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verbindung alles Chlor ohne Verluſt aus, leitet das Gas in eine überſchüſſige Jodkaliumlöſung, ſo daß alles freiwerdende Jod gelöſt werden kann und beſtimmt dann durch unterſchwefligſaures Natron auf die oben angegebene Weiſe die freigewordene Menge von Jod, ſo kann leicht die unbekannte Menge von Chlor beſtimmt werden, da 127 Gewth. Jod 35,5 Gewth. Chlor entſprechen. Auf arſenige Säure in alkaliſcher Löſung wirken Jod und Chlor ebenfalls oxydirend nach der Gleichung As⸗0+ 41+ 2Na?O= As.Oz+. 4Nad. Es kann alſo die arſenige Säure ebenfalls genau ſo wie unterſchwefligſaures Natron zur Beſtimmung von Jod und Chlor gebraucht werden, da auch ſie alles freie Jod umwandelt. Von beſonderem Intereſſe und practiſcher Bedeutung iſt aber, daß die ar⸗ ſenige Säure auch durch unterch lorige Säure oxydirt wird, wobei bie beiden Beſtandtheile der letzteren oxydirend wirken, der eine direkt, der andere indirekt: As⸗Oz+. Cl.O+ Na?⸗O= As.O,+ 2Nacl. Da die Bleichſalze ihre bleichende Wirkung ihrem Gehalte an unterchloriger Säure verdanken, ſo läßt ſich hiernach ihr Bleichwerth durch arſenigſaures Natron und Jod beſtimmen.(Chlorimetrie).
In dem letzten Abſchnitte des Arendt'ſchen Lehrbuches werden nun noch die eigentlichen Waſſer⸗ ſtoffverbindungen durchgenommen und zwar nach Analogie ihrer Zuſammenſetzung in vier Gruppen: die Waſſerſtoffverbindungen der Haloide(Cl, Br, J, Fl und Cy), die von O und 8, von N, P, As, Sb, und die von C und Si. Ein genaues Augenmerk wird auf die volumetriſche Zuſammenſetzung ge⸗ nommen. Getrocknetes Salzſäuregas wird mit Natriumamalgam behandelt. Das Natrium bindet das Chlor der Salzſäure und der Waſſerſtoff bleibt übrig. Nach Beendigung des Verſuches iſt genau die Hälfte des Gaſes verſchwunden. Daraus ergibt ſich, daß bei der Bildung der Salzſäure weder Ver⸗ dichtung noch Ausdehnung ſtattfindet, d. h. daß 1 Volumen II und 1 Vol. Cl zwei Vol. Salzſäure⸗ gas ergeben. Bei der Bildung des Waſſers und Schwefelwaſſerſtoffs findet eine Verdichtung um ½ des Vol. ſtatt, d. h. 2 Vol. II und 1 Vol. O(reſp.§) ergeben nur zwei Vol. Waſſer(reſp. I S). Bei der Bildung des Ammoniakgaſes findet eine Verdichtung um die Hälfte ſtatt: 3 Vol. N und 1 Vol. N bilden zwei Vol. H.N. Die Beſtimmung der volumetriſchen Zuſammenſetzung der Kohlenwaſſer⸗ ſtoffe muß hypothetiſch bleiben, da das Atomvolumen des Kohlenſtoffs bis jetzt nicht beſtimmt werden konnte. Dieſe durch Verſuch und Rechnung beſtimmten volumetriſchen Verhältniſſe laſſen ſich graphiſch darſtellen:
IHI 1 HA=, O II2O II B+ErIT N= BIN.w.
Die Richtigkeit der Reſultate kann auch durch folgende Betrachtung beſtätigt werden:
1 Vol. H wiegt 1,
1 Vol. Cl„ 35,5; folglich wiegen
2 Vol. ClH 36,5, daher muß 1 Vol. HCI 18,25 wiegen, d. h. das Salzſäuregas iſt 18,25 mal ſchwerer als H. Da nun das ſpecifiſche Gewicht des letzteren= 0,0693, ſo iſt das ſpec. Gewicht der Salzſäure, auf Luft bezogen, = 18,25.0,0693= 1,264725. Die directe Beſtimmung ergibr 1,25.
Bei der Unterſuchung der chemiſchen Eigenſchaften der Hydrüre muß wieder die richtige Anord⸗ nung uff Verſuche gerühmt werden. Sauerſtoff und die Halogene wirken analog auf Schwefel⸗ waſſerſtoff:
Has+ O= H.O+ S8, H.S+ 20l(reſp. Br ꝛc)= 2CI(reſp. HBr c.)+ 8 Hierauf beruht eine leichte Methode zur Darſtellung der Jod⸗ und Bromwmaſſerſtoffſäure. Schwefelige Säure und Schwefelwaſſerſtoff zerſetzen ſich nach der Gleichung 802+ 2I.S= 2.0+ 38. Die


