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i⸗Laut nicht behalten; in o jedoch konnte es, da i und o in einem zu entfernten Verwandtſchafts⸗ grade ſtehen, nicht übergehen, und ſo iſt es diphtongiert worden und lautet wie ei. Das lange o hat ſeinen Laut im Engliſchen bewahrt, obwohl es nicht ſo rein klingt, wie im Deutſchen. Das lange u lautet konſonantiſch an, indem es wie ju in Jubel geſprochen wird. Das y als Vokal iſt dem i ganz gleich, als Konſonant lautet es wie ein deutſches j. Wenn man hierzu noch einige kleine orthographiſche Regeln nimmt,— z. B. kein Wort endigt auf i oder u, es wird ſtets ein ſtummes e angehängt; wenige einſilbige Wörter endigen auf o, es tritt meiſtens ebenfalls ein ſtummes e hinzu— ſo kann der Schüler ganze Reihen von Wörtern wie he, me, be, go, no, lie, die, pie, foe, doe, dye, rye, my, by, due, hue etc. nicht bloß ausſprechen, ſondern er begreift auch voll⸗ ſtändig das Warum? und gerade hierauf muß, wie wir oben geſehen haben, das größte Gewicht ge⸗ legt werden, wenn ein Stoff formalbildende Geſtalt gewinnen ſoll.“ ¹) Bei der Lehre über die Aus⸗ ſprache der Konſonanten gilt es Media und Tenuis genau zu unterſcheiden, z. B. bad, bed, bet; cab, cap; had, head, hat; mab, map; bit, pit; and, ant. Ferner iſt auf v, w, wh, den Dehnungscharakter des r nach Vokalen im Auslaut und mit folgendem ſtummem e, fare, mare u. a., die Einübung des j und g vor e, i, y, und vor allem auf das sh ohne den einen Deutſchen ſofort verratenden Ziſchlaut in Wörtern wie shift, shell, shoot, shore zu achten. Man erörtere die Ge⸗ ſetze der Lautverſchiebung, vergleiche engliſches dance, day, deep mit Tanz, Tag, tief. Der tonloſe Dental t des Engliſchen wird im Deutſchen gewöhnlich durch z oder ß, das geliſpelte th meiſt durch d vertreten, z. B. engl. tin, foot, path ſtehen dem deutſchen Zin, Fuß, Pfad gegenüber. Wie ſich hierin das Hochdeutſche zum Engliſchen und den anderen niederdeutſchen Sprachen verhält, ſo verhalten ſich dieſe Sprachen ihrerſeits zum Griechiſchen, Lateiniſchen, Sanskrit, überhaupt zu allen übrigen Familien des indogermaniſchen Sprachſtamms. Weiterhin findet eine ganz analoge Vertauſchung bei den gutturalen und labialen Konſonanten der indogermaniſchen Sprachen ſtatt. Ich führe 3 Beiſpiele für die Verwandlung der Dentalen an, weil ſich bei dieſen die Durchführung am konſequenteſten zeigt.
1) Sanskrit: tad Griechiſch: thyra Lateiniſch: dentem
2) Engliſch: that Engliſch: door Engliſch: tooth
3) Deutſch: das Deutſch: T(h)or Deutſch: Zahn.
Die Zahlen beziehen ſich nur auf den anlautenden Konſonanten in dieſen 3 Wörtern, der im Engliſchen jedesmal um eine Stufe, im Hochdeutſchen um zwei Stufen verſchoben iſt.— Endlich faſſe man die Schärfung und Milderung der Vokallaute in's Auge, unterſuche, ob ſie im Deutſchen oder Engliſchen noch denſelben Grundbegriff haben, oder aber einen Nebenbegriff, ob der Begriff etwa veredelt iſt, ob erweitert oder verengt, ob die Wurzel bei uns noch im Dialekt lebt. ²) ³) Nach Beſprechung der formalbildenden Seite des Engliſchen, gehen wir dazu über den materialen Bildungs⸗
¹) Sonnenburg a. a. O. p. 10 ff.
²) Lellmann a. a. O. p. 10— 13.
²) Als hervorragende Studien auf phonetiſchem Gebiete ſind zu verzeichnen u. a.: Prof. M. Trautmann: Die Sprachlehre im allgemeinen und die Laute des Engl., Franz. und Deutſchen im beſondern. I. Teil, Leipzig. Zugleich ſei hingedeutet auf desſ. Kritik der engl. Lautphyſio⸗ logie in der Anglia IV. 2. p. 56 ff. Prof. J. Gutersohn, der Verfaſſer der hiſtoriſch, kritiſch und reformatoriſch angelegten:„Beiträge zu einer phonetiſchen Vokallehre“. Karlsruhe 1884. F. W. Zimmermann: Die engliſche Ausſprache auf akuſtiſcher und phyſiologiſcher Grundlage. Naumburg aS. 1856. Edmund Wilke: Stoffe zu Gehör⸗ und Sprechübungen. Leipzig 1887.


