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immer in der Mittagslinie und sein Abstand von dem Durchschnittspuncte derselben mit der horizontalen ist gleich dem Radius des Kreises, für dessen Winkel die Tangenten berechnet wurden(gewöhnlich= 1000). Wird dann schliesslich der Zeiger in diesem Orte unter dem oben so vielfach erwähnten Winkel fest und unverrückbar so an- gebracht, dass er seiner ganzen Länge nach vollkommen in der Ebene des Meri- dians liegt, und die Schattenrichtung desselben für jede Stunde mit der gehörigen Zahl bezeichnet, so ist die Uhr fertig.
Die älteren gnomonischen Schriften*) verfolgen fast alle nur den construc- tiven Weg, ohne sich auf eine Berechnung der Winkel einzulassen. Es wird daher nicht unzweckmässig sein, denselben hier ebenfalls in möglichster Kürze zu schildern, da, zumal wenn man keine grosse Schärfe verlangt, wie dieses bei allen hoch angebrachten Uhren der Fall ist, er mit viel weniger Mühe zum gewünschten Ziele führt. Man beginnt hier jedesmal mit der Verzeichnung einer Aequinoctialuhr und geht sodann von dieser auf die Darstellung der verlangten Uhr über.
Pür jeden Ort der Erde(Pol und Aequator ausgenommen) haben die Flächen der drei regulären Sonnenuhren, der Horizontal-, Aequinoctial- und Verticaluhr, eine solche Lage gegen einander, dass ihr gemeinschaftlicher Durchschnitt in der Ebene des Me- ridians ein rechtwinkliges Dreieck ABC bildet, dessen Hypotenuse AC der allen dreien gemeinschaftliche Schattenzeiger ist, auf welche aus dem Scheitel des rechten Winkels bei B ein Loth BD gefällt worden. Legt man nun durch jede der beiden Katheten, so wie durch dieses Loth eine auf der Ebene dieses Dreiecks rechtwinklig stehende Ebene, wie dieses in Fig. 7 geschehen, so müssen sich diese drei Ebenen in einer geraden Linie FG(in der Kante des rechten Winkels) schneiden. Da der Winkel CAB gleich der Polhöhe des Ortes ist, so sieht man so-
*) Aus der grossen Zahl dersclben sollen hier nur einige interessantere Werke angeführt werden.
Johann Petersen Stengels, Sueci, Gnomonica universalis oder ausführliche Beschreibung der Son- nenuhren etc. Ulm, 1712.
Johann Fr. Penther, Gnomonica fundamentalis et mechanica, worinnen gewiesen wird, wie man sowohl gründlich als auf mechanische Art, allerhand Sonnenuhren, reguläre, irreguläre mit Minuten und himmlischen Zeichen auf allerhand Flächen, sie mögen gleich oder höckericht, beweglich oder unbeweglich sein, verfertigen soll etc. Augsburg, 1760.
Joh Gaupii. Gnomonica Mechanica universalis oder die sehr deutlich und leicht vorgelegte allge- meine mechanische Sonnenuhrenkunst etc. Frankfurt u Leipzig, 1720.
Joh Helfenzrieder. Vollständiger und ausführlicher Unterricht, gute Sonnenuhren auf ebene, ho- rizontale und verticale Flächen, sonderlich auf Mauern und Fenster zu machen. Augsburg, 1790.
Joseph Ferchel. Practische Sonnenuhrenkunst für Jedermann. Passau, 1841. Enthält viele gute Andeutungen in Bezug auf die wirkliche Verzeichnung und Ausfünrung der Sonnenuhren.


