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des Beherrschers:„ich gratulire zur gewonnenen Bataille!“ und sah das königliche Antlitz von Siegesfreude leuchten im Glanze der herbstlich klaren Morgensonne. So hatte einst der wackere Historienmaler Kolbe den Markgrafen Albrecht Achilles, wie er Nürnbergischen Reisigen eine Standarte abringt, mit vom König entnommener Familienähnlichkeit gemalt. So hatte ich— das Bild entstand in der Zeit von Napoleon's lastendem Druck— voll wehmüthiger Kriegersehnsucht gewünscht, das Antlitz meines geliebten Kriegsherrn strahlen zu sehn;— so strahlte es uns jetzt an auf diesem grossen, ersiegten Schlachtfelde von Leipzig. Das rechte Rheinufer befreiet durch diesen Heldenschlag! Die Frage für den uns bis dahin so bedrohlichen Riesen der Revolution nur noch, ob und wie er sich auf das linke Rheinufer hinüber retten werde!— Die Thränen der freudigsten, Gott preisenden Begeisterung stürzten aus meinen Augen, freudiger noch angefacht durch einige Worte des Dankes und der ehrenden Anerkennung, wie auch der väterlichen Wehmuth über die rühmlich Gefallenen, die der König gegen unsern wackeren Anführer in Bezug auf das Regiment aussprach. Als der Monarch vorüber war, und Schenkendorff an Fouqué wieder heranritt mit der glühenden Frage:„Was hat der König gesprochen?“ ergriff den beseeligten Freund ein kindischer, nicht zu rechtfertigender Ubermuth im Sinn der unter den Freunden hergebrachten Neckerei. Nach Schenkendorff habe der König gefragt, hiess es, wie der, den Dragonerhelm unter seinem Civilmantel bergend, in so schier unförmlichem Umfange dargehalten ¹) habe, wie ein Falstaff beinah,— aber einen Blick in des Freundes getrübtes Antlitz werfend, empfand und bekannte Fouqué seine Schuld.„Max!“— hiess es da—„siehe doch nur auch mich an, und verzeihe mir die Kinderei. Grosses und Herrliches hat der König gesprochen.“— Und Max las die Freudenkunde, Gott habe des Feindes Macht voll- ständig gebrochen, noch eher aus des Freundes Antlitz, als dieser, es hervorzusprechen, Zeit gewann. Einer jener Händedrücke, die in die tiefste Seele dringen, einer jener Blicke, die voll Gottesdankes nach der Ewigkeit emporstreben, ward unter den Freunden gewechselt. Bald darauf schieden sie. Es war, wie schon angedeutet, ein Scheiden für alle Zeit, ohne dass die Freunde, so oft sonst bei ihrem Auseinanderreiten an das Nichtwiedersehen für hienieden gemahnt, eben diesmal an eine solche Trennung gedachten. Max ward durch einige Arbeiten und Verhältnisse eine zeitlang in dem er- siegten Leipzig zurückgehalten, während Fouqué die Schaar, welcher er angehörte, auf der Feindes- verfolgung begleitete, seine durch Kriegsbeschwerde schon damals erschöpfte Gesundheit so völlig und gewissermassen unwiederbringlich angegriffen fühlend, dass er, nachdem er den Feind über den Rhein zurückgedrängt gesehen hatte, sich selber zurückgedrängt sah an den heimischen Heerd, um für König und Vaterland fortan nicht mehr mit dem Schwert, sondern nur noch mit Geist und Feder zu ringen.— Dem, ausser seiner Lähmung an der Hand, ganz kerngesunden Max Schenken- dorff dagegen war es noch beschieden, den Feldzug des Jahres 1814 in Frankreich mitzumachen, und zwar nun angestellt und in Uniform. Späterhin ward ihm eine angemessene Civilwirksambeit in den Rheinlanden zu Theil, beseeligt er selbst durch Wiedervereinigung mit Gattin und Stieftochter, anerkannt als einer der edlen Dichter des Vaterlandes und so die letzten Tropfen des Freudenkelches hienieden mit all dem Wohlbehagen geniessend, zu welchem seine heiterkräftige Natur, sein auf das ewige Heil gestellter Sinn ihn ermächtigte. Er ist nachher sanft und selig eingeschlafen an seinem Geburtstage, den er nur mit leisem Unwohlsein begrüsst hatte. Sich niederlegend zu einem kurzen Schlummer, meinte er in seinem durch die liebende Hausfrau mit Kränzen geschmückten Zimmer Abends für das mit erlesenen Freunden verabredete kleine Fest um so heiterer zu sein. Es ward der letzte lange Schlummer aber vorbereitend das ewig selige Fest. Der Gott, welchem Max so liebevoll vertrauend gedient hat, eine nicht lange Erdenbahn hindurch, hat Balsam ge-
1) Wohl ein Provinzialismus für:„sich dargestellt, ausgesehen habe“.
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