Aufsatz 
Die Correctur sämmtlicher Hefte durch den Lehrer ist nutzlos : Versuch einer psychologischen Begründung dieser Behauptung / [Dute]
Entstehung
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Es erhellt aus den Worten des Herrn Schulraths aber nicht, wer die Entſcheidung hat bei beharrlicher Differenz der Anſichten zwiſchen Lehrer und Director. Letzterer kann doch unmöglich in allen Fächern oberſte Autorität ſein.

Nach vorſtehender Darlegung der Methode im Ganzen komme ich jetzt zur Beſprechung unſerer eigentlichen Frage über Zweck und Nutzen der Correctur.

Ich will auch hier mal zuerſt wieder die Anſichten der Directorenconferenz an die Spitze ſtellen.

S. 13 lauten die Worte des Correferenten:

Dieſer will Nachcorrectur der Schüler, jener verbietet es; dieſer verlangt ein Fehlerver⸗ zeichniß, jener eine Abſchrift; dieſer dringt darauf, daß auch die Abſchrift wieder corrigirt werde, jener meint, daß dies beſſer unterbleibe; dieſer will, daß jede Arbeit beſonders durch⸗ gegangen werde, jener, daß man ſie möglichſt kurz zuſammenfaſſe und die Fehler in einen Ueberblick bringe.

Dennoch ſind wir in der Hauptſache einig; man verbrauche nicht zu viel Zeit dazu, höchſtens eine Stunde, ſuche die Aufmerkſamkeit der ganzen Claſſe zu feſſeln, man ruhe nicht, bis gehörig verſtanden worden ꝛc.

Ich will mich nicht bei einer Kritik dieſes Citats aufhalten, obſchon man wohl fragen könnte, ob denn das überhaupt eine Einigkeit in der Hauptſache heißen kann, wenn man ſich über das Maß von einer Stunde bei der Rückgabe verſtändigt hat, und wie ſich dasnicht ruhen, bis Alles ver⸗ ſtanden mit der knappen Zeit verträgt ich will lieber nach dem Zweck der Correctur fragen.

a. 2 Stimmen verwerfen ſchriftliche Arbeiten im Rechnen, fünf übergehen dieſe Frage mit Stillſchweigen, 20 Stimmen verlangen ſie.

b. 12 Stimmen verlangen ſchriftliche Arbeiten im Hebräiſchen, der Vorſitzende glaubt, daß das Lehrziel auch ohne ſchriftliche Arbeiten zu erreichen ſei, wenn nur nach einer dem Zweck entſprechenden Methode verfahren werde.

c. Die Nothwendigkeit der häuslichen Arbeiten in Phyſik, Mechanik und Chemie auf Realſchulen wird betont mit allen gegen 9 Stimmen, von denen ſich 3 der Abſtimmung enthalten. Da nun blos 7 Realſchuldirectoren anweſend waren, ſo wird alſo in dieſem Fall die Nothwendigkeit ſchriftlicher Arbeiten in Phyfik, Mechanik und Chemie den Realſchulen von einer Majorität von Gymnaſialdirectoren auferlegt.

d. Drei Stimmen erklären ſich gegen jede Anfertigung von Exercitien und wollen nur Extemporalien, darunter Glatz. Dieſes will alle Monat drei Extemporalien einmal 1 Stunde, wovon die Hälfte Arbeitszeit, die Hälfte Correctur, und zweimal je 2 Stunden, wovon 1 Stunde Arbeitszeit und 1 Stunde Correctur.

e. Eine Stimme meint, in VI und V könnten die Cxercitien wegfallen, eine andere will die Exercitien in den mittleren Claſſen fallen laſſen, dafür müßten denn entſprechende mündliche Uebungen treten.

f. Zahl der ſchriftlichen Arbeiten im Deutſchen:

Sexta. Quinta. Quarta. Tertia. Secunda. Prima. Breslau(Matth.) 2 wöchent. 2 wöchentl. 3 wöchentl. 3 wöchentl. 4 wöchentl. 4 wöchentl. Brieg...... 2 4 2 2 2 2 4 Glatz..... 2 2 4 4 4 4 Glogau..... 1 33 2 3 3 4 4 Görlitz... 1 23 23 4 4 4 1I Hirſchberg.... 1 1 2 3 23 3 3 7 Lauban..... 1 1 1 1 4 4 Liegnitz(R.)... 2 3 2 3 2 3 2 3 4 4 7 Mehrzahl... 1 1 2 2 3 4 34