7 der ſynthetiſchen Sprachen. Es iſt wahr, das Franzöſiſche weiſt einfache und zuſammengeſetzte tempora auf; jene werden unmittelbar aus dem Verbalſtamm durch Anhängung beſtimmter Tempus⸗ zeichen gebildet, dieſe entſtehen durch Verbindung des Partizips Praeteriti mit den Temporibus des Hülfsverbs avoir(nur einige intranſitive Verben gebrauchen étre.) Ebenſo zeigt ſich das Futurum als eine zuſammengeſetzte Zeit, hat es doch, wie alle übrigen romaniſchen Sprachen das einfache Futurum des Lateiniſchen verloren und erſetzt dasſelbe durch die Verbindung des Infinitivs mit dem Präſens von avoir, ai, as, a, avons, avez, ont, wobei in der erſten und zweiten Perſon Pluralis die Stammſilbe av von avons, avez ſynkopiert wird; je donnerai, tu donneras iſt alſo eigent⸗ lich: ich habe zu geben, du haſt zu geben u ſ. w. Ähnliche Bildung hat das Italieniſche crédere Fut. creder-o ho ich habe(h iſt ſtumm) creder-ai hai du haſt creder-a ha er(ſie, es) hat und das Engliſche J shall love. Auch im Griechiſchen von STety haben, kommt&½α sεαt in faſt derſelben Bedeutung wie 168° vor und das Lateiniſche bedient ſich ſehr häufig be⸗ ſonderer Wörter zur Unterſtützung ſeiner Kaſus, wie der Präpoſitionen de und ad, der Adverbien valde, magis, maxime, in einzelnen Fällen auch zur Bildung von Zeitformen mit esse, ire, habere, wie cubitum ire, persuasum habeo, mihi persuasum est u. a.; was doch alles keine Kriterien einer ſynthetiſchen Sprache ſein können.— Mit nicht geringen Schwierigkeiten hat der Schüler bei den orthographiſchen Veränderungen einzelner Verben zu kämpfen; er hat zu merken, daß, da der Laut des Infinitivs für die ganze Konjugation maßgebend bleibt, die Verben auf cer und ger z. B. zur Hervorbringung des ß⸗Lauts ſich vor a und o einer Cédille, reſp. eines einge⸗ ſchobenen e bedienen(commençons, mangeons.); daß ferner die Verba auf eler und eter bis⸗ weilen den Konſonanten der Endung verdoppeln und an Stelle dieſer Verdopplung bei 4 Zeitwörtern der Accent grave eintritt. Es iſt gar nicht ſo leicht für einen Untertertianer mit Sicherheit in Formen aus mener, mène, menerai, régner, règne, régnerai, préter, préete, préeterai zu operieren, und feſt zu halten, daß dieſe Wörter ſich als Verben mit doppeltem Stamm behandeln laſſen, wie men(mèn) appel(appell) jet(jett) gell(gèl) régn(règn), und daß überhaupt bei manchen Zeitwörtern ein beſonderer Stamm vor der volltönenden und vor der ſtummen Endung anzunehmen iſt, z. B. acquérir, Stamm: acquer(acquièr)
mouvoir,— mouv(meuv) valoir— vual(Gaill) falloir— fall(faill) pouvoir— ppouv(puiss) mourir— mour(meur).
Um ein mechaniſches Einprägen der Verbalformen zu verhüten, würde es ſich empfehlen, die wichtigſten Lautgeſetze durch erläuternde Beiſpiele an der Wandtafel zur Darſtellung zu bringen. Der Lehrer führe z. B. an, daß zwiſchen den Liquiden n und r, und l und r der euphoniſche Buchſtabe d eingeſchoben wird, craindre, résoudre(résolre); daß ausnahmsweiſe jedoch dieſe Einſchiebung bei vinrent und tinrent unterbleibt, daß 1, II, und das moullirte Il vor Konſonanten in u über⸗ gehen, daß s nach au und eu in x verwandelt wird,(vaux, peux, veux, uusgenommen meus); daß, wenn der Stamm eines Verbs auf i mit vorausgeheudem Vokal ausgeht, dieſes i vor einem


