Aufsatz 
Geschichte des Bensheimer Gymnasiums nach den Urkunden dargestellt : 2. Teil / von Heinrich Dinges
Entstehung
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ſchreibung der Rechnungen, und deren dabey verordneter präſenzgelder, wie nit weniger abſtellung der vormals üblich geweſener Koſtbahrer Mahlzeit, und dergleichen gehalten werden ſolle, welches dann alles in unſerm Ertzſtifft ad observantiam Kommen; So iſt dißfalls unſer fernerer gnädigſt befehlender Will und Meinung, daß in allen dieſen vermeldeten puncten auf erwehnte unſere Kirchen Ordnung geſehen, und derſelben gäntzlich nachgelebt werde.

Soviel dann Sibenzehentens die Kleine und Trivial- ſowohl lateiniſch und teutſche, als Knaben⸗ und MägdleinSchul betrifft, da wollen wir mit allem ernſt und Sorgfalt dahingeſehen haben, daß ſolche auf's beſte eingerichtet, und die Jugendt auf's fleiſigſte, ſonderlich aber die Jenige, ſo auß dene Trivial Schulen ad Infimam und fürters zu ſtudiren gemeint, im leſen, ſchreiben, Componiren und dergleichen, alſo underwieſen werden, daß Sie auß ſothanen Trivial Schulen ad Infimam mit Ruhm admittirt werden Können, Zu welchem ende dann wir nicht allein gnädigſt befehlen, daß fürterhin Kein Schulmeiſter oder Baccalaurens, Er habe dann die darzu erfordernde Studia und fähigkeiten erlangt, angenohmen werden ſolle, ſondern wollen auch, daß wann der jetzige Schulmeiſter die Knaben durch ſeine Underweiſung ad Infimam zu befördern nicht vermögen würde, ſothane der Jugendt lateiniſche Inſtruction entweder dem Baccalaureo aufgetragen, oder mit dem Schulmeiſter eine Enderung vorgenohmen, und eine ſolche qualificirte Perſohn, welche unſerer gnädigſten intention gemäs und zu mehrerer Auffnahmb und Progress der Studien ſothaner Inſtruction praestiren Könne, darzu beſtellet werde.

Sintenmahlen auch Zum AOchtzehenten mercklich darahn gelegen, daß die Jugendt in der Mägdlein Schule ſowohl in der Chriſtlichen Lehr, alß leſen und Schreiben wohl underwieſen werde, So laßen Wir es Zwar bey der daſelbſt ahngeordneter und hergebrachter Mägdleins Schul gnädigſt bewenden, mit dem anhang jedoch, daß eine jedesmahlige Schulmeiſterin eines guten beruff und Leymuths, auch ſonſten eine ſo Erbahre, Züchtig⸗ und Gottsförchtige fraw ſeye, daß mann zu fruchtbahrer underweiſung der Jugendt im leſen, Schreiben und Gottsforcht gute hoffnung und Zuverſicht zu ihr haben Könne.

Soviel dan auch Neunzehentens die fernere beſtell⸗ Ahn Ordnung und Direction der Knaben: undt Mägdleins Schuelen, wie nicht weniger die weitere Qualification des Schulmeiſters, Baccalaurei, und Mägdlein Schulmeiſterin in gelertheit und Gottsforcht, auch andern Chriſtlichen Wandell anbe⸗ langt, Alldieweilen in Unſerer obangezogenen Kirchen Ordnung Cap. 21 außführlich beſchrieben, wie es damit gehalten werden ſolle, alß wollen Wir auch Unſere Geiſt: und Weltliche Vorſtehern der Schuelen zu deſſen observation alles ernſts ahngewieſen haben.

Ferner und Zum Zwantzigſten der Schulbedienten Competenz und beſoldung betreffent, Nach demahlen Unß underthänigſt hinterbracht worden, daß obgeſetzte Schulmeiſter, Baccalaureus undt Schulmeiſterin der Mägdlein gegen bisherige freye Schulhaltung auß denenjenigen Renthen bis dahero salaryrt worden, welche wir nach aufgehobener Collectur Unſerer Kirchen und deren dabey befindlichen Pfründen und Benefccien restituiren und wieder einraumen laſſen, mithin dan die nothdurfft erfordert, denenſelben für ihre bemühung und Sorgfalt ein anderwertliches Salarium zu verordnen, Nach genawer Underſuchung der Sach aber vor Kommen, daß Unſere ohne dem bey ſchlechten Mitteln ſich befindende Bürgerſchaft(wie Sie ſonſten ſchuldig wehren) ein ſolches aufzubringen nicht vermag: Alß verwilligen Wir aus Ertzbiſchofflicher gewalt und Macht hiemit gnädigſt, daß die Jährliche beſoldung des Schul⸗ meiſters, Baccalaurei und Schulmeiſterin der Mägdlein ad interim und biß unſere Bürgerſchafft