beiden Tage hinwieſen und das ſegensreiche Andenken des trſten deutſchen Heldentaiſerz erneuerten.

*) Wilhelm Martin, katholiſcher Konfeſſion, whm am 23, Drzem ber 1859 als Sohn des Laader aſhen Wilhelm Martin zu Faulbach bei Hadamar geboren, beſuchte das Gymnaſium zu Hadamar und erhielt das Maturitäts⸗ zeugnis von dieſer Anſtatt im Herbſte 1880. Darauf bezog er die Univerſität München und die Akademie zu Münſter. An beiden Hochſchulen widmete er ſich philoſophiſchen, hiſtoriſchen und namentlich linguiſtiſchen Studien. Von Oſtern 1885 bis dahin 1887 war er als Erzieher bei dem Grafen von Merveldt zu Freckenhorſt in Weſtfalen thätig. Im Februar 1887 unterzog er ſich vor der Königlichen wiſſenſchaftlichen Prüfungskommiſſion zu Münſter dem examen pro facultate docendi. Auf Grund des erworbenen Zeugniſſes wurde er von dem Königlichen Provinzial⸗Schulkollegium zu Kaſſel als candidatus probandus dem Kaiſer⸗Wilhelms⸗Gymnaſium zu Montabaur überwieſen. Mit Oſtern 1887 ſchied er von dieſer Anſtalt und wurde bis Herbſt 1888 in Frankfurt a. M. an der Wöhlerſchule(Realgymnaſium) beſchäftigt. Seit Beginn des Winterſemeſters iſt er dem Lehrkörper des hieſigen Realprogymnaſiums eingereiht.