Aufsatz 
Geschichte des Bensheimer Gymnasiums nach den Urkunden dargestellt : 2. Teil / von Heinrich Dinges
Entstehung
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Und weilen vermög der alt lobſeligen Fundationen und Stifftungen hinbevor gewiſſe ferien gehalten worden, und dann billig iſt, daß gegen genießung der Renthen ein ſolches wider ein⸗ geführt werde, So wollen Wir Vors Andere, daß ſowohl der Caplan alß jeder von beyden Altariſten und zwar alle und jede Woch ein mahl, dabenebens in festis Titularibus ihrer Beneficien(wie die unden benahmet werden) jährlich nach der gottſeligen Fundatoren und Stiffter hinterlaßener Intention und Meinung Eine heylige Meſſe leſen, und darahn niemalen ſäumig erſcheinen ſollen.

Nachdeme auch benebens denen Corporibus der Altarien und ſo genannten Pfründ Renthen ſich bey Unſerer Pfarr Kirch zu Benßheim einige Präſenzgefälle befinden, davon der halbe Theil biß anhero der PfarrKirchen Fabrie zugelegt, und derſelben zu gutem verwendet worden, der andere halbe Theil aber gantz frey und ohne Beſchwerden vermög Unſerer allbereit gnädigſt ergangener münd⸗ licher Verfügung durch leſung Einer Täglichen h. Meſſe der ſelig abgelebten Fundatorn und gutthäter Seelen zu Troſt deſervirt werden ſoll, alß laßen wir es auch Drittens dabey und bey ſolcher repartition allerdings bewenden, und widerholen dißfalls unſern wegen leßung Einer Täglichen H. Meſſe gnädigſt gethanen mündlichen befelch hiemit ausdrücklich, dahingegen dann gemelte Helft der Präſenz Renthen Unſer Pfarrer, Caplan, und beide Altariſten zu gleichen Theilen genießen, und ſich wegen Täglicher leßung einer H. Meſſe alſo undereinander vergleichen und vereinbahren ſollen, damit dißfalls Unſere gnädigſte Intention ohne einige Mißbeliebige Außſetzung vollzogen und derſelben gebührend nachgelebt werde. So viel obige der Pfarrkirchen fabric vor dieſem zugelegten Helft der Präſenzgefällen betrifft, So verordnen wir hiemit, daß davon das nötige geleucht, Meßwein und andere Nothwendigkeiten ver⸗ ſchafft werden mögen. Damit aber Viertens obgedachte Unſere beyde Altariſten zu Benßheim wegen dieſer ihrer geiſtlichen Bedienung das Zeitliche Auß Kommen, auch Ehr: und Prieſterlichen Under⸗ halt haben mögen, So haben Wir auß dißen und andern bewegenden Urſachen einige Unſerer Pfarr⸗ kirch zu Benßheim Altaria nach beſag Unſerer darüber ausgefertigter Brief denen Geiſtlichen Rechten gemäs uniret, und zuſammengezogen, von welchen alßo vereinigten Pfründen wir dann dem Erſteren Altariſten die Pfründen S. Spiritus, S. Joannis und S. Barbarae und dan dem anderen Altariſten S. S. Magdalenae, Catharinae, Laurenty, Leonardi und Omnium Sanctorum hiemit und in Krafft dieſes assigniren, dergeſtalt und alſo, daß Sie ſolche mit allen ihren Renthen, Gerechtigkeiten und Zugehörungen zu genießen haben ſollen, mit dieſem außtrücklichen beding und anhang jedoch, daß mehrerwehnte zwey Altariſten verordneter maſſen verbunden und gehalten ſeyn ſollen, ſowohl die wöchentliche ferien zu leßen, alß auch obgeſetzte vier Lateiniſche Schulen, alß Infimam, Secundam, Syntaxin und Poeticam zu dociren. Alldieweilen auch Fünfftens die Nothdurfft erfordert, daß beyde Altariſten mit nötigen Wohnungen verſehn werden, und Wir dan vernehmen, daß eine und andere zur Kirchen und Beneficijs geſtiffte Häuſer vorhanden, zur Zeit des Calviniſtenthumbs und langwührigen Teutſchen Kriegs aber in mercklichen Abgang und ohnbaw Kommen ſeyen // So befehlen Wir Unſerm Pfarrer und Schultheiſſen zu Benßheim hiemit, und in Krafft dieſes, mit beyhülf unſers Rhats, und Juraten daſelbſt darahn zu ſeyn, daß vorerſt gemelte Geiſtliche Perſohnen entweder in abſonderlichen Häuſern, oder in einem Hauß beyſammen, wie es ſich am füglichſten und bequemlichſten ſchicken würde, nothdürfftige Wohnung verordnet werden möge.

Es Mögen aber Sechstens Unſere Altariſten abſonderlich oder beyeinander in einem Hauß ihre Wohnung haben, So wollen wir jedoch aus bewegenden Urßachen und ſonderlich umb einen