Aufsatz 
Geschichte des Bensheimer Gymnasiums nach den Urkunden dargestellt : 2. Teil / von Heinrich Dinges
Entstehung
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Prieſter Damian Kamp aus Mainz als Nachfolger Arzbergers ſeine Stelle am Bensheimer Gymnaſium angetreten, nachdem er von Großh. Oberſtudienrat am 12. Mai zum proviſoriſchen Lehrer ernannt und vom biſchöflichen Ordinariat am 19. Mai als Benefizialverwalter zu den kirch⸗ lichen Funktionen der beiden Benefizien beſtellt worden war. Es war zwiſchen Großh. Oberſtudien⸗ rat und dem biſchöfllichen Ordinariat vereinbart worden, daß Kamp den Unterricht in der Reli⸗ gion, im Hebräiſchen und in einigen anderen Gegenſtänden bis zu 18 Stunden vöchentlich erteile. Sein Gehalt betrug 600 fl. mit Einſchluß der 180 fl., welche der Pfarrer ſeither für Deſervitur der beiden Benefizien bezogen hatte. Die Stadt leiſtete zum Gehalte des Benefizialverwalters von nun an 380 fl. Beitrag, der in dieſem Jahre bewilligt wurde. Kamp verſah dieſe Verrichtungen zu Bens⸗ heim bis zum Jahre 1843, wo er am 20. Mai die Pfarrei Weiſenau erhielt. Er war am 12. Auguſt 1837 Prieſter geworden und ſtarb am 24. Dezember 1876 als Pfarrer zu Frei⸗Laubersheim. Der Religionsunterricht der Bensheimer Gymnaſiaſten lag nach Kamps Abgang bis zur Wiederbeſetzung ſeiner Stelle, vom Mai 1843 bis zum Oktober 1844, der Pfarrgeiſtlichkeit ob. Es erteilte ihn der jetzige Regens des biſchöflichen Seminars Dr. Chriſtoph Moufang, damals Pfarrverweſer zu Bensheim, nachdem Pfarrer Johann Stratmann nach ſeiner kurzen Wirkſamkeit von 18401843 von hier in das Domkapitel zu Mainz berufen worden war. Den 24. Mai 1841 war Andreas Lutz als Kaplan und zur Aushülfe am Gymnaſium nach Bensheim gekommen, doch ſchon am 17. Dezember desſelben Jahres erſuchte biſchöfliches Ordinariat den Großh. Oberſtudienrat, daß der Kaplan vom Unterricht entledigt werde, da Pfarrer Stratmann ihn zur Beſtreitung der Seelſorge nötig habe. Lutz wurde im Februar 1842 nach Heldenbergen verſetzt. Sein Nachfolger am Gymnaſium war der weltliche Philologe Sebaſtian Kunkel aus Dieburg. Dieſer wirkte bis zu ſeiner Penſionierung 1862 beſonders als Lehrer im Lateiniſchen, Griechiſchen und Engliſchen und ſtarb den 28. Oktober 1885 zu Dieburg. Kurze Zeit nach Kunkels Berufung wurde noch Dr. Franz Heinrich Joſeph Albrecht aus Hechtsheim als Lehrer des Franzöſiſchen und der Geſchichte proviſoriſch angeſtellt. Er erſcheint bereits in dem am 20. Juli 1844 aufgeſtellten Voranſchlag mit einem Gehalte von 500 fl. Durch Verfügung Großh. Oberſtudienrates vom 5. Januar 1848 wurde er als franzöſiſcher Lehrer an dem Mainzer Gymnaſium angeſtellt, wo er zeitweiſe auch Geſchichte lehrte und nach einer dortigen Wirkſamkeit von etwa 6 Jahren ſtarb. Nachfolger des 1843 an die Pfarrei Weiſenau ver⸗ ſetzten Benefizialverwalters Kamp wurde Dr. Franz Blümmer. Derſelbe war geboren zu Mainz den 20. November 1817, Prieſter ſeit dem 17. Auguſt 1843 und hatte am Ende des Jahres 1841 zu Gießen das philologiſche Examen beſtanden. Den 16. April 1844 brachte ihn, der damals Kaplan zu Klein⸗Krotzenburg war, die biſchöfliche Behörde bei Großh. Oberſtudienrat in Vorſchlag, worauf er am 1. Oktober g. J. zum Verwalter der beiden Benefizien ernannt wurde. Seine definitive Ernennung erfolgte durch Allerh. Dekret vom 7. Januar 1848, nachdem ihn der Stadtvorſtand laut Urkunde vom 14. Mai 1847 dem biſchöflichen Ordinariat präſentiert hatte. Die Zuſtimmung des Pfarrers Blöſinger iſt d. d. 9. Juni, die des Kreisrats v. Rüding vom 5. Juli 1847. Die Kommende des Biſchofs Kaiſer iſt datiert vom 3. Februar 1848 und lautet auf das beneficium S. Spiritus, S. Joannis, S. Barbarae. Die Verwaltung des anderen annoch erledigten Benefiziums beſorgte ebenfalls Dr. Blümmer. Sein Gehalt betrug 865 fl. 33 Kr. Nachdem er als Religions⸗ lehrer nnd Philologe faſt 9 Jahre hier gewirkt hatte, wurde er durch Allerh. Dekret vom 2. Juni