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Sie sind also in Köln, der ehrwürdigen, heiligen, wie ewig theuren Stadt. Sie Glücklicher! u. das glückliche Köln, von so milder Hand u. so freundlichem Gemüthe gerade in dem schwierigsten Fache, wo die mehrsten Reibungen zu fürchten sind, verwaltet zu werden. Ich bin zwar bereit meinen Stab weiter zu setzen und hinzugehen, wohin Gott mich schickt, aber meine Liebe und Sehnsucht wird immer an diesen Ufern bleiben ¹).
Hier haben wir manches Neue und nicht viel Erfreuliches. Aus der allgemeinen Zeitung können Sie manches ersehen wenn Sie immer das Gegentheil glauben. Der Graf Waldeck und der entsetzte Präsident von Züllenhardt sind sehr edle Menschen. Dem Beispiele Würtembergs zufolge hat man unter ehrenrührigen Beschuldigungen das Volk vom Adel zu trennen gesucht, u. hier könnte das leichter als dort gelingen: aber Gottes Werk kann doch niemand hindern. Die Juden werden hier sehr protegirt, u. eine Rezension der Rühsschen Schrift von Fries ist konfiszirt. Ewald schreibt nach dem Beispiel seines Freundes Dohm eine Salbe von Toleranz, Humanität u. Indifferentismus für die Juden. Preussen muss als Beispiel dienen.—
Hier wird mit der Kirchen-Glocke zum Strassenkehren geläutet Herr Polizeidirector!
Empfehlen Sie mich schriftlich Ihrer verehrten Gattin; ich werde nicht verfehlen Sie auf- zusuchen wenn ich nach der Bundesstadt komme.
Wir haben in Koblenz wohl in verschiedenen Kreisen gelebt, das musste vielleicht so seyn. Haben wir uns doch beide wohl befunden.
Aber die Vorzüge Ihrer Gattin, die mit Ihnen fürs Vaterland gelitten, u. Ihr tapferes treues Gemüth, all Ihre Freundschaft für mich sind nicht einen Augenblick von mir verkannt und ver- läugnet worden. So soll es auch immer unter uns bleiben. Leben Sie wohl, in Friede u. Freude!
(gez.) Max v. Schenkdf:
Von Groote werden Sie einige neuere Gedichte von mir erhalten.
Nehmen Sie sie als einen Gruss freundlich auf.
Dietz und Lachmann aus Kgsbg. werden uns in diesem Monat pesuchen.
III. An Baersch. Ohne Datum, angeblich aus Coblenz 1816.
Heut' schreibe ich nichts weiter, denn ich schäme mich, so lange nicht geschrieben zu haben, und es soll nicht aussehen, als hätte der Teller mich jetzt dazu gezwungen.
Ich will mein Schweigen auch nächstens durch einen langen Brief gut machen, hab' es auch wohl durch meine treue Theilnahme längst gut gemacht.— Was wär' es denn wenn ich blind wäre, oder nicht schreiben gelernt hätte? Ich könnte ja doch lieb haben und ein treuer Freund seyn*).
Beyliegend erhalten Sie
1) das Manuskript vom Archivar Meyer. 5) Lied von Hempel. 2) Nunc permissum est. 6) ◻Fragen von Ihnen. 3) Aachener Staatskalender von 1791. 7) Hanseatisches Liederbuch.
4) Abschieds-Rede des Br. et Cetra.
Wir leben hier in angenehmen Verhältnissen, immer noch ungewiss, aber doch ziemlich gewiss. Frau und Kind grüssen Sie und Ihre liebe Frau, und ich preise Sie glücklich als Landrath, das wär' ich lieber als Regierungs-Rath und als Polizeidirektor.
Gott grüsse Sie(gez.) Max. 1) Vgl. pag. 15 und Hagen pag. 225. 2) s. Hagen pag. 218.


