Aufsatz 
Geschichte des Bensheimer Gymnasiums nach den Urkunden dargestellt : 2. Teil / von Heinrich Dinges
Entstehung
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III. AUrkunde. Regelung der Kirchen- und Schulverhältniſſe zu Bensheim.

Wir Anſelm Frantz von Gottesgnaden des Heyligen Stuhls zu Maintz Ertzbiſchoff, des Heyligen Röm. Reichs durch Germanien Ertz Kantzler und Churfürſt, Entbieten Unſerm Landdechanten und Pfarrern, auch Caplan und Altariſten, wie nit weniger Schultheiſſen und Rhat in Unſerer Statt Benßheim unſeren gnädigſten Gruß und fügen Euch zu wiſſen: Nachdeme Wir Uns nach angetrettener Unſerer Ertzbiſchoff. und Churfürſtlicher Regierung ſonderlich angelegen ſeyn laßen, daß in Unſerm Ertzſtift ſowohl in Stätten alß auf dem Land zu mehrerer Ehr und Glori des Allerhöchſten der Gottesdienſt befördert, derſelbe denen alten löblichen und gottſeligen Fundationen und Stiftungen gemäs eingerichtet und fortgeführet, auch die darzu gewidmete Renthen und Gefäll dahin verwendet werden mögen, wie wir dan zu ſolchem ende und aus ſonderbahr bewegenden Urſachen Uns gemüſſiget befunden, in Unſerm Ober Ambt Starckenburg die Collectur gäntzlich aufzuheben und zu verordnen, daß jeder in gemeldetem Unſerm OberAmbt Starckenburg gelegener Kirchen diejenige Renthen und Gefälle, ſo deroſelben von altersher zugehöret und gottſelig darzu geſtiftet, hinwider ahngewieſen, zu beobachtung deren ahn jedem orth gewiße KirchenPfleger, wie es ſonſten in anderen Unſers Ertzſtifts Stätten gebräuchlich, verordnet, dieſelbe von Jahren zu Jahren nach dem inhalt Unſerer Kirchen Ordnung zur ordentlichen Rechnung angewieſen, aus denen Jährlichen Einkünften dasjenige, was vor dieſem fundirt und geſtifftet worden, gehalten, und alßo alles in den vorigem alten Standt, und wie es ſonſten in anderen Unſers Ertzſtiffts Ambtern, Stätten, flecken und Dorfſchafften observirt wird, geſezt werden möge; daß Wir dahero aus obliegendem Ertzbiſchöfflichen Ambt und Sorgfalt gleich⸗ fals dahin getrachtet, wie unſerer PfarrKirchen zu Benßheim und darzu gehöriger Beneficien fundationes. Renthen und Gefälle fleißig underſucht und dieſelbe zu Vermehrung der Ehr Gottes denen lobwürdigen Stifftungen und altem herkommen gemäs wider angewendet, alſo alles zum Standt und richtigkeit ge⸗ bracht und befördert werde; wie Wir dann nach vorhergegangener ſothaner Underſuchung nachfolgende Verordnung in underſchiedlichen Articulen begriffen außfertigen laſſen wollen, damit man ſich bey erwenhter Unſer PfarrKirchen zu Benßheim jetzt und Künfftig mit beſtandt darnachrichten möge.

Und zwar Erſtlich Ordnen, ſetzen und wollen Wir, daß zu Vermehr: und haltung des Gottes⸗ dienſts, trewfleiſiger beobachtung der Seelenſorg, auch beſtendiger Underweiſung der Chriſtlichen Jugendt ſowohl in Kirchen alß Schulen in Unſerer Statt Benßheim benebens Unſerm Pfarrer und Caplan, deren bißherige bedien: und Salarirung wir in dem vorigen Standt, wie es biß hieher geweſen, aller⸗ dings verbleiben laſſen: Zwey Altariſten, welche würcklich Priſter ſeyn, wohnen und beſtendig reſidiren: So dan Ein Schulmeiſter mit einem Baccalaureo und Schulmeiſterin der Mägdlein gehalten, vom Pfarrer und Caplan hauptſächlich der Gottesdienſt und obliegende Seelenſorg verwalthet, von dem Einen Altariſten die lateiniſche Schulen, und zwar Infima und Secunda, von dem andern Altariſten aber Syntaxis und Poetica alternatim, oder wie Sie ſich dißfalls untereinander vergleichen, dociret, nicht Weniger vom Schulmeiſter und Baccalaureo die Trivial Schuelen, und ſo folglich von der Schul⸗ meiſterin der Mägdlein derſelben unterweißung alles angelegenen fleiſes beobachtet, und zumahlen darahn nicht das geringſte underlaßßen werden ſolle.