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Dem Chlor ſehr ähnlich in dieſer Beziehung zeigt ſich das Jod. Da bisher noch keine Veranlaſſung vorlag, den Schüler mit dieſem Körper bekannt zu machen, ſo werden ihm die Eigenſchaften desſelben gezeigt. Seine Darſtellung iſt der des Chlor ganz analog:
80 8 MnO,+ 2Na]+† 8eo,+. Sſo⸗— de0⸗+ 80270,+ 2R1,0+ 21
Naz Auf die Alkalien wirkt Jod, wie Chlor: 6KHO+ 6J= JKO,+ 5 K]+† 3.0. (Jodſaur. Kal.)
Nachdem nun noch gezeigt worden iſt, daß auch das Ozon kräftig oxydirende Eigenſchaften beſitzt, werden die zuletzt erworbenen Kenntniſſe zur Ma ßanalyſe benutzt. Zu dem Ende wird eine Chamäleonlöſung hergeſtellt, deren Oxydationsfähigkeit man mit Hülfe der Oralſäure beſtimmt. Die kryſtalliſirte Oxalſäure CaHeO,+ 3 O hat das Molekulargewicht 126 und braucht 1 Atom= 16 Gwth. O, um ſich zu CO zu oxydiren. Wiegt man alſo eine geringe Menge dieſer Säure ab, löſt ſie in Waſſer und ſetzt nun aus der Bürette vorſichtig ſo viel Chamäleonlöſung zu, bis dieſe nicht mehr entfärbt wird, ſo kann durch eine ſehr leichte Rechnung beſtimmt werden, wie viel Sauerſtoff ein Cubik⸗ centimeter Chamälconlöſung abzugeben im Stande iſt. Hat man z. B. 0,5 Gramm Oxalſäure in Löſung gebracht und zu ihrer völligen Oxydation 45,5 Cubiscentimeter Chamäleonlöſung verbraucht, ſo ergibt (nach den oben angegebenen Molekulargewichten) die Proportion
X: 16= 0,5: 126 daß 0,0635 Gramm Sauerſtoff zur Oxydation nöthig waren; dieſer O war in 45,5 C. C. enthalten; folglich gibt jeder C. C. der gebrauchten Chamäleonlöſung 0,0635: 45,5= 0,00139 Gramm Sauer⸗ ſtoff ab. Mit der auf dieſe Weiſe titriten Löſung werden nun einige Analyſen(ſchwefelige Säure, Eiſen⸗ und Kupferoxydul⸗Salze oder⸗ Chlorüre) gemacht. Hat man z. B. zur Orydation einer unbe⸗ ſtimmten Menge von Kupferoxydul 43 C.C. der obigen Chamäleonlöſung verbraucht, ſo waren von dieſer 0,00139. 13= 0,05977 Gramm Sauerſtoff abgegeben worden. Da nun das Molekulargewicht des Kupferoxyduls(Cu⸗O)= 144 iſt und 1 Mol. Cu⸗O ein Atom O braucht, um in CuO überzugehen, ſo ergibt die Proportion X: 141= 0,05977: 16,
daß 0,53793 Gramm Kupferoxydul in der Löſung waren. Salpeterſäure, Queckſilber, Braunſtein werden durch die intereſſante Differenzbeſtimmung analyſirt. Zu Salpeterſäure von unbeſtimmtem Ge⸗ halt, ſetzt man eine bekannte Menge Eiſenvitriol in Ueberſchuß. Ein Theil des letzteren wird durch er⸗ ſtere in Oxydſalz verwandelt und hierauf der Reſt des Ciſenvitriols durch titrirte Chamäleonlöſung ebenfalls höher oxydirt. Da man weiß, wie viel Cubikcentimeter der letzteren zur Oxydation der ganzen Menge Vitriol nöthig geweſen wäre, ſo findet man durch die Differenz dieſer Zahl und der Zahl der wirklich gebrauchten C. C. diejenige Chamäleonmenge, und damit auch die Sauerſtoffmenge, welche der Salpeterſäure entſpricht.
In einigen Verſuchen wird nun noch das Verhalten des Jods gegen arſenigſaures und unter⸗ ſchwefligſaures Natron ermittelt und die maßanalytiſche Beſtimmung von chlorhaltigen Flüſſigkeiten erörtert..
Die unterſchwefelige Säure wirkt nämlich auf freies Jod nach der Gleichung: 2]3+ 28202+ H.0= 2II+ 8405(Cetrathionſäure). Löſt man alſo Jod in Jodkalium, ſetzt Stärkelöſung hinzu, ſo daß die Flüſſigkeit dunkelblau wird, und gibt dann unterſchwefligſaures Natron hinzu, ſo wird in demſelben Augenblick die blaue Farbe verſchwinden, in welchem die letzten Theilchen Jod in Jodwaſſerſtoff umgewandelt ſind. Nach der obigen Gleichung ſind ebenſoviel Moleküle unter⸗ ſchweflige Säure als Jodatome nothwendig, d. h. es wirken 127 Gewichtstheile Jod anf 96 Gewth. §.0a, oder, da kryſtalliſirtes unterſchwefligſaures Natron(8. Na⸗O,+ 5H.O) angewendet wird, deſſen Molekulargewicht= 248 iſt, je 127 Gewth. Jod auf je 248 Gewth. unterſchwefligſaures Natron. Es iſt alſo hierzu nur eine Löſung von bekanntem Salzgehalt nöthig. Läßt ſich aber auf dieſe Weiſe freies Jod mit unterſchwefligſaurem Natron meſſen, ſo muß ſich auch hierdurch Chlor beſtimmen laſſen, da ja Jod durch freies Chlor ausgeſchieden wird. Treibt man aus einer kleinen Menge einer Chlor⸗


