Aufsatz 
Geschichte des Bensheimer Gymnasiums nach den Urkunden dargestellt : 2. Teil / von Heinrich Dinges
Entstehung
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1885/86 vorgeführt. Die Bezeichnunggegenwärtig iſt alſo auf dieſes letzt genannte Schuljahr zu beziehen.

Es erübrigt nun noch der Direktoren zu gedenken, welche in dieſer Periode der Anſtalt vorge⸗ ſtandeu haben. Der erſte derſelben, Joſeph Helm, iſt, wie oben dargethan, aus dem Lehrerkollegium hervorgegangen. Er war geboren den 31. Mai 1792, wurde durch Allerh. Dekret vom 15. Mai 1815 mit einem Gehalt von 600 fl. als Lehrer des Gymnaſiums und der Normalſchule angeſtellt, nach dem Abgang Herolds 1831 proviſoriſch mit der Direktion betraut und durch Allerh. Dekret vom 7. Januar 1834 definitiv als Direktor angeſtellt. Er ſtarb den 18. April 1862 zu Bensheim, nachdem er durch Allerh. Dekret vom 24 November 1861 in Ruheſtand verſetzt war. Die Bethätig⸗ ung ehrenwerteſter Pietät von ſeiten ſeiner Schüler und Verehrer haben wir oben berichtet.

Nach kurzer Verwaltung der Direktion durch den älteſten Lehrer Franz Joſeph Herrmann während der Krankheit Helms wurde Profeſſor Franz Joſeph Friedrich Schöller durch Allerh. Entſchließung vom 17. Januar 1862 zum Direktor des Bensheimer Gymnaſiums ernannt. Schöller war geboren zu Mainz, den 27. Januar 1808, erhielt in ſeiner Vaterſtadt ſeine Gymnaſial⸗ bildung und bezog dann die Univerſitäten Bonn und Gießen. Er beſtand am 14. September 1830 die akademiſche Prüfung, machte dann ſeinen Acceß am Gymnaſium zu Mainz und verſah hierauf vom Frühjahr 1833 bis 22. November 1839 das Amt eines Repetitors an dieſer Anſtalt. Seit letztge⸗ nanntem Tage definitiv am Mainzer Gymnaſium angeſtellt, wirkte er daſelbſt bis zu ſeiner Berufung an die Direktion des Bensheimer Gymnaſiums. Dieſe bekleidete er bis zu ſeinem Tode, der am 30. März 1866 erfolgte. Er ſtarb und liegt begraben zu Bensheim.

Wiederum übernahm der älteſte Lehrer Herrmann die Direktorialgeſchäfte, die ihm durch hohe Verfügung vom 5. April 1866 bis auf Weiteres übertragen wurden. Es erfolgte dann durch Allerh. Dekret vom 9. November 1867 die Ernennung des ſeitherigen Lehrers am Bensheimer Gym⸗ naſium, Dr. Johann Bapt. Geyer, zum Direktor. Dieſer war geboren zu Mainz, den 7. Nov. 1822, abſolvierte daſelbſt das Gymnaſium und ſtudierte zu Gießen Philologie. Nachdem er ſeine akademiſche Prüfung beſtanden und am Gymnaſium zu Gießen ſeinen Acceß gemacht hatte, half er daſelbſt aus, bis er nach Weyers Tod 1853 als proviſoriſcher Lehrer an das Bensheimer Gymnaſium berufen wurde. Er blieb proviſoriſch bis zum Jahre 1862 hier verwendet, mit Ausnahme des Schul⸗ jahres 1856/57, das er am Gymnaſium zu Mainz zubrachte, wurde durch Allerh. Dekret vom 27. Dezember 1862 definitiver Gymnaſiallehrer zu Bensheim und ſchon am 9. November 1867 als Direktor daſelbſt angeſtellt. Er ſtarb am 8. Auguſt 1877 zu Bensheim. Während der kurzen Zeit, da Geyer krank lag, verſah Gymnaſiallehrer Dommerque die Direktion. Schon am 23. Auguſt 1877 wurde durch Allerh. Entſchließung der nunmehrige Direktor, Profeſſor Dr. Johann Bapt. Keller, er⸗ nannt und mit Beginn des neuen Schuljahres am 23. Oktober durch Oberſchulrat Becker feierlich in ſein Amt eingeführt. Profeſſor Dr. Keller iſt geboren zu Bensheim am 15. November 1821, erhielt ſeine Gymnaſialbildung daſelbſt, bezog dann die Univerſitäten Tübingen und Gießen, beſtand ſeine akademiſche Prüfung 1844, wurde durch hohe Verfügung vom 13. Mai 1851 proviſoriſcher Lehrer am Gymnaſium zu Mainz und durch Allerh. Dekret vom 12. Mai 1855 definitiv daſelbſt an⸗ geſtellt. Er wirkte ſeit ſeiner proviſoriſchen Anſtellung bis zu ſeiner Berufung an die Direktion des Bensheimer Gymnaſiums ununterbrochen am Gymnaſium zu Mainz.

Anm. a. Das anf ſeinem Grabſtein angegebene Geburtsjahr 1791 iſt nach Ausſage ſeines Sohnes, des Herrn Seminarlehrer Guſtav Helm, irrtümlich.