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zu beſſern Mittelen gelange, aus der ſogenannten Ritzhaubiſchen und Sonderſighaus Stifftung(alß welche doch faſt gäntzlich erloſchen) des Allmoſens vorhandenem und zu Einem Capital geſchlagenen Recess, und der Kirchen genohmen werde, und zwar nachfolgender geſtalt, daß dem Schulmeiſter aus der Ritzhaubiſchen fundation Jährlich fünfzig Gülden ahn gelt und Vier Malter Gerſt, auß der Kirchen aber Sechszehen Malter Korn, Vier Malter Speltz und Zwei Malter Habern, 4 Ohm Wein, dem Baccalaureo auß der Ritzhaubiſchen Stifftung fünf und Zwantzig Gülden, ſo dan auß dem Zum Capital gezogenen Allmoſen Recess, und davon eingehender pension auch fünff und Zwantzig Gülden, aus der Kirch Vier Ohm Wein, Zehen Malter Korn, Zwei Malter Gerſt, Drei Malter Speltz und Ein Malter Habern: Der Schulmeiſterin der Mägdlein auß dem Sonderſiegenhauß Dreysſig Gülden ahn gelt, auß der Kirch aber Zwölff Malter Korn und Vier Malter Gerſt für ihre Völlige Competenz und beſoldung gereichet, und in den Rechnungen paſſiret, die freye Schul aber wie vorhin continuirt, und die Bürgerſchafft mit Keinem Schulgelt beſchweret werden ſollen. Und damit Unſerer PfarrKirchen fabric deßwegen auch nicht zuviel gravirt werde, So wollen wir derſelben die halbe Pfründt S. Margarethae zugelegt, die andere helfft aber gemelter Pfründt dem Glöckner wegen ſeiner bey ſolcher unſerer gegenwertigen Verordnung habender größerer bemühung, benebens ſeiner Ordinaer beſoldung angewieſen haben.
Gleich wie wir auch Zum Ein und Zwantzigſten gnädigſt gern ſehen, daß in Unſerer Statt und PfarrKirch zu Benßheim auf Sonn: und feyertäg der Gottsdienſt wie bißhero, alſo fürterhin mit Muſikaliſcher solennität gehalten werde, und ſich mithin befunden, daß ſothane Muſic umb deß⸗ willen in etwas zum abgang gerathen, weilen man deroſelben Keine beſtendige belohnung zugelegt, So verordnen wir hiemit„Daß ein Zeitlicher Rector Chori vor ſich und beyhabende geſellen, dieſes lauffende Jahr mit eingerechnet aus denen Kirchengefällen Zehn Gülden ahn gelt, Ein Ohm Wein, und Sechs Malter Korn loco salarii genießen, dahingegen er dann ſchuldig und gehalten ſein ſolle alle Sonn: und feiertäg under dem Ambt der H. Meſſe auf dem Chor zu erſcheinen, und die Muſic alſo anzuordnen, und fortzuführen, daß es zu aufferbauung der Chriſtlichen Gemeindt und mehrerem Lob Gottes gereichen möge.
So viel nuhn Schließlich und zuu Zwey und Zwantzigſten diejenige Puncta ferner betrifft, welche in dieſer unſerer Verordnung nicht außdrücklich begriffen, da laßen wir es bey dem inhalt Unſerer Kirchen Ordnung, und der bißherigen Observanz allerdings bewenden, Unſern Geiſt: und weltlichen Vorſtehern mithin ernſtlich befehlend, daß Sie alles obbeſchriebene nit allein Zum Stand bringen helffen, ſondern auch daß es fürterhin alſo, und unſerm gnädigſten Willen gemees geſchehe, und ge⸗ halten werde, alles angelegenen fleiſes beobachten ſollen.
Zu deſßen beKräfftigung haben wir Unſers Ertzbiſchofflichen Vicariats Inſigell hiebey an⸗ hangen laſſen.
So geben und geſchehen zu St. Martinsburg in Unſerer Statt Maintz, den Dreysſigſten Tag Auguſti Im Jahr Ein Tauſend Sechs Hundert achtzig und Sechs.
Ex mandato Eminentissimae Celsitudinis altefatae
Quirinus Kunckel,
S. S. Theologiae et Juris utriusque Doctor, officialis Moguntinus. m. p. Die Urkunde wird in originali im Pfarrhaus aufbewahrt.


