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mehrern Eiffer bey der Chriſtlichen Jugendt zu erwecken, daß Sie die Vier Lateiniſche Schulen, wie obgemelt in einem Hauß und under einem Dach in Zweyen darzu verordneten Stuben halten ſollen, wie wir dan wegen deren deſwegen nötiger reparation und Zurichtung gemeſſenen befelch ergehen zu laſſen nit ermanglen werden.
Wir wollen auch zum Sibenten Unſerm Pfarrer zu Benßheim(deme wir dieſer abſonderlichen bemühung, und anderer Urſachen halber die Pfründ S. Martin bereits würklich Conferirt haben) und ſeinem Succeſſoren ahn der Pfarr hiemit außdrücklich aufgetragen haben, daß Er alß von Unß ver⸗ ordneter Praefectus Studiorum auf die lateiniſche und Teutſche Schuelen trewfleiſige Obſicht halten, dieſelbe wöchentlich ein: oder andermahl beſuchen, die Kinder und Schüler examiniren, und alles an⸗ gelegenen fleiſes dahin ſehen ſolle, daß ahn embſiger underweiſung der Chriſtlichen Jugendt nichts vernachläſſiget, ſondern alles von Unß verordneter maſſen zum ſtand gebracht, und ſowohl jetzt, alß hin Künfftig gehalten und obſervirt werde; wie wir dan dißfals offt erwehnte beide Altariſten ahn ihn Unſern Pfarrern alß Praefectum Studiorum APresa gewieſen, und ſie demſelben in ſo weit undergeben haben wollen.
Nachdem dann auch Achtens billige Vorſehung zu thun, daß Caplan und Altariſten ahn ohnauß⸗ ſetzlicher Haltung des Gottesdienſts, und Beförderung des Lateiniſchen Schulweſens zumahlen nicht verhindert, ſondern Gott dem Allmächtigen, und ihrem Nechſten dem Geiſtlichen Standt und beruf nach umb ſo rühriger dienen, und davon durch zeitliche Sorgen und geſchäften nicht abgehalten ſeyn mögen, So iſt Unſer befehlender Will und meinung, daß die Caplan und Altariſten die Pfründ: und Beneficial Renthen nicht in Perſon eintreiben, ſondern dem Gottesdienſt und Schulhaltung allein abwarthen ſollen.
Zu welchem endt, und damit Zum Neunten gleichwohlen alle ſowohl der Pfarr⸗Kirchen⸗ als präſenz⸗Beneficial⸗ und Fabriegefälle umb ſo richtiger eingetrieben werden mögen, wir nach der in anderen Unſeres Ertzſtifftes Stätten üblich hergebrachter Observanz hiemit außrdücklich verordnen, daß Sechs Kirchenpflegere oder Juraten(und zwar zwey jedesmahls auß dem Rhat, vier aber auß Unſerer Bürgerſchafft) alle habhafft⸗Ehrliche undt ſonſten ohntadelhafte Perſohnen ahn⸗ und aufgenohmen auch darzu verpflichtet werden mögen; under welchen der Erſtere das erſt angehende Jahr als Bawmeiſter alle obengenannte Gefälle und Renthen einnehmen, die ihme zu Kommende Ausgab und bezahlung Caplans und Altariſten davon thun, nach endigung des Jahres, und zwar Termino Luciae in beyſein Unſers Pfarrers, Caplan und beyder Altariſten, wie auch Unſers Schultheiſſen und erſterwehnter ſambtlicher Juraten ehrlich⸗ und aufrichtige Rechnung mit glaubhafter beſcheinung der außgaben ab⸗ legen ſolle, welche ordnung dann alſo zu Continuiren, daß Wann ein Bawmeiſter nach ſeiner abge⸗ legt⸗ Und Justificirten Rechnung abgehet, der ihme in der Ordnung nachfolgende die liefferung des Recesses benebens der Bawmeiſtereybedienung gleich ahnnehme, Einnahm und Außgab führe, und ſo folglich ſeinen Vorfahren in beſagtem Termino Luciae(welchen wir zumahlen nicht überſchritten haben wollen) gebührliche Rechnung ablege.
Wir wollen auch Zehntens, daß bey dieſer Juraten und Bawmeiſter Rechnung alle Confusion und Verwirrung verhütet werde, Zu welchem ende dann alle und jede Bawmeiſter in ihrer Rechnung ſowohl über die Pfründt⸗ und präſenz⸗ alß fabric Renthen und Gefälle abſonderliche Einnahm und Ausgab führen und eins mit dem andern nicht vermiſchen ſollen.
Damit aber auch und Zum Eilfften dieße ſo verordnete Juraten wegen Ihrer das Jahr durch


