29 lekt, die anſtößigen Stellen ſind in den Schulausgaben beſeitigt, alles Nebenſächliche iſt ausgeſchieden, ohne dabei dem Originale ſein eigentliches Gepräge zu rauben. Die Tales of a Grandfather ſind wegen ihrer einfachen, klaren Sprache und der intereſſanten Form, welche der mit dem Stoffe völlig vertraute Verfaſſer ihnen zu geben vermochte, gerade für den Anfänger eine recht paſſende Lektüre. Swikft iſt neben ſeiner politiſchen Feder hauptſächlich als Satiriker bekannt; ſeine 1726 veröffentlichten„Gulliver's Travels“ begründeten ſeinen Weltruhm. Die Großartigkeit des Werkes liegt darin, daß es dem Schriftſteller gelungen iſt, die Satire in ein Gewand zu kleiden, das ſie zu einer der geleſenſten und beliebteſten Jugendſchriften auch in Deutſchland macht. Beſonders die Schilderungen des erſten der 4 Bücher,„the voyage to Lilliput“ reizen und feſſeln ein kindliches Gemüt, ſelbſt wenn es keine Ahnung davon hat, daß mit dem Lilliput eigentlich England gemeint iſt, auch wenn ihm dunkel iſt, was Whig und Tory, was high church und low church be⸗ deutet. Dazu kommt, daß Swift den Berichten ſeines Helden, ähnlich wie Defoe, eine beſondere Wahrſcheinlichkeit durch die Beſchreibung vieler nebenſächlicher Umſtände verleiht, ohne indeſſen da⸗ durch im geringſten den Leſer zu langweilen oder zu ermüden. Irving's„Alhambra“ führt uns mitten hinein in die Zauber- und Wunderwelt jener romantiſchen Zeit, wo dieſe Burg der Wohnſitz orientaliſcher Fürſten geweſen war. Vollendung des Stils und elegante Ausdrucksweiſe hat es mit dem Sketch book und den übrigen Reiſebeſchreibungen dieſes Verfaſſers gemein; an Einheit und kunſtgerechter Abrundung übertrifft es ſie alle. Welcher Knabe von 12—14 Jahren hätte nicht die Vooper'ſchen Lederſtrumpfgeſchichten mit Entzücken geleſen und klopfenden Herzens den Pfadfinder und deſſen treuen Gefährten„die große Schlange“ auf ihren gefährlichen Wanderzügen begleitet! Mit liebevoller Hingebung ſchildert der Schriftſteller die öſtlichen Staaten ſeines Vaterlandes, die Wildnis in ihrer majeſtätiſchen Großartigkeit, die darin lebenden Menſchen mit ihren natürlichen und angenommenen Tugenden und Laſtern im mörderiſchen Kampfe gegeneinander, treu und wahr. Sein Prinzip„at once to serve and please his readers“ hat Defoe in ſeinem herrlichen„Robinson Crusoe“ durchgeführt. Stoff, Tendenz und Darſtellung des Werkes ſind vorzüglich dem Standpunkte der Jugend angepaßt, nur die Eigenart der Sprache in Formenlehre und Syntax könnte als ſtörend und verwirrend bezeichnet werden. Byron's„Childe Harold“ iſt ein poetiſches Reiſetaſchenbuch, eine Perlenſchnur lyriſcher und politiſch⸗philoſophiſcher Betrachtungen in hinreißender, hochpoetiſcher Faſſung.„Byron beſaß“, um mit Gervinus zu reden,„eine poetiſche Kraft, die alles bewältigte, alle Regungen der menſchlichen Seele, alle Leidenſchaften und Stimmungen zu durchdringen und in Worte zu faſſen wußte. Und eben darin liegt die Macht ſeines Liedes, daß wir überall den unmittel⸗ baren Eindruck ſeines eigenen Seelenzuſtandes empfinden. Düſterer Schwermut iſt vorherrſchend, doch weiß Byron auch für die Bewunderung und Begeiſterung den richtigen Ton zu treffen“. Damit die Schule in leichter Weiſe eine Vorbereitung zum Studium des größten britiſchen Dichters gewähren könne, haben einzelne Schulmänner die Abfaſſung eines ſog. Shakespeare in Proſa unternommen, von denen die„Tales from Shakespeare“ by Lamb; und M. Seamer„Shakespeare’s stories“ wohl die bekannteſten ſein dürften. Ganz beſonderes Lob verdient letzteres Buch wegen ſeiner zum Memorieren recht geeigneter„Beauties from Shakespeare“, die uns wenigſtens einen Blick in die unendliche Fülle Shakespeare’scher Dichterkraft werfen laſſen. Brachte dieſer Dichterfürſt ja in der Zeichnung der Charaktere in ſeinen Tragödien am durchgreifendſten die pſychologiſchen Wahrheiten der innerſten Tiefen des menſchlichen Herzens„ohne daß er den Prunk des Laſters verblümte und der Häßlichkeit des Böſen den Grazienſchleier überwarf,“ naturgetreu zur Anſchauung. Und wer
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