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der Uhr, den andern aber zur Anbringung des Zeigers zu benutzen. Dieses führt zu folgender Construction. Hat man eine genau von Norden nach Süden ge- richtete Verticalebene, auf welcher eine Sonnenuhr verzeichnet werden soll, so be- festigt man in einiger Entfernung vor derselben den Zeiger der Uhr in seiner für den gewählten Ort richtigen Stellung. Derselbe wird also der Wand parallel unter einem der Polhöhe des Ortes gleichen Winkel gegen den Horizont geneigt sein. Liegt er auf der Ostseite der Wand, so wird die von ihm geworfene Schattenebene die Wand von Sonnenaufgang an bis zu dem Momente treffen, wo die Sonne in den Meridian tritt. In diesem Augenblicke fällt der Schatten des Zeigers parallel mit der Fläche der Wand und kann dieselbe während der späteren Stunden des Tages nicht mehr treffen. Eine solche Uhr nennt man eine Morgenuhr(Orientaluhr der Alten) wie die auf der entgegengesetzten Seite der Wand construierte eine Abenduhr(Occidentaluhr) ge- nannt wird. Beide Uhren haben keine Centra, da der Zeiger keinen Punct mit der Uhrfläche gemein hat. Die Schattenlinien des Zeigers fallen immer parallel unter sich und mit der Projection des Zeigers. Denkt man sich um den Zeiger eine Aequinoe- tialuhr vollständig cons ruiert, mit einem Radius gleich dem Abstand des Zeigers von der verticalen Wand, so würde der Zeiger senkrecht auf der Ebene dieser Aequinoc- tialuhr stehen, und die Ebene derselben diejenige der Wand unter einem Winkel ge- gen den Horizont durchschneiden, welcher der Aequatorhöhe des Ortes gleich ist. Die Schattenrichtung der sechsten Stunde dieser Aequinoctialuhr würde senkrecht auf unserer Wandfläche stehen, die der zwölften Stunde aber mit ihr parallel lau- fen. Die Schattenrichtungen der dazwischen liegenden Stunden aber würden die Wand noch treffen und sich auf derselben als untereinander parallele, gerade Linien darstellen. Man hat also zu ihrer Construction nichts nöthig als den Durchschnitt der Fläche des Aequators mit ihr wirklich zu verzeichnen, d. h. eine Linie unter dem Winkel der Aequatorhöhe an eine genau gezogene Horizontallinie so anzulegen, dass sie nach Süden hin den spitzen Winkel bildet, welcher das Complement der Breite des Ortes ist. Alsdann trägt man von der Projection des Zeigers anfangend die Tangenten der Aequinoctialuhr auf diese Linie, zieht durch die so gefundenen Puncte senkrechte Gerade, giebt dem Ganzen eine gehörige Einfassung, bezeichnet die Stunden mit ihren betreffenden Zahlen— und die Uhr ist fertig.
Ganz auf dieselbe Weise ist bei der Construction der Polaruhr zu verfahren. Da ihre Ebene die Ebene des Meridians rechtwinklig durchschneidet und gegen den Horizont unter demselben Winkel(ꝙ) geneigt ist, wie die Axe der Erde, so muss auch bei ihr der Zeiger parallel der Uhrfläche in einiger Entfernung vor, d. h. über derselben angebracht werden. Er hat also keinen Punct mit der Uhrfläche gemein und die Schattenrichtungen desselben werden daher keine Winkel bilden, sondern unter sich parallel auffallen. Da ihre Ebene rechtwinklig auf der des Meridians steht und


